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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38
Seite - 255 -
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Sternberg, Caipar 288 Sternberg) Caspar ein Zufall, der spater auch für ihn wich» tige Folgen nach sich zog. Ein reisender Priester aus München Namens 3 anz, wurde nämlich bei einem Spaziergange vom Blitze erschlagen, und als man be- hufs Feststellung seiner Person die Leiche genau untersuchte, fand man. daß 3anz ein Abgesandter der „Illuminaten" war. der auch die Liste sämmtlicher Illulni» natenlogen in ganz Deutschland bei sich trug. Sofort wurde in Folge dessen ein allgemeiner Kreuzzug gegen die Illumi» naten ins Werk gesetzt, und da zufällig einer der Verfolgten im Leseclub zu Re- gensburg, der auch Stern berg zusei« nen Mitgliedern zählte. Aufnahme gefun- den. erwuchs daraus auch für letzteren später manche Unannehmlichkeit. Im Juli 1786 unternahm er eine Reise nach der Schweiz, wo er in Zürich die Be> kanntschaft der beiden Brüder Lavater machte. I n Regensburg sollte inzwischen eine neue Bischofswahl stattfinden. Hie« bei kam es zu sehr erbitterten Partei« kämpfen, auS denen wie gewöhnlich nur ein dritter, ein von Niemand patroni- sirter Candidat den Vortheil zog, der zum Bischöfe gewählt wurde. Im Mo> nate Juni reiste Sternberg. den dieß Treiben angeeckelt hatt«: , nach Paris, wo sich schon in einzelnen Zügen die dumpfen Vorboten der großen Revo. lution ankündigten. Er, sowie die ganze übrige Welt. ahnte damals noch nichts Böses, sondern freute sich über die Fort» schritte des menschlichen Geistes, und kam voll Verbefferungsideen im Kopfe, in seine Heimat Böhmen zurück. Hier herrschte damals m Folge der einschnei» denden Reformen des Kaiiers Joseph, besonders unter dem Adel und der Geist- lichkeit, viel Mißvergnügen. Bei der Aufhebung der Abteien kamen mitunter schreiende Vandalismen vor. wie bei dem Verkauf der alten rudolphiniscken Kunst» sammlung in Prag durch einen Hof- fourier, der die Statue des Ilioneus, jetzt die Zierde der Münchener Glypto- thek , einem Steinmetz um 18 ft. ver« kaufte! Die Einräumung der königlichen Burg zu einer Artillerie«Caserne, empörte das ganze Land; auch sonst fehlte es nicht an Anlaß zur Erregung von Miß- vergnügen gegen den Kaiser und seine gewiß nur edlen Absichten. I n Prag ent« stand zu dieser Zeit untcr der Aegyde deS gewesenen Oberstburggrafen Fürsten von Fürstenbe rg. die böhmische Ge« selllchaft der Wissenschaften; hier ver- kehrte nun Stern berg sehr viel mit dem Abbä Dobrc> wsky s'öand I I I , S. 334) und Johann Mayer sBand XVII I , S. 127, Nr. 39^. welche beide wesentlich zur Hebung der Wissenschaften in Böhmen beitrugen. Im November 1787 kehrte der Gras nach Regensburg zurück. Das folgende Jahr. 1788. brachte Sternberg in daS Freisinger Kapitel, wo er zugleich in die söge« nannte erste Residenz trat und als Hof« und Kammerrath des Bischofs fungirte; im nächsten Jahre besuchte er seine durch den Tod des ältesten Sohnes schwer er» schulterten Eltern in Böhmen und kehrte hierauf nicht nach Freising, sondern nach Regensburg zurück. Inzwischen waren die Donner der großen französischen Revolution erdröhnt. alle Briefe, die S t e r n berg von Paris erhielt, ath. meten Angst und Entsetzen, alle. die er von Wien erhielt, sprachen von dem elenden Gesundheitszustande des Kaisers Josephs und von dcr Aufregung in allen Provinzen, besonders in den Nie« derlanden. „Ich verfiel, schreibt der Graf, bald in ein Nervenfieber. das mich des Bewußtseins beraubte, doch meine starke Constitution und ein vrr«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Band 38
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Stehlik-Stietka
Band
38
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
398
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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