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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38
Seite - 257 -
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Seite - 257 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38

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Sternberg) Caspar 237 Sternberg) Caspar groß und insbesondere die Frauen gaben ihrem Unwillen über den Sprecher sol» chen Ausdruck, daß dieser sofort die Ge« fellschaft und bald darauf auch Regens« bürg verließ. Die Sommermonate ver« lebte der Graf in seiner Heimat Böh« men, dem Wechsel des Waffenglückes mit gespannter Aufmerksamkeit folgen^, der Zukunft mißtrauend. Das I . 4793, das den Basler Separatfrieden und die letzte Theilung Polens brachte, veran» laßte auch einen Wendepunct im Leben Caspar Sternber css. Bisher hatte er den Plan verfolgt, sich zur Würde eines Reichsfürsien und Bischofs aufzu- schwingen; nun in Anbetracht der trau» rigen Lage Europas beschloß er einzig den Wissenschaften zu leben. Ein Zufall brachte die Entscheidung herbei. Auf der Straße begeqnet ihm Graf Bray . bay» lischer Gesandter in Wien, später Pra» sideitt der botanischen Gesellschaft in Re« gensburg, von einer Ercursion mit Pro» fefsor D u v a l zurückkommend, einen Busch Pflanzen in der Hand und sprach ihm zu. sich auf Botanik zu verlegen eS sei die angenehmste der Naturwiffen» schuften. Er sah dies als einen Wink der Vorsehung an, und am nächsten Sonn» tag nahm er seine erste Lehrstunde, die er dann mit großem Eifer fortsehte, bis er das 3 i n n ö'sche System vollständig durchgearbeitet und mit allen europäi» schen Pflanzen sich bekannt gemackt hatte, worauf er sich mit dem damals Auf« sehen erregenden Galvanismus beschäf« ligie. und unter Leitung eines befrelin- deten Arztes selbst Curen damit unter» nahm. Die politischen Ereignisse nahmen inzwischen ihren welthistorischen Verlauf, und Sternberg verfolgt sie in seinen Memoiren mit Aufmerksamkeit. Ein Zu- sammentreffen mit dem russischen Heer» führer Suwarow im Jahre 1799, o. Würzbach. bioar.Lerikon. XXXVIIl. l schildert er in drastischer Weise. Derselbe speiste bei dem Fürsten Taxis und da er Fasten hatte, wurden ihm Fastenspeisen servirt. Er versuchte sie aus der Schüssel und was ihm nicht schmeckte, warf er in die Schüssel zurück und ließ es dann seinen Officieren präsentiren. mit denen er überhaupt richt viel Zeremonien machte. Die Musik seiner Capelle nennr Sternberg ein „Wunder der Knute". — Im I . 1800 war Erzherzog K a r l in Prag. um die böhmische Legion zu übernehmen, hier machte ihm auch Graf S t e r n b e r g , der zu seinem Bruder nach Böhmen gereist war. seine Auf- wartung. 1891 erschien er in Salzburg als Deputirter vor Moreau, um eine Ermäßigung der. der Stadt Regensburg auferlegten KriegScontiibutionen zu er» bitten. Die Begegnung mit diesem be« rühmten französischen Heerführer schil» dert der Graf in folgender Weise: „Ick werde mich ewig seiner charakteristischen GesichtSzüge erinnern, als ich ihm in Salzburg vorgestellt wurde. Er war eben im Begriff mit dem Gewehr in der Hand nach Hellbrunn zu fahren, um den letzten Steinbock deutscher Gebirge zu erlegen, als ich ihm mit mehreren Papieren in der Hand entgegentrat, und den Grund unserer Sendung eröffnete. Mit betrübtem Blick sah er nach den Papieren und sagte: „^auära-t-ii^ gu6 ^ lis tont oeia" ? (Wird es nöthig sein. daß ich das Alles lese?) Ich versicherte ihn, daß er gar nichts zu lesen brauche, wenn er nur streichen oder Ziffern an» dern wollte, worauf er mich an den Ge« neral'Q-uartiermeister. verwies, von dem ich dann einen beträchtlichen Nachlaß er« hielt." — Im Jahre 1802 fand in Re- gensburg eine Versammlung der Reichs« deputation statt, welche die Entschädi« gung der weltlichen Stande für ihre 5edr. l5. Iän. l8?9.i 17
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Band 38
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Stehlik-Stietka
Band
38
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
398
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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