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Stuller 190 Stuüer
bratrl äuotiovniob v^äavel ^.utoniu NluHiIc
, Icuo2 oilksvni", d. i. Die Prediger des
SlaventhumS. Unter Leitung des Wenzel
3tulc mit Hilfe einiger geistlichen Mitdrüder
herausgegeben von dem Priester Anton
MuZlk (Prag. Stybl, ar. 8".); begann im
Jahre 1869 zu erscheinen.
(Quellen zur Biographie, svstosoi- (Prager
illustrirte Zeitung) 1869. Nr. 32, 33 und 34:
läistoris Iitsratni'7 össlcs, d. i. Geschichte
der öechischen Literatur (Prag 1849. Üinnäö,
schm. 40.). Zweite, von W. Tomek besorgte
AuSgabe. Seite 637.
Porträt. Unterschrift: „kanonik V^ss-
kraääk? VäoülHv Kdnio«, d. i. Domberr des
Wysehrad Wenzel stulc. Nach einer Photo,
graphie gezeichnet von Ios. Scheiwl. Holz«
schnitt ohne Angabe bes Xylographen im
„8v6tO20r«> 1869. Nr. 32. S. 257.
Stllller, Franz (Kos suth'S Secre-
tär im Jahre l848, gest. zu Pesth am
6. April l874). Ueber sein Leben sind sehr
lückenhafte Nachrichten vorhanden. Vor
1848 redigirte er den »I>s3ti Nirlap"
gemeinschaftlich mit Kossuth, nach
Ausbruch der Revolution war er dessen
interner Rath mit dem Titel eines Re>
gierungsratheS. Bald nach Bewältigung
der Revolution wurde auch er in Hast
genommen und, wie Levitschnigg be«
richtet, „nach kurzer Untersuchung freige»
lassen", nach der „Urne" aber „zum Tode
verurtheilt und begnadigt". I n der Folge
erhielt er eine Bedienstung bei der „Un>
garischen Assecuranz. Gesellschaft", als
deren Secretär er auch starb. Levitsch»
nigg meldet ferner, daß Kossu th
vor seiner Flucht auS Arad seinem Rathe
ein voluminöses Actenstück mit dem Be«
deuten zur Uebertragung gab, er wolle
dieselbe gleich nach ihrer Vollendung
unterschreiben. Als S tu l le r mit der
dickleibigen Arbeit, welche ihn mehrere
Stunden an den Schreibtisch gefesselt
hatte, in das Eabinet eilte, war Kos.
suth bereits über alle Berge. Stu l - ler's Name ward, wie unsere Quelle
berichtet, dem großen Publicum nur ein»
mal genannt, und zwar als der Dictator
in der Nacht vom 2t. auf den 22. Juni
von seinem tsts-H-tsto mit Bem in
Großwardein zurückkehrte. S tu l le r
unterschrieb nämlich den Auszug auS den
Rapportender oberen Donau-Armeeüber
die Affaire bei Zsigard und Pered und
gab der Bevölkerung der Hauptstadt
zugleich Aufklärung über einen Vorfall,
im Lager an der. Aszoder Brücke. Dort
waren Rccruten eines neu geworbenen
HuSzaren« Regiments zur Bedeckung des
Proviants aufgestellt; als sich plötzlich
ein blinder Lärm von dem Anrücken deS
Feindes erhob, nahmen dieselben von
ihren friedlichen Plätzen Reißaus. Der
panische Schrecken ging vor ihnen her
und wälzte sich über die Komorner
Festung bis nach Budapesth. Ueber die-
sen von keinen weiteren Folgen begleite»
ten Zwischenfall harte Stu l le r zu be>
richten. Ueber seine anderweitige Ver«
Wendung bei Kossuth fehlt jede Nach-
richt. Die „Urne" verleiht ihm den Adel,
sie nennt ihn Franz von Stu l lec.
Tr steht jedoch weder in Ivan Nag y's mi«
garischem AdelSlerikon „HlgA^Hr 01752^
Q82.Is.äai", noch in deutschen und anderen
ungarischen Adelsbüchern. Levitsch.
nigg, welcher Kossuth's Bannerschaft
in die Generalität, das erste, zweite und
dritte Ministerium, in die Magnatentasel,
das Unterhaus und die Schildknappen
abtheilt, rangirt S tu l le r unter die
Letzteren, deren Reigen Petöf i eröffnet.
Levitsch nissg (Heinrich Ritter von), Kossuth
und seine Bannerschaft. Silhouetten aus dem
Nachmärz in Ungarn (Pesth 1850, Wust.
Heckenast, 8".) Bd. II. S. 29l. Nr. 18.
— Schramm « Macdonald (Hugo vr.),
Die Urne. Jahrbuch für allgemeine Netrolo-
gie (Leipzig, C. G. Theile, 8«.) I I . Jahrgang
(4874). S. 48.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Streeruwitz-Suszncki, Band 40
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Streeruwitz-Suszncki
- Band
- 40
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 394
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon