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Gioachino 492 Stulli, Luca
vor, daß er Wörter aus fremden Mund
arten an Stelle heimischer gebraucht.
Diese und andere Unzukömmlichkeiten be>
einträchtigen aber keineswegs den Werth
einer Arbeit, für welche er keinen Vorgän
ger hatte, und die er so zu sagen aus dem
Rohen herausarbeiten mußte. Dieses
Werk ist so reichhaltig, daß es noch zur
Stunde überhaupt kein Slavist ent«
behren kann. S t u l l ! arbeitete meist
allein, nur sein älterer Bruder Johann
(geb. 1728. gest. 1804). der. gleichfalls
Geistlicher, ein paar illyrische Andachts
bücher: „F'ttll sv. H^Xa", d. i. Heiliger
Kreuzweg (Zara um 1800) und „Aa
H^t/anskl", d. i. Christliche Lehre (ebd.)
herausgegeben, hat ihn theilweise darin
unterstützt, und im illyrischen Theile
findet sich von J o h a n n (Ivan) ein
Nachtrag illyrischer Wörter. Von seinem
Ordensbruder Fabianich wird über
ihn berichtet, daß er bei der großen
Reizbarkeit seines Temperamentes sich
leicht über die Grenzen der Mäßigung
hinreißen ließ und dann ungerecht wurde,
aber ungemein fromm und seinem Orden
anhänglich, vermachte er demselben den
ganzen Gewinn, den er von seinem
Werke hatte, sowie die unverkauften
Exemplare. S t u l l i starb hochbetagt,
nach Einigen 83. nach Anderen gar
88 Jahre alt.
Sartori (Franz Di°.), Historisch'ethnographi»
sche Uebersicht der wissenschaftlichen Cultur,
Geistesthätigkeit und Literatur des österreichi»
schen Kaiserthums u. s. w. (Wien l830.
Gerold, gr. 8«) I. (und einziger Theil),
S. 9l. — Annalen der Literatur und
Kunst, in dem österreichischen Kaiserthume
(Wien. Anton Doll 4«.) Jahrgang 1UUU,
Intelligenzblatt December. Sp. 270. —
K o p i ta r (Barth.). Kleinere Schriften.
Herausgeneben von Miklosich (Wien 1857,
Beck, 50.) S. 14. — Paul Joseph säfa.
i-ik's Geschichte der südslavischen Literatur.
Aus dessen handschriftlichem Nachlasse heraus« gegeben von Joseph I i r e a e k (Pra^, l868,
Friedrich Tempsky, 8".) 11. Illyrisches und
kroatisches Schrifcthum. S. 87 und S. <ll
u. f.^. —
äsi lrati unuoi-i äai i»i-imai-äi äsNa loro
ßiorni nosri-i (^ara 1864, Lattara,, ^r. 8".)
2'oiuo II, S. 205.
Stulli, Luca (Arzt und Natur-
forscher, geb. zu Ragusa am 22. Sep-
tember 1772, gest. ebenda 12.. nach
8 a fa r ik 17. September 1828). Sein
Vater war Hafencapitän in Ragusa.
Der Sohn beendete die Schulen im Col«
legium der Piaristen daselbst. Im Alter
von 20 Jahren bezog er die Hochschule
zu Bologna, wo er unter U t t i n i ,
Mond in i und Ga lvan i den medi-
cinischen Wissenschaften, besonders der
Anatomie oblag. Für eine Disputation,
die er öffentlich im anatomischen Theater
hielt, zeichnete ihn der Senat von Bolo«
gna mit einer Medaille aus. Im Jahre
1793 erlangte er die medicinifche Doctoc«
würde, und gegen Ende des Jahres 1796
eben entschlossen, sich dem Lehramte in
'einem Fache zu widmen, wurde er durch
die politischen Verhältnisse genöthigt,
Bologna zu verlassen. Er begab sich zu-
nächst nach Florenz, wo er an dem
Naturforscher Felix F o n t a n a ^Vo. IV,
S. 281^ einen Gönner fand, durch den
er in seinen naturwissenschaftlichen Stu«
dien, denen er fich nun mit allem
Eifer zuwendete, thunlichst gefördert
wurde. Von Florenz ging cr nach Rom,
wo er fleißig Vortrage und Spitaler be>
uchte, und dann nach Neapel, wo er an
er Klinik des großen Spitals unter
Anleitung der Aerzte Cot tun io uno
Cyr i l lo längere Heil seine praktischen
Studien machte. I n Neapel war eS
S t u l l i , welcher die galvanischen Nr«
>erimente. die nicht geringes Aufsehen
rregten, wiederholte. Nun kehrte er in
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Streeruwitz-Suszncki, Band 40
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Streeruwitz-Suszncki
- Band
- 40
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 394
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon