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Stummer, Joseph 493 Stumme^ Joseph
beitet. Gottf. Johann D l aba cz, dem
kaum irgend ein Künstler, der auS
Böhmen und Mähren gebürtig oder in
diesen Landern gewirkt hat, entgangen
ist, nennt ihn gar nicht. Stu lpe übte
in Dresden seine Kunst. Es wird nur
ein Blatt seines Grabstichels angeführt:
«Ghriztns heilt die Rrankm" (gr. Fol.).
Dasselbe wäre nach Mieksch gestochen.
Mit Recht bezweifelt Nagler , daß
Mieksch der richtige Name ist. Wohl
hat Mieksch, oder wie er auch ge»
schrieben wird, Miksch M . XVIII ,
S. 289^ in seinen früheren Jahren
gemalt und modellirt, namentlich mehrere
Bildnisse und andere Bildwerke in
Wachs ausgeführt, doch möchte der
Künstler, nach welchem S t u l p e das
oben erwähnte Blatt gestochen, der
Dresdener Maler Christian Gottlieb
Mietsch (geb. 1742, gest. 1800) ge-
wesen sein, von dem mehrere reiche
Kompositionen, welche das Leben Jesu
behandeln, bekannt find.
Nagler (G. K. Dr.). Neues allgemeines Kunst»
ler«Lerikon (München 1839, E. A. Fleischmann,
il«.) Bd. XVII, S. 520.
Stummer von Traunfels, Joseph
Ritter von (Techniker, Ort und Jahr
seiner Geburt unbekannt). Zeitgenoß.
Nachdem er in Wien daS Studium des
Baufaches vollendet hatte, widmete er
sich dem Lehramte. „Gin noch junger
Mann", wie Exn er berichtet, wurde er
im Studienjahre 1833/36 zum ordentli-
chen Professor der Land» und Wasserbau»
Wissenschaften am Wiener polytechnischen
Institute ernannt. Infolge des großen
Umfanges, den diese Wissenschaften mit
der Zeit gewannen, theilte er seinen
Lehrgegenstand in zwei Fächer. Als zu
Anfang der Vierziger»Iahre die steigende
Frequenz des Institutes eine Ver» i größerung deS Baues nothwendig
machte, wurde dieser unter seiner Person-
lichen Leitung durchgeführt. So entstand
unter ihm der mittlere Tract und jener
Theil deS Gebäudes, der in die Panigl-
gaffe sich erstreckt. I n der Folge wurde
Stummer Präsident des Directoriums
der k. k. pciv. Kaiser Ferdinanos'Nord«
bahn, Vice.Präsident deS Verwaltungs»
rathes der Karl Ludwig'Bahn und Ver«
waltungsrath der Kärnthnerischen Eisen»
bahn. Aus seiner verdienstlichen Thätig,
keit heben wir nachstehende Momente
hervor. Im Jahre 1862 vollendete er
zwei Werke: eine graphische Darstellung
der Gliederung der österreichischen Lehr»
anstalten und eine historiogiaphische
Darstellung der Geschichte der Kaiser
Ferdinands«Nordbahn. I n ersterem ent»
wirft er in großen Wandtafeln nach Art
der Stammbäume bildlicheDarstellungen
der Gliederung der Civil, und der
Militarschulen in Oesterreich; in dem
zweiten aber stellt er in symbolischen
Zeichen alle von Jahr zu Jahr ein«
getretenen Ereignisse und Leistungen der
Kaiser Ferdinand s«Nordbahn in Bezug
auf Baubetrieb und sinancielle Geba»
rung während ihres 23jährigen Be-
standes dar. Beide Werke sind in Con«
ception und Ausführung seine eigenste
Schöpfung. Für daS letztere erhielt er
bereits auf der Pariser Ausstellung des
Jahres 1333 die Medaille erster Classe.
Bei wiederholter Exposition desselben,
auf der Londoner Ausstellung im Jahre
1862. wurde er daselbst mit der Medaille
erster Classe, von Seiner Majestät dem
Kaiser von Oesterreich mit der goldenen
Medaille für Kunst und Wissenschaft und
von der Generalversammlung der Kaiser
FerdinandS'Nordbahn mit einem Ehren«
geschenk von 1000 Ducaten ausgezeichnet
und zugleich die Vervielfältigung des
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Streeruwitz-Suszncki, Band 40
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Streeruwitz-Suszncki
- Band
- 40
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 394
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon