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Stupfel 208 Stupnicki
rathes Freiherrn von S t u p a n i. Einen
Staatsrath dieses Namens hat es bei uns
nicht gegeben, und es ist Anton Mari
Freiherr von S t u p a n darunter gemeint
der erste im Kleeblatt, das oben ausführlichel
dargestellt worden.
Stllpfel, Alois Joseph (Benedic-
t iner , geb. zu Bruch sal im Hoch
stift Speyer am 13. April 1777. gest. zu
Gainfahrn nächst Baden bei Wien
am 19. November 1328). Sein Vater
stand als Hofrath in Diensten des Fürst,
bischofs von Speyer und wanderte in
Folge der französischen Revolution nach
Wien auS. Der Sohn Alo is Joseph
trat am 3. December 1796 als Novize in
das Benedictinerstift Melk, legte am
14. Mai 1301 die feierlichen Ordens
gelübde ab und wurde am l 6. August
d. I . zum Priester geweiht. Der Seel<
sorge sich widmend, kam er 1802 als
Cooperatoc nach Haugsdorf. in gleicher
Eigenschaft am 23. October d. I . nach
Lassen, im April 1803 nach Gainfahrn.
1809 wurde er als Pfarrer nach Matzen-
dorf und als solcher schon im folgenden
Jahre nach Gawfahrn berufen, wo er
durch 16 Jahre, bis an seinen im Alter
von erst 48 Jahren erfolgten Tod,
wirkte. Als Schriftsteller machte er sich
durch die deutsche Uebersetzung eines
Werkes des Straßburger Bischofs
I . F. M. Le Pappe de Trävern be-
kannt, welches seinerzeit in geistlichen
Kreisen einiges Aufsehen erregte. Es ist
nämlich dessen „D5sou88ion aNioals sur
e et en gönärai «ur
n, röäi^öe su. lorins äs
Isttrss eoritvs en 1812 et 1813",
welche zuerst anonym mit der Bezeich«
nung par un liosnoiä äs Ia lnaiZon et
äooiötö äo äorrionno zu London 1817
bei R. Inign6 in 2 Bänden in 8". (und
erst später in Paris bei Patey) erschien. S t u p f e l veröffentlichte seine Ueber«
sehung unter folgendem Titel: „Freund«
schaftliche Erörterung über die Kirche
von England und die Reformation
überhaupt. Der Geistlichkeit aller pro«
teftanttschen Bekenntnisse zugeeignet von
dem Abb6 de Trövern, vormaligem
Generalvicar zu LangerS und Mitglied
der Sorbonne. Nach dem Französischen
der 1817 zu London erschienenen Ori«
ginalausgabe. 2 Bande in 4 Abthei«
lungen (Wien 1821 und 1822. Wimmer.
8".). Auch wird ihm die Autorschaft
der nach seinem Ableben erschienenen
Schrift: „WaS istder Ablah? Bei Ge-
legenheit des angekündigten Jubiläums
für 1823. Von einem Landpfarrer der
Wiener Erzdiöcese" (Wien 1826, Wim-
mer. gr. 8".) zugeschrieben. S t u p f e l
war auch ein beliebter Kanzelredner.
Porträt. Unterschrift: AloiS Joseph S t u»
Pfel , ! Kapitular des Stiftes Molk, I Pfa»
rer zu Gainfahrn. > N^nks xiui. ot Mk.
Gedruckt bei Laurenz Herr (gr. 4«.).
StUpnicki, Hippolyt (Journa l i s t
und Schriftsteller, geb. in Gali«
zien im Jahre 1806, gest. in Lem.
berg am 19. October 1878). Er genoß
eine ganz unzulängliche Erziehung, deren
Spuren an allen feinen Arbeiten nur zu
deutlich erkennbar sind. Er fühlte aber
frühzeitig einen mächtigen Drang zu
schriftstellerischem Schaffen in sich, welchen
er bei seiner staunenswerthen Zähigkeit
in Durchführung gefaßter Pläne auch
päter zu befriedigen wußte. So ent«
standen denn mehrere Arbeiten, die trotz
ihrer sichtbaren und versteckten Mängel
ine gewisse Brauchbarkeit besitzen und
»eren Hauptvorzug darin besteht, daß sie
>em praktischen Bedürfnisse zu Hilfe
ommen. Zudem entwickelte er als Jour-
nalist eine Rührigkeit ohne Gleichen, er
nahm sogar keinen Anstand, persönlich
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Streeruwitz-Suszncki, Band 40
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Streeruwitz-Suszncki
- Band
- 40
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 394
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon