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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Streeruwitz-Suszncki, Band 40
Seite - 213 -
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Seite - 213 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Streeruwitz-Suszncki, Band 40

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Stur, Karl (Maler) 213 Stur, Karl (Maler) Beachtung blieb. Um daS Jahr 1830 wurde der Vater nach Iudenburg in Steiermark übersetzt, und dort beendete der Sohn die Classen des Untergymna- siums, dessen erste Classe er bereits in Klagenfurt besucht hatte. Alle freie Zeit benutzte er zu Ausstügen in die Umge» bung, wozu er sich uneingeschränkter Frei» heit erfreute. Mit einem seiner Freunde, dem wir diese Mittheilungen verdanken, machte er die interessantesten Gebirgs« Partien, streifte Tage und Nächte lang, von Abenteuerlust und Forschungstrieb beseelt, in den herrlichen Wäldern Ober» steiermarks umher, entdeckte auch mehrere schöne und große, aber sehr schwer zu» gängliche Tropfsteinhöhlen, welche er mit Lebensgefahr durchsuchte. Nachdem der Vater im Jahre 1334 die Versetzung in den Ruhestand erbeten hatte, übersiedelte die Familie 1853 nach Wien, und der Sohn kam als Praktikant in eine Apo- theke. Daselbst wollte es ihm aber nickt sonderlich gefallen, und auf sein Drängen und Flehen, mit dem sich die Bitten deS Directors Rüben vereinten, welcher des Jünglings gewöhnlich bei Nacht heimlich ausgeführte Zeichnungen als sehr viel« versprechend und talentvoll bezeichnet hatte, gestatteten ihm endlich die Eltern den Besuch der k. k. Akademie der bilden» den Künste. Um aber die Erlaubniß zum Eintritte in dieselbe zu erlangen, mußte er vorher noch einige Monate in die Vor« dereitungssckule am polytechnischen In« stitute gehen. Im Jahre 4837 kam er denn auf die Akademie, wo er sich im Kreise gleichstrebender junger Leute allen nur immer zugänglichen Kunstgenüssen hingab. So gingen ihm die Jahre 1838 und 1859 dahin. Zu seinen Gesinnungs» genoffen, mit denen ihn innigere Freund» schaftSbande verknüpften, gehörten der jüngst verstorbene Td. Kurzbauer I M . XVIII , S. 36^ und Alexander Strakosch j M . XXXIX, S. 227). der später als dramatischer Vortrags- meister so ehrenvollen Ruf erlangte. Neben der Malerei schwärmte er mit noch andern seiner Kunftcollegen auch für die Schauspielkunst, und insbesondere zog ihn daS Burgtheater, welches unter Laube's energischer Leitung noch im Vollbesitze seiner unersetzlichen alteren und jüngeren Kräfte war. mit unwider» stehlicher Gewalt an. So geschah eS denn, daß die jugendlichen Künstler mit einem Male auf den wunderlichen Ge» danken geriethen. Schauspieler zu wer» den. Die Durchführung desselben war aber für S tur nicht so leicht. Erst als Lewin sky, der zu jener Zeit wie ein Meteor am Theaterbimmel erschien, dem Vater die Versicherung gab. daß der Sohn Talent habe, und wenn er steißig studire. zu schönen Hoffnungen berechtige, wurde demselben gestattet, die neue Le» benSlaufbahn auf einer Provinzbühne zu beginnen. In uneigennützigster Weise ertheilte der genannteSchauspieler seinem Freunde die erste Schulung, und im Win» ter 1858/59 ging dieser nach Troppau ins Engagement. Da er hier nicht in größeren Rollen beschäftigt wurde, für die er sich befähigt hielt, so verließ er im Winter die Truppe und reiste nach Neutitschein, wo er gute Aufnahme, bessere Rollen und viel Beifall fand. Als aber im folgenden Frühjahre der Vater bedenklich erkrankte, kehrte Stur nach Wien zurück, die Hoffnung nährend, an einer der dortigen Bühnen engagirt zu werden. Doch diese Hoffnung sollte sich nicht erfüllen. Die sorgfältige Ueber- wachung seines von einem Schlaganfalle getroffenen VaterS nahm seine ganze Thätigkeit in Anspruch, und um der- Mutter die Pflege zu erleichtern, gab er
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Streeruwitz-Suszncki, Band 40
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Streeruwitz-Suszncki
Band
40
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1880
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
394
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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