Seite - 239 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Streeruwitz-Suszncki, Band 40
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Stulterheim, Johann 239 Stutterheim, Johann
Joseph und Kar l , mit dem Maria
Theresien-Orden ausgezeichnet wurden
mitunter Verwechslungen in einzelnen
Angaben vor, welche bei Benützung der
Quellen Vorsicht gebieten. Meine Be.
denken über diesen Friedrich und den
späteren Kar l sS. 200) spreche ich in
den Quellen sS. 244) offen aus.
Oesterreichische Nat ional < Encvklo
päoie von G r äffer und Czikann (Wien
80.) Bd. V, S. 234.
Stlltterheim, Johann Freiherr (k. k.
General« Ma jo r , geb. zu I g l a u in
Mahren 30. October 1803, gest. zu
Wien 23. Jänner 1870). Er trat am
30. October 1816 in die Wiener-Neu-
städter Militär-Akademie, wurde am
48. October' l824 Fähnrich bei Gyulay«
Infanterie Nr. 60. am 1. Juli 1828 Lieu
tenant bei Bakonyl» Infanterie Nr. 33,
am 3. April 1830 Oberlieutenant bei
Strauck-Infanterie Nr. 24. am 11. August
1831 Copitän < Lieutenant bei Bianchi»
Infanterie Nr. 63. am 8. April <833
Hauptmann, am 3. December 1841
Major, am 9. Juli 1847 Oberstlieute-
iiant und am 30. Juli 1848 Oberst und
Regituents'Cornmandant. Im Feldzuge
des Jahres 4848 befehligte er in Sieben-
bürgen anfangs eine Colonne bei Ma»
rienburg zum Schutze des Sachsenlandes.
Im Gefechte bei Arapatak, am 3. De-
cember, schlug er die Szeklec und vertrieb
sie aus der Gegend, dann eilte er zum
Schutze des durch daS Gefecht bei Honig»
berg gefährdeten Kronstadt herbei und
verzagte den Feind aus Bodola nach
Tartlau. Nach Pacisicirung Siebenbür«
gens im Jänner 1849 zum Hauptcorps
berufen, kämpfte er mit gewohnter Tapfer-
keit in der Schlacht bei Salzburg am
4. Februar. Die von ihm commandir-
ten Bataillone seines Regiments durch» brachen stürmend das feindliche Centrum
und eroberten mehrere Kanonen und
Packwagen. Am 7. Febrnar vertrieb er
den Feind aus Szaszväros. I n der
mörderischen, aber resultatlosen Schlacht
bei Piski am 9. Februar stürmte er mit
seinem Bataillon wiederholt die Brücke,
unausgesetzt feuernd, bis die letzte Pa>
trone verschossen war. I n diesem Zu-
stände in der Nacht vom 1.0. zum 11. bei
Alvincz von dem Feinde unter Wolfgang
Kemeny sBd. XI, S. 149, Nr. 9^ über-
fallen, mußte er sich bis Karlsburg zurück-
ziehen. Hierauf focht er noch im Treffen
bei Mediasch und machte dann den Rück<
zug in die Walachei mit. Als aber die
Kaiserlichen unter Feldmarschall »Lieute<
nant Clam neuerlich in Siebenbürgen
eindrängen, fand er am 23. Juli bei
Szemeria wieder Gelegenheit, fick her«
vorzuthun, indem er, den richtigen Augen.,,
blick wahrnehmend, mit einem Bataillon
im Sturme auf das feindliche Centrum
sich warf und es durchbrach. Für sein
tapferes Verhalten wurden ihm wieder-
holt ah. Auszeichnungen zulheil, und
zwar: am 30. August 1849 die ah. Velo-
bende Anerkennung, am 20. October
d. I . daS Militär>Vcrdienstkreuz und am
17. November d. I . für seine Waffen-
that bei Szemeria das Ritterkreuz des
Leopold-Ordens, welchem rusfischerfeits
der St. Anneri'Orden zweiter Classe mit
der Krone folgte. Am 19. October 1849
wurde er zum General«Major befördert
und erhielt eine Brigade in Klausenburg.
Aber schon am 17. August 1881 trat er
in den Ruhestand über. den er nahezu
zwanzig Jahre genoß, bis er in Wien im
Alter von 67 Jahren starb.
Friedenfels (Eu^en). Joseph Bedeus von
Scharberg. Beiträge zur Zeitgeschichte Sieben«
bürgenS im l9. Jahrhundert (Wien l877
Vraumüller, gr. 8".) Bd. I l , S. lo«.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Streeruwitz-Suszncki, Band 40
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Streeruwitz-Suszncki
- Band
- 40
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 394
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon