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Stutterheim (Genealogie) ^ Johann Georg
in die Wiener Neustädter Miliiär»Alademie
aus welcher er am ?. August l?87 als
Fahnencadet zu Pallavicini'Infanterie Nr. 8
ausgemustert wurde. Stufenweife im Rang
vorrückend, brachte er es im Jahre 1799
zum Hauptmann im Infanterie« Regiment,
Nr. 39. Er kämpfte rühmlich in den Türken
kriegen l788 und 1789 und wurde in der
Schlacht bei Novi verwundet. Neber seine
weiteren Schicksale, sowie über die Zeit seines
Ablebens finden wir weder bei Swoboda
noch b«i Leitn er von Lei tner t r ru irgend
welche Angabe. — Ueber die thüringische
Adelbfamilie der S t u t t e r h e i m , welche
ihre Stammregister bis auf einen Eune-
mund von S t u t t e r h e i m , der um 964
blühte, zurückführt, gibt noch immer das
Z e d l e r'sche Universal «Lerikon die um
fasfrndsten Nachrichten, denn was das
Kne sch ke'sche Adels. Lerikon mittheilt, ist
theils ungenau, theils völlig unrichtig, na
mentlich die Stelle, welche von den in der
k, k. Armee gestandenen Gliedern der Fa
milie nicht anders spricht, als ob diese auch
zur thüringischen Familie gehörten. In den
verschiedenen Quellen zur Biographie des
Freiherrn Joseph , welcher der Erste
in Oesterreich den Fieiherrenstand erlangte,
der dann auch auf die Söhne seines Vruders
Franz übertragen wurde, wird ausdrücklich
betont, „daß er nicht zu den Adelsgeschlechtern
seines Namens in der Lausitz und in Thu»
ringen gehöre und Alles nur sich selbst uer«
danke", eine Behauptung, welche eine voran»
gegangene Untersuchung dieser Adelsfrage
zur Voraussetzung hat. Was nun aber den
Freiherrn Ka r l lS . 24l) betrifft, dessen
Abstammung von der sächsischen Familie
keinem Zweifel unterliegt, so möchte er
wohl ein Enkel des Alexander von Stut .
terHeim sein. welcher l?38 ein Com>
mando über die sächsischen Hilfstruppen in
Ungarn führte und als sächsischer General«
Lieutenant Ritter des für militärische Ver«
dienste gestifteten Heinrichs»Ordens wurde.
Die meisten S t u t t e r h e i m der alten
thüringischen und späteren lausihischen
Linie standen in preußischen Kriegsdiensten,
wo sie nicht selten die Generalswürde be»
kleideten. I n den bri Perthes in Gotha er»
scheinenden „Genealogiichen Taschenbüchern
der fieiherrlichen Häuser" kommt die Fa»
milie der S t u t t e r h e i m gar nicht vor.
Auch steht gegenwärtig ein Träger dieses
Namens weder in öfterreichischcl, Kriegs», noch Civilstaatsdiensten. woraus nian
schließen möchte, daß die österreichischen
Stu t te rhe im erloschen sind. Schließlich
sei hier bemerkt, daß es dem Herausgeber
dieses Lexikons bei Bearbeitung der ein«
zelnen Biographien geschienen hat, als ob
die Werke, welche uns über dieFamilienglieder
Stu t te rhe im berichten, den einen mit dem
andern verwechseln, und als ob Friedrich
Heinrich Ludw ig von Stut terhe im
und Kar l Freiherr von S t u t t e r h e i m
gar eine und dieselbe Person seien. Es
würde mir ohne langwierige Untersuchungen,
welche den Fortgang deS Werkes über alle
Gebühr hinaus verzögert hätten, nicht
möglich gewesen sein. Licht in die Sache zu
bringen. Meine Bedenken und Zweifel aber
auszusprechrn. wollte ich doch nicht unter-
lassen.
Stutterheim Peter, siehe: Stutter-
heim Karl l^S. 243 in der Genealogie
der Familie Stut ter heim^.
StUwer, die Familie. Mit Wiens
Geschichte im letzten Jahrhundert steht
der Name S t u w e r in so inniger Ver«
bindung. daß ein biographischer Nach-
weis über die Träger desselben um so
gebotener erscheint, als die Phrase:
,wenn S t u w e r sein Feuerwerk an«
gekündigt hat. dann regnet es sicher" In
der Haupt- und Residenzstadt gang und
gäbe ist. S t u w e r ist der Name der
Feuerwerker»Familie, deren jeweiligen
Häuptern die Wiener Bevölkerung
manche Feste, die aber sämmtlich in
Rauch aufgegangen, zu verdanken hat.
Der erste Stuwer , der nach Wien kam,
wird hie und da. wie z. B. im „Neuen
Wiener Tagblatt" (1869, Nr. 149) im
Feuilleton ,Der Wiener Wurstel-Pra-
ter", Caspar S tuwer genannt, heißt
>ber in Wahrheit Johann Georg mit
Vornamen; er kam zu Anfang der
Siebenziger-Jahre des vorigen Jahr«
Hunderts aus seiner Heimat, Ingolstadt
in Naiern, und brannte am 27. Mai
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Streeruwitz-Suszncki, Band 40
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Streeruwitz-Suszncki
- Band
- 40
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 394
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon