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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Streeruwitz-Suszncki, Band 40
Seite - 245 -
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Stuwer, Caspar 243 ) Anton 1774 — nicht, wie hie und da angegeben wird, am 23. Mai 4777 — sein erstes Feuerwerk unter dem Titel „Des Con» fuciuS Luftgebau" im Wiener Prater ab. Gleich bei diesem ersten Debüt S t u« w e r's war. wie die damaligen Zeitungen meldeten, daS Wetter u n g ü n s t i g . Wenige Wochen später wurde sein Labo« ratorium im Prater ein Naub der Flammen. Nichts desto weniger aber brannte der Unternehmer, der sich einen „k. k. privilegirten Kunst» und Luftfeuer- werkcr" nannte, noch im nämlichen Jahre vier Feuerwerke ab, deren eines den Titel: „Werthers Leiden. Frei nach Göthe" führte, da zu jener Zeit der „Werlher-Cultus" in Deutschland Mode war. Um in diesem Feuerwerk den Werther als verliebten Schwärmer zu kennzeichnen, gingen, wie der alte B a u e r l e berichtet, hinter ihm fort« wähiend feurige „Schwärmer" in die Höhe! Noch einmal, am 22. October 1783, flog Stuwer'S Laboratorium in die Luft. Cs geschah dies durch die Un> Vorsichtigkeit eines im Laboratorium arbeitenden Tischlergesellen. Im Jahre 1799 nahm J o h a n n Georg S. von dem Wiener Publicum, dem er 26 Jahre durch Lust- und Kunstfeuer, werke aller Art Vergnügen bereitet hatte, in einem Anschlagblatte öffentlich Ab- schied, indem er zugleich darin ankün- digte, daß sein Sohn mit ah. Bewilli« gung in feine Fußstapfen trete. Dieser Sohn war Caspar S t u wer , der nun zwanzig Jahre hindurch die Wiener Feuerwerke besorgte. Er machte die Napoleon'scken Invasionen und den Kongreß mit durch. Dieser letztere brachte ihm eine goldene Ernte und einigen Ersatz für die empfindlichen Ein- büßen in den vorangegangenen schweren Knegsjahren. Bei dem am 10. Februar 1819 erfolgten Tode C a s p a r s war sein Sohn Anton noch minderjährig und dessen Vormund „Professor" Mü l l e r führte mittlerweile die vyro« technischen Schauspiele im Wiener Prater auf. Am 11. September 1821 legte derselbe seine Leitung und Vormund» schaft nieder und verabschiedete sich von den Wienern mit einem Feuerwerke, welches „die Zersprengung des Pulver- thurims bei der Nußdorfer-Linie — eine für pyrotechnische Ausführung sehr glücklich gewählte Begebenheit" dar- stellte. Unter Anton S tuwer ent- wickelte sich die Feuerwerkerei zu groß« artiger stammender Pracht, es erreichte —. möchten wir sagen — die Wiener Pyrotechnik ihren Höhepunkt. Leider hinderte Negen die Aufführung, welche verschoben werden mußte, so oft, daß die Begriffe S t u w e r und Regen sich zu decken begannen und man die Ankün« digung eines S t u w e r'schen Feuer« Werkes als gleichbedeutend mit bevor» stehendem Regen erachtete und thatsachlich in Folge dessen Landpartien aufschob u. s. w. Mit dem Jahre 1848 ver« stummten die Trommeln, welche bis dahin die Feuerwerke im Prater anzu« kündigen pflegten. Das Feuer aus MuS» keten und Kanonen verdrängte das In» tereffe für daS Feuer der Raketen und Schwärmer. Nur den herrschenden Ein* stüssen der veränderten Zeit sich fügend, kündigte S. am 14. Mai sein Feuer« werk: „Oesterreichs Wiedergeburt" an und brannte dasselbe auch ab. Es war das einzige in diesem Jahre. 37 Jahre hatte der drilte S t u w e r , seine Kunst ausgeübt, alS er am 3. Jänner 1888 unter so eigenthümlichen Verhältnissen starb, daß dieselben wohl eine kurze Er« wähnung verdienen. Anton S tuwer lebte nämlich in einer wenig glücklichen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Streeruwitz-Suszncki, Band 40
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Streeruwitz-Suszncki
Band
40
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1880
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
394
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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