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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41
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Snlva-Tarouccll) Friedrich 1 Sylva-Taroucca^ Friedrich als Beispiel die Brüder Grafen Caspar und Joachim Sternberg vor. und was diese beiden Cavaliere für Böhmen waren. daS wollte Graf Friedrich für Mähren werden. I n dieser Richtung wendete er seine Aufmerksamkeit dem Vrünner Museum zu und beschloß, dessen Sammlungen nach und nach mit neuen Erwerbungen zu bereichern. Nun suchte und kaufte er mit Sorgfalt und AuS wähl alterthümliche Kunstgegenstände, Bücher. Bilder und Münzen. So lange er in seinen eigenen Räumlichkeiten Platz fand. bewahrte er daselbst seine Schätze, als aber namentlich die Zahl seiner Bücher so anwuchs, daß es ihm an Raum für dieselben fehlte, schickte er deren von Zeit zu Zeit, und darunter oft werthvolle Werke, an das Museum, das er übrigens im Geiste immer als den künftigen Besitzer seiner sämmtlichen Schätze betrachtete. Seine Münzen« und Bildersammlung behielt er indeß noch stets im eigenen Besitze, sie studirend, ergänzend und ordnend. Aber auck der humanistischen Richtung widmete er seine Aufmerksamkeit und förderte die gemein» nützigen und Wohlthätigkeitsanstalten Brünns in einer und der anderen Weise. So bestellte und bezahlte er aus seinen Mitteln bei der Brünner Kinderbewahr« anftalt einen eigenen Spiritual, unter- stützte in freigebigster Weise den katho« lischen Verein, die im Jahre 1848 von M. Prochazka gegründete Bruder- schaft „Die hh. Cyrill und Method". Inzwischen reifte sein Plan, dem Mu- seum seine Büchersckatze zu überlassen, der Verwirklichung entgegen, und in der That übernahm dasselbe bis 4837 nicht weniger denn 6900 Bände aus allen Fächern in unentgeltlichen Besitz. Als dann bei Ausbruch deS italienischen Krieges im Jahre 1839 der Graf in Folge eigenen Ansuchens als Feldgeist, lichec bei der f. k. Armee in den Spi« tälern von Verona verwendet werden sollte, folgte der obigen Schenkung eine weitere von mehreren werthvollen Ge- mälden. Alterthümern, mehreren Kisten mit Hunderten und Hunderten von Bü« chern. Zeitschriften, Plänen, Herbarien u. dgl. m. Er selbst aber begab sich auf den Kriegsschauplatz, wo er durch drei Jahre in seinem feldpriesterlichen Berufe wirkte. Hierauf unternahm er zu seinen Kunststudien Reisen in Italien. Im Jahre 1866 in seine Heimat zurückge» kehrt, brachte er einige Zeit bei seinem Bruder August auf dem Familimfihe Czech zu. Als aber dem mörderischen Bruderkriege mit Preußen die Greuel der Choleraseuche folgten, trat Graf Friedrich bei dem in der Olmüher Erzdiöcese täglich fühlbarer werdenden Mangel an Geistlichen neuerdings in seelsorgerliche Thätigkeit und wurde für seine bei dieser Gelegenheit geleisteten Dienste von dem Olmützer Erzbischofe mit dem Titel eines Consistorialrathes ausgezeichnet. Und als mit dem Er« löschen der Seuche seine Hilfe nicht mehr dringend nöthig war, machte er sich im erzbischöflichen Seminar zu Olmüh da- durch verdienstlich, daß er den Alumnen über geistliche Kunst Vorträge hielt. Im Jahre 1868 aber nahm der Graf seinen bleibenden Aufenthalt in Brünn, wo er noch heute feinen wissenschaftlichen Stu» dien lebt. Notizenblatt der historisch«statistischen Sec» tion der k. k. mährisch.schleslschen Gesellschaft zur Beförderung deS Ackerbaues, der Natur« und Landeskunde. Redigirt von Christian d'Eloert (Brünn, Rohrer's Erben^. 4«) t853. S. <6, im Artikel: „Waldstein'.sche Correspondenz". — D a s s e l b e . <866, S. 13: „Taroucca'sche Handschriften im Landesarchiv". — d'E l v e r t (Christian). Historische Literaturgeschichre von Mähren
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Susil-Szeder, Band 41
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Susil-Szeder
Band
41
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1880
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
340
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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