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S)äbel, Balthasar 103 ) Balthasar
der Bewegung in Händen hielten, und
gelangte als Beamter in eines dcr Mini«
sterien. Er befand sich 1849 in Komorn,
als diese Festung capitulirte, und entzog
sich jeder Verantwortung durch die Flucht
nach England. Im Jahre 1830 lebte er
als Schriftsteller in Edinburg. wo er
außer einer ungarischen Grammatik in
englischer Sprache und einer englischen
Ungarn betreffenden Flugschrift, betitelt:
„VuQFarI- ?ast anä. ?r68sut", eine
Uebersetzung der „I'oiroä.ÄliQi L8Htak6>
pyk" (d. i. Kriegsbilder der Revolution)
von Maurus Ioka i , unter dem Titel:
1833, Id . OonstHbls auä
p., Fr. 8<>.) herausgab. Im Jahre
1860 verließ er England. ging nach
Italien, trat in Garibaldi 's Frei«
schaaren und wurde Hauptmann in einer!
derselben. Nach Beendigung des italieni»
schen Kampfes suchte er in Amerika einen
neuen Schauplatz seiner Thätigkeit, trat
bei AuSbruch des Krieges mit den Süd«
staaten in die Unionsarmee, wurde
Hauptmann in derselben und als solcher
1863 bei Richmond, wo die Regierung
der Südstaaten von 1861—1863 ihren
Sitz hatte, kriegsgefangen. Nach been»
detem Kriege freigegeben, ward er Colo-
nist und lebte als solcher noch 1876 in
Amerika.
Kertbeny (K. M.). Bibliographie ungari»
scher nationaler und internationaler Litera.
tur l44t—l876. In zwölf Fachheften, redigirt
— — (Budapesth 1876, P. Tettey und
Comp.. gr. !20.) I. Heft, S. 37. Nr. 328
und T. 63. Nr. l25.
Balthasar Ritter von
(Großindustrieller und Reichs«
tagsabgeordneter, geb. zu Klau» senburg in Siebenbürgen am 23. Fe«
bruar 18l4. gcst. zu M e r a n am
13. Jänner 1869). Seiner Abstammung
nach ist Sz^bel ein Ungar. Zum
Kaufmann herangebildet, betrieb er
in Klausenburg mit seinem Vater ein
Geschäft unter der Firma Szäbel
und Sohn. Im Jahre 1836 heiratete er
die Tochter des Kaufmannes Kloger
in Wien und übersiedelte 1839 nack
Olmütz, wo er 1840 die Handlung
W. C. Hirsch käuflich erwarb. Gleich.
zeitig gründete er unter dieser Firma
eine Garnniederlage in Freudenthal.
Im denkwürdigen Jahre 1848 wurde er
in den mahrischen 3andtag und dann
in den constituirenden Reichstag ge»
wählt, in welchem er stch durch seine frei»
finnigen Reden in den confessionellen
Fragen bemerkbar machte. Ueber seine da-
malige Thätigkeit schreibt der Verfasser
der «Reichstags-Galerie": „Szäbel,
der hinter Lohner saß, eingeborener
Ungar, ist gewiß einer der aufrichtigsten
Oesterrncher. Ts ward ihm vorgeworfen
daß er zu specifisch und exclusiv Olmützer
sei. Er war einer der tüchtigsten Finanz.
manner der Kammer und lange Zeit
Berichterstatter des Finanzausschusses.
Seine Interpellation ans Ministerium
wegen der Suspension der ,Ostdeutschen
Post' ist eine der wenigen, welche prak»
tischen Erfolg hatten, denn sie führte zur
Concessiomrung der Zeitung". Auch in
das deutsche Reichsparlament wurde
Szä.bel gewählt. I n der mehrjährigen
Reactionsperiode nach 1848 widmete er
sich wieder ganz seinen industriellen Un«
ternehmungen, darunter der Leitung der
Flachsspinnerei zu Schönberg und Fried»
land, von deren Führung er aber 1860
zurücktrat, indem er eine eigene Spin.
nerei zu Chotzen in Böhmen gründete.
welche er bald zu einem der ansehnlichsten
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Band 41
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Susil-Szeder
- Band
- 41
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 340
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon