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Hbel) Balthasar
industriellen Geschäfte in Oesterreich hob.
Vom Jahre 4830 ab bis zu seinem Ab:
leben fungirte er als Mitglied, vier
Jahre lang auch als Präsident der
Handels» und Gewerbekammer in Ol
müh, immer mit Erfolg die Interessen
des Handels und der Gewerbe in
Mähren vertretend. 1861 sowie 1867
wurde er von der Stadt Sternberg in
den mährischen Landtag und von diesem
beide Male in das Abgeordnetenhaus
des österreichischen ReichsratheS gewählt.
I n diesem wirkte er vermöge seiner
praktisch erworbenen Kenntnisse und
seiner reichen Erfahrung in ersprießlichster
Weise in allen finanziellen und Volks-
wirthschaftlichen Fragen, vornehmlich
während der Berathungen über die
Bankacte in den Jahren 1861 und
1862. Für seine verdienstliche Thätigkeit
auf den erwähnten Gebieten wurde ihm
mit kaiserlichem Cabinetschreiben ädo.
l. Februar 1863 der Orden der eisernen
Krone dritter Classe verliehen, welchem
schon wenige Wochen danach, mit Di-
vlom ääo. 11. April 1863, die Er-
Hebung in den erbländischen Ritterstand
folgte. I n den letzten Monaten seines
Lebens sah er stch in Folge eines anfangs
unscheinbaren, allmalig aber immer
mehr sich verschlimmernden Leidens den
größten Theil der Session hindurch den
parlamentarischen Arbeiten entzogen.
Nichts desto weniger konnte er sich lange
nicht entschließen, nach Meran zu geben,
wie der Arzt ihm angerathen, denn eine
Tochter, die er vor etlichen Jahren nach
diesem Curorte begleitet hatte, war ihm
daselbst gestorben. Als er sich aber
endlich dem allgemeinen Drängen fügte,
war es bereits zu spät. Schon wenige
Tage nach seiner Ankunft in Meran
starb er im Alter von 33 Jahren. I n
einem ihm gewidmeten Nachrufe heißt es abel) Joseph Thomas
unter Anderem: „Durch seinen Tod vei»
liert namentlich Olmütz sehr viel. Er
unterstützte alle gemeinnützigen und
wohlthätigen Anstalten der Stadt, er
linderte die Noth und das Elend durch
reichliche Gaben, er war ein Freund und
Wohlthäter der Leidenden". Im poli«
tischen Leben zahlte er zu den treueften
und entschiedensten Anhängern deS
S ch merl i na/schen Centralismus.
Rit terstands.Diplom ääo. 11. April
4863. — Fremden.Blatt. Von Gustav
Heine (Wien. 4«.) 1869. Nr. 14. —Neues
Wiener Tagblatt, I. Jahrg. (1867).
Nr. 131: „Die Religionsfrage im Reichstage
zu Kremster". — Reichstags. Galerie.
Geschriebene Porträts der hervorragendsten
Deputirten deö ersten österreichischen Reichs»
tages (Wien 1848, Iasper, Hügel und
Manz. 80.) 3. und 4. Heft. S. 111. —
Aquarellen auS den beiden Reichsstuben.
Von I . I . K.(raßnigg) (Wien 1868,
R- o. Waldheim. 12«.). Erste Abtheilung.
S. 38. 39. 40. 46 und 48. Zweite Abthei.
lung. S. 4. - Die Presse. 30. April
1862. Nr. 413. erster Leitartikel: „Balthasar
Szäbel's Bankacte".
Porträt. Ein solches scheint wohl nicht vor«
Handen zu sein; doch brachte der Wiener
„Figaro" 1863, Nr. 14 und 13 eine Harm«
lose Charge Szäbel'b, welcher, da er bei
der Wahl in den Finanzausschuß durch«
gefallen, als in der Wahlurne Steclengeblie«
bener dargestellt ist.
Wappen der Nitter von Aivel. Ein von
Roch über Gold quer getheilter Schild. Oben
ein Schwert, am goldenen Griffe mit einer
Gartenlilie am blättrigen Stängel ver«
schränkt, und unten ein rother Zinnenthurm
mit schwarzer, von zwei Schießscharten be«
seiteter Thoröffnung. Auf dem Schilde ruhen
zwei gekrönte Turnierhelme. Die Helmkrone
zur Rechten trägt einen offenen, rechts von
Roth über Gold und links abgewechselt quer
getheilten Aolersiug; aus jener zur Linken
erschwingen sich drei Straußfedern, und zwar
eine goldene zwischen rothen. Die H e l m»
decken sind durchgängig roth mit Gold
unterlegt.
Ein Joseph Thomas Szäbel (gest. in
Krakau im Jahre 1809) erlangte nach vollen«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Band 41
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Susil-Szeder
- Band
- 41
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 340
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon