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, Karl 111 Aabö, Karl
legte er die Advocatenprüfung ab, ohne
jedoch diesen eingeschlagenen Lebens»
beruf fortzusehen, denn er begab sich
nach Fiume, wo er in die Marineschule
eintrat. Den Anstrengungen deS See«
dienstes nicht gewachsen, kehrte er bald
wieder in das Elternhaus zurück, daselbst
sich ganz nach Neigung wissenschaftlichen
Studien hingebend. I m Jahre 1847
ging er nach Pesth. um an Toldy's
^HF^ar wääLok tära", d. i. Archiv
ungarischer Schriftsteller, mitzuarbeiten.
Dieser Literarhistoriker hatte nämlich
die Absicht, das von dem bekannten
Polyhistor Georg Karl von R u m y
j M . XXVII , S. 262) geplante Werk
über das gelehrte Ungarn, wozu der«
selbe seit Jahren die Materialien ge«
sammelt und wovon sich das Manuscript
in deffen Nachlasse vorgefunden hatte.
der Verwirklichung entgegenzuführen und
die Biographien ungarischer Schriftsteller
nebst dem Verzeichnisse ihrer Arbeiten
herauszugeben. Die Revolution scheint
dieses Unternehmen entweder unter»
brochen oder gar im Keime erstickt zu
haben. Im Jahre 4848 betheiligte sich
Szabo an dem von Ios. Bajza redi<
girten „XosLntk-IIirlap", d. i. Zeitung
Kossuth'S, kämpfte aber dann in den
Reihen der Rebellen. Nach dem Er>
löschen deS Aufstandes trat er im Jahre
1830 als Secretar in die Dienste deS
als Geschichtsforscher bekannten Grafen
Joseph Teleki und half demselben bei
dem Ordnen und bei Bearbeitung deS
großen GeschichtSwerkeS: „lluQ^aäiak
kora", d. i. DaS Zeitalter der Hunyaden
Nach dem Tode seines GonnerS wendete
er sich dem Lehramte zu und erhielt
4858 eine Professur an der reformirten
Schule zu Groß^KöröS. Auf dem Ge<
biete der Geschichte und der classischen
vornehmlich griechischen Literatur un» gemein thatig, hat er mehrere selbst-
standige Werke verfaßt, sowie zahlreiche
Arbeiten in gelehrten Fachschriften und
Sammelwerken veröffentlicht. I n der
griechischen Literatur zog ihn besonders
Eur ip ides an; die Uebersetzung der
Tragödien: ,Iphigenia in Aulis" und
.Iphigenia in Tauris" erschien in dem
von der Kisfaludy-Gesellschaft heraus«
gegebenen „NeUsn. - Xon^vtHr" . d. i.
Griechische Bibliothek ^1849, Hift V
und VI^. Die vornehmste Richtung seiner
wissenschaftlichen Thätigkeit war aber
die geschichtliche, in dieser gewann er
insbesondere durch sein polemisches Auf»
treten immer größere Bedeutung. Er
ließ sich nie durch das Gewicht eines be«
rühmten Namens imponiren, sondern
legte vielmehr gegen das kritiklose Nach«
beten dessen, waS ein anerkannter Autor
irgendwo geschrieben oder gesagt, stets
Protest ein. In Folge deffen sind seine
geschichtlichen Forschungen meist vole.
mischer Natur und bald gegen Ierney
sBd. X, S. 169^, bald gegen Joseph
Grafen Kemöny ^Bd. XI, S. 130)
oder Andere gerichtet. Die meisten dieser
seiner Polemiken nahm die ungarische
Akademie der Wissenschaften unter ihre
Schriften auf. Selbstständig gab er
herauS: Teleki'S: „S«nz,ll<k'aH Ho7-a
Hla^a?w?-s2äFi?n", d. i. Das Zeitalter
der Hunyaden in Ungarn, vom 6. Bande
ab auS dem Nachlasse des Grafen- —
s^atta", d. i.
Attila. Von Am. Thier ry. Ueberseht
und mit Anmerkungen versehen (Pefth
4835. 3".)'» ^- »^t^s monelaH.
^ätsT-T-z, ^."terH? «lein /n-a^va",
d. i. Attila-Sagen. AuS dem Französischen
deS Amadö Thierry überfetzt (Pefth
1863. tz.PfeUer. 8".)' —
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Band 41
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Susil-Szeder
- Band
- 41
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 340
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon