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130 Aajnocha
?)«>sHa", d. i. Die Woiwodw von San»
domir, ein Drama in Versen, der Ge-
„schichte der Czarin M a ryna Mniszech
entnommen; — „Fon«'a", Tragödie in
fünf Aufzügen. — und ^^an^ . e
ii^'s^^Ma") d. i. Junker und Magd-
lein, in Versen und mit einem Pro«
loge von Cornel U jejski. Anfang,
lich hegte Szajnocha die Absicht, sich
ganz dem Drama zuzuwenden, und ver>
tiefte sich zu diesem Zwecke zunächst in
historische Studien, welche ihn aber auf
daS viel wichtigere Gebiet der historischen
Forschung selbst führten, worin er später
sein Bestes leistete. Im Jahre 1847 trat
er von der Mitärbeiterschaft an der
„O226ta l ^on^a" zurück und über-
nahm die Redaction des „I^Aoäinic
polölvi") d. i. Polnisches Wochenblatt,
welche er aber nur von Nummer 27 bis
44 führte, da um jene Zeit eben durch
Vincenz Po ! die Umgestaltung der von
der Direction des Osso li nSki'schen
Institutes in Lemberg zu besorgenden
Zeitschrift „ OskLopismo did15jot6ki
0sLoUi5Lk1ok" sich vollzog, zu welcher
er als Mitarbeiter beigezogen wurde.
Er wendete sich nun vorzugsweise der
historischen Forschung zu, ohne jedoch
die Dichtung ganz aufzugeben, denn in
diese Zeit fallen noch seine in gebundener
Sprache verfaßten Dramen: „.Tan///'. 20
6«nn'<3 5n. ssassMna", d. i. Johann I I I .
im Dom von St. Stephan (Lemberg
1348, 80.^ und „^67-s^ ^uöamt>sä2'",
d. i. Georg Lubomirski (ebd. 1830).
Dabei arbeitete er fleißig für die ober«
wähnte Osso l in s ki'sche Zeitschrist, und
sind von seinen Artikeln für dieselbe vor-
zugsweise zu nennen: „Allgemeiner Um»
blick auf die Geschichte Polens" (?o^Iaä
na o^öt äz-ieHö-w ^oiski); — „Die
Sitten und Gewohnheiten der ersten
Slaven" (0b?022^6 xierwotQ^oli 3to- — ,Die heutige Literatur in
Polen" (I^itorktura 032.30^2. n I>oi306)
u. a. Sein Versuch, eine feste Stellung,
und zwar eine Professur der Geschichte
an der Hochschule in Krakau zu erlangen,
scheiterte; er so wenig als seine beiden
Mitbewerber Ropelewski und Ku>
lawSki erhielten dieselbe, sie wurde
Anton WalewSki verliehen. Da be«
gründete er im Jahre 1832 in Lemberg
den „vsisniäk Iiterg.oki", d. i. DaS
literarische Tagblatt, mit welchem er ein
höheres geistiges Leben in der Haupt«
stadt schuf. Ec selbst redigirte von 1833
bis 1834 (in letzterem Jahre bis Nr. 43)
dieses Journal, das sich auch im Laufe
der folgenden Jahre trotz Redactions«
wechsel und anderer störender Einsilüsse
zu erhalten verstand. 1833 wurde er
zum CustoS am Ossolinski'schen Na-
tional«Institute ernannt. Die nächste
Arbeit, die er in dieser neuen Stellung
unternahm, bestand darin, daß er einen
Katalog der in der reichen Instituts«
Bibliothek befindlichen Geschichtswerke
anlegte, womit er sich von 1833 bis
1854 vorherrschend in Anspruch genom.
men sah; sodann besorgte er die müh«
selige, doch so wichtige Corrcctur des
berühmten polnischen Lexikons von
Linde Md. XV, S. 1l)8) mit pein-
licher Gewissenhaftigkeit, verschlimmerte,
aber dadurch sein auS der Gefängnißhaft
herrührendes Augenleiden, für welches
er vergeblich Heilung oder doch Linde«
rung in Ostende suchte. Als er nach
einer Rückkehr aus diesem Seebade
erblindete, war dies der nächste Anlaß,
daß er von seiner Anstellung am O sso-
l in Ski'scben Institute zurücktrat. Auch
die 1836 übernommene Redaction der
mit der polnischen Lemberger Zeitung
verbundenen „Rosinkitosai" legte er
l857 nieder und, seinen bleibenden Auf«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Band 41
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Susil-Szeder
- Band
- 41
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 340
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon