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Aajnocha 132
haben; ein Kritiker will in demselben
Taciteische Schönheit erkennen. Was
jedoch die eigentliche Forschung, die unbe
fangene Würdigung deS Materials, das
ihm zu Gebote stand, anbelangt, da ist
denn doch manches vom erclusiv polni
schen Standpunkte aufgefaßt, der natür«
lich der Nation schmeicheln mag, für di
parteilose, wahrheitsgemäße Anschauung
aber nichts weniger denn maßgebend ist
Trotz alledem aber bleibt Szajnocha
ein Schriftsteller, auf den als Dichter.
Historiker und als Menschen die Nation
mit stolzer Anerkennung unter dem Aus
rufe hinweisen kann: „dies Al les ist
er trotz alledem und alledem
und nur durch sich selbst gewor«
den". Wie sehr ihn die Nation ehrte,
bewies sein Leickenzug, dem eine unüber»
sehbare Menschenmenge, in welcher alle
Stande vertreten waren, folgte. Der
Carmeliier Marcin Czerwii iski hielt
in der Bernhardinerkirche, wohin man
den Sarg brachte, eine herrliche Leichen»
rede. Von dort wurde der Leichnam
nach dem Lyczokower Friedhofe abwech»
selnd von der akademischen Jugend, von
den Theologen, den Handwerkern, den
Bürgern, den Professoren, den Schrift»
stellern getragen, ein Jeder wollte
dem gefeierten Todten den letzten Liebes-
dienst erweisen. Am Grabe aber sprach
der greise Aug. Bie lowski , der Freund
und einstige College des Verstorbenen,
ergreifende Worte. Aus Szajnocha's
im Jahre 4838 geschlossener Ehe über-
lebte ihn nebst der Gattin noch ein eilf-
jähriger Sohn. Da der Verblichene
außer seinen Werken kein Vermögen
hinterließ, bildete Professor Malecki
ein Comitä, an dessen Spitze der Landes'
marschall Leon Fürst Sapieha sich
stellte und welches freiwillige Spenden
zur Gründung einer S z a j n o ch o St i f tung entgegennahm. Die Interes.
sen deS Capitals, welches in kurzer Zeit
die Summe von 43.000 st. erreichte,
werden zum Theile als Rente an die
Witwe ausgezahlt, zum Theile als Sti-
pendien für junge, den Studien der Ge>
schichte sich widmende Studenten ver»
wendet.
Osisnnik l i tsraoki, d. i. Literarisches
Tageblatt (Lemberg. gr. 4«.) XVII. Jahrg.
(1868). Nr. 3 u. f.: „Ausführliche Biogra.
phie Szajnocha's". — Vidliotstc«, OsLo-
Nnskiok, d. i. OssolinSki'sche Bibliothe
(Iemberg, 8«.). Neue Folge, 18Ü8, Bd. X,
S. 443. — 8vst02oi- (Prager illustr.
Zeitung) 1863. S. 333: „Xkrel 82^'uookk«.
— Os^tslniä als intoä2iS2?, d. i.
Lesehalle für die Jugend (Lemberger Blatt.
4<>.) 1360, Nr. 22: „Karo! L2HQ00KK". —
v^ i^8tol^ Q2Qc> > Icr^t^o^n^in 2kr?sis, d. i.
Die polnische Literatur im historisch-kritischen
Grundriß (Krakau 1863, Himmelblau, gr. 8«.)
Bd. I. S. 48, 73 und 279; Bd. I I , S. 116.
209, 218, 26l. 28s, 286 und 37l. — 2/s57-tN<7
i"7p^aHz,z5a,5/>, Xurs Utsi-atni^ polskiH äln,
ui^tlcu. 52^61, d. i. Curs der polnischen Lite»
ratur zum Schulgebrauch (Posen 1866, ^u«
i. 8«.) S. 49. 223 und 267. — M'c/l?l<l
i ?olsk I.» d. i. Historische Bilder aus dem
Leben denkwürdiger... Polen und Polinen
(Krakau 1871, ,12".) Bd. I, S. 77 u. f. —
6ti-26ok», d. i. Die Hütte (Wien, 4»)
1868, S. 83: „I>ainiHoi Xarola 8?.a.inoon^«,
d. i. Dem Andenken K. Szajnocha's". Von
I . Zakrz ewski.
Parträtc. 1) Unterschrift: «Xai-ul 82a>
noctii», ä^üpisae i»olLk)'. VIo ^l. ^l. lcrosUI
N. l'.«, d. i. Karl Szajnocha, polnischer
Geschichtschreiber. Nach T- I . gezeichnet von
E. F. Holzschnitt ohne Angabe des Xylo«
grapben, im «8vöto2or", 1868. Nr. 40,
S. 377. — 2) Gin Bildniß Szajnocha's
brachte auch im Jahre 1K69 al6 Prämie
zum Jahrgange l«<,9 daö Lemberger Blatt
„O^tsluia äil^ mloä2io2^". — 3) Franz
Tepa copirte das Oelbildniß Szajn 0
ch
a's,
das er seinerzeit für den Grafen Wtadzimir
DzieduSzycki gemalt, und nach welcher
Copie ein Stich ausgeführt werden sollte.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Band 41
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Susil-Szeder
- Band
- 41
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 340
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon