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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41
Seite - 138 -
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Seite - 138 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41

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Aüllly) LadislauZ 138 Ladislaus durch Jahre führte, spricht auch deutlich diese Freundschaft, ja noch mehr, es geht aus demselben hervor, daß Lehrer und Schüler sich gegenseitig schätzten und verehrten. Bald lenkten die verschiedenen Arbeiten, welche er in wissenschaftlichen Fachblattern mittheilte, die Aufmerksam« keit der Gelehrten auf den jungen Streber, so daß er sckon im Alter von 23 Jahren zum correspondirenden Mit« gliede der ungarischen Akademie der Wissenschaften ernannt wurde. DieS wollte freilich zu jener Zeit nicht eben viel bedeuten, denn um die akademische Halle, da sie nun einmal da war, zu bevölkern, ging man bei der Wahl der Mitglieder nicht zu streng vor und Mancher sah sich in den Schooß der Aka> demie aufgenommen, der sich in ein» samen Stunden dcr Selbstprüfung die Frage vorgelegt haben mag: „Wie kommt Sau l unter die Propheten?" Dies aber war bei Szalay nicht der Fall. Schon damals stand er auf der Höhe jener Akademiker, wie sie der« gleichen wissenschaftliche Corporationm nicht zu häusig aufzuweisen haben. Zwei Jahre danach wurde er ordentliches Mitglied der rechtSwissenschaftlichen Ab» theilung und nahm alH solches seinen Sitz mit dem Vortrage über Franz Adam Kol lä r Md. XI I , S. 324) ein, den er als Rechtsgelehrten und Publiciften dar« stellte, wobei er durch feine freimüthige, unumwundene Sprache allgemeines Auf. sehen, ja als er an einer Stelle für voll' ständige Trennung von Staat und Kirche — im Vormärz! — sich auSsprach, in manchen Kreisen geradezu eine gewisse Bestürzung erregte. Im Jahre 4840 unternahm er eine zweite Reise nach Deutschland, und eine Frucht derselben war sein 1841 erschienenes Werk „Ueber daS Strafverfahren mit besonderer Rück« ficht auf Geschwornengerichte". Dasselbe ist auf das reichste und zweckentsvre- chendste mit den Erfahrungen aus dem Rechtsleben aller Culturstaaten aus- gestattet, und die Landtagscommission, welche mit der Ausarbeitung eines Straf, codex für Ungarn betraut war, glaubte, zumal auch Deäk mit anderen edel» gesinnten und gediegenen Patrioten diese Ansicht theilte, den erst2?iährigen Mann in ihrer Mitte nicht entbehren zu können. Und da ereignete sich denn, was weder vor noch nach geschehen i Obgleich Sz. nicht Mitglied des Reichstages war, wurde er doch in die Commission des- selben, und zwar in der Eigenschaft eines Schriftführers aufgenommen. Und wenn nun die in jenen Tagen aus dem Schooße der strafrechtlichen Commission hervorgegangenen und dem 1843er Land- tage vorgelegten Gesetze noch immer zu den besten gehören, welche die europaische Gesetzgebung auf diesem Gebiete auf- zuweisen hat, dann fällt ein großer Theil der Anerkennung, welche man mit Recht diesem Werke zollt. Sza lay zu, der in der bescheidenen Rolle eines „Schriftführers" der eigentliche Gesetz» geber seiner Nation geworden. Durch diese Arbeit trat er dem unvergeßlichen Deak näher, mit dem ihn bald innige Freundschaftsbande verknüpften. I n Folge dieser Theilnabme an den Arbeiten der Strafgeseycommission wurde er aber zur eigmtlichen politischen Thätigkeit, der er bis dahin fern gestanden, hinüber geleitet, und seine legislative Thätigkeit entfaltete sich nun zur staatSmannischen, auf welcher er jedoch nicht jene Lorbeern pflücken sollte, die ihm auf ersterer nicht vorenthalten werden können. I n den Wahlen zum Reichstage 1843/44 wählte ihn die Stadt Karpfen (Korpona) im Sohler Comitate, eine der ältesten, aber
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Susil-Szeder, Band 41
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Susil-Szeder
Band
41
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1880
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
340
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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