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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41
Seite - 140 -
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Ladislaus 140 . Ladislaus auf sein Verhalten selbst dann noch, als er mit der Revolution ging. Der Ge« danke an ein engeS Bündn iß mit Deutschland, das die ungarische Re- gierung als Damm gegen das bereits damals sich drohend erhebende Gespenst deS Panslavismus zu errichten gedachte, führte den Gelehrten zu der wichtigsten, wenngleich ebenso verfehlten Misston seines LebenS, wie es alle Missionen waren, welche die Revolution zu den anderen Völkern des Continentes, bei ihnen Unterstützung suchend, auSgesandt hatte. Mit- DionyS Pazmandy dem Jüngeren sBd. XXI, S. 404^ ging er als Abgesandter Ungarns nach Frankfurt a. M.. wo der deutsche Reichsverweser Hof hielt. Am 26. August wurde er — Pazmandy war bereits abgereist — vom Reichsverweser empfangen, und am 2. September stand im „ToLLutd. l l ir- ia.U'2" gleich unter dem Kopf deS Blattes mit durchschossenen Lettern: „Frankfurt a. M.. 26. August: Heute hat der Reichs- verwese^ 3a d islauS Szal ay als un« garischen Gesandten — ^rQdaZLkäeur äs lg. Honoris — officiell bei sich empfan« gen. Hiermit ist der erste Schritt ge- schehen. daß Ungarn den seiner würdigen Platz in der Reihe der selbständigen freien europäischen Nationen einnehme. Die Anerkennung von Seite der übrigen Großmachte ist binnen Kurzem zu er» warten. Von Seite des deutschen Reiches wird ein Gesandter für Budapesth dieser Tage von der Reichsregierung ernannt werden". So standen die Dinge — nämlich in der Zeitung, in magya- rischer Sprache schwarz auf weiß. I n der Wirklichkeit aber standen sie anders. So weit war man damals wie eben auch heute noch nicht. Szalay war, wie er berichtete, schon von dem Präsidenten der Nationalversammlung Heinrich von Gagern „herzlich und würdig zugleich" und' spater vom Erzherzog ReichSver» weser „mit Wohlwollen" empfangen worden. Daß dieser Empfang aber durch. auS keinen officiellen Charakter besaß, erhellte bald: denn das ^Wohlwollen« hatte keine praktischen Folgen. Sza lay schrieb zwar eine „offici-elle" Note um die andere, um die „Vorurtheile" des deutschen Reichsministeriums zu wider« legen, er sprach es zu wiederholten Malen aus, daß Ungarn im deutschen Elemente ein Element der Civilisation sehe und eS als solches stets freudig be« grüßen werde; er drängte immer aufs neue, einen Gesandten der deutschen Cen. tralgewalt für Ungarn zu ernennen: weil Deutschlands allseitiges Interesse ein starkes und blühendes Ungarn for« dere — hier verschrieb sich Szalay offenbar und sehte statt Oesterreich, wie es einzig richtig gelautet hätte, Ungarn. Der Antrag auf Entsendung eines deutschen Abgesandten nach Ungarn war in der Paulskirche auch wirklich gestellt worden; aber Szalay erhielt statt der Mittheilung der Gesandten-Ernennung den officiellen. auf seinen Protest von dem Reichsminister von Schmerl ing bestätigten Bescheid, daß seine (S z a> l a y's) Vollmacht als erloschen be« trachtet werde, weil die österreichische Regierung die Sendung eines Bevoll' machiigten Ungarns an die deutsche Centralgewalt „mißbillige, ja für null und nichtig erkläre". Die Gesandtenrolle Szalay'S — obgleich er Verwahrung gegen jede Schmalerung, jede Verküm» merung des ungarischen Grundgesetzes vom 11. April 1848 einlegte, war aus« gespielt, und als er Frankfurt verließ, that er es mit der dunklen Vorahnung, daß Ungarn erliegen werde. Kein staats» männisches Resultat, wohl aber ein
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Susil-Szeder, Band 41
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Susil-Szeder
Band
41
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1880
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
340
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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