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kmt6, Simon 463 Simon
Charakters, alS: „Ueber Farbenbezeich«
nung" u. s. w.; ferner culturhistorische
Feuilletons, welche in groĂźen Wiener
Journalen unter verschiedenen Chiffren
und Pseudonymen herauskamen. Hievon
nennen wir die unter dem Pseudonym
Dr. Unbefangen für die „Tages»
Presse" und deren Beilage, die ,Illu>
strirte Frauenzeitung", 1869 geschriebe-
nen: „Sophie, eine Geistergeschichte", ein
Versuch, die Geschichte der griechischen
Philosophie fĂĽr gebildete Damen dar-
zustellen, und „Illustrirte Erziehungs«
kĂĽnde fĂĽr Frauen"; dann zahlreich in
der „Neuen Freien Presse" (1870—1872)
unter der Chiffre s ^ erschienene Feuil<
letons, welche nicht selten über den Cha«
rakter gefälliger Zeitungscauserie hinaus»
reichen; ferner seine unter derselben
Chiffre für die „Presse« (1872—1873)
gelieferten Feuilletons, besonders jenes:
„Wie Götter sterben", eine prähistorische,
von neueren Culturhistorikern wiederholt
beachtete Studie; endlich die fĂĽr das
„Neue Wiener Tagblatt" unter dem
Namen S. P f l ü g e r — deutsche
Uebersetzung des magyarischen Wortes
Szä. i! t 6 — geschriebenen Feuilletons.
Auch ist er Verfasser mehrerer anonym
erschienenen Flugschriften, welche zumeist
Tcigesfragen behandelten, deren Titel
aufzufinden unS leider nicht gelang.
AlS Feuilletonist hat Szä.nt6 die Po-
pularisirung wissenschaftlicher, meist psy-
chologischer und culturpolitischer Unter»
suchungen mit vielem GlĂĽcke versucht,
und fanden seine mitunter schneidigen
Artikel, deren wir unten noch eine Reihe
aufzählen werden, gerechte Würdigung.
Auf pädagogischem Gebiete will uns der
viel zu wenig beachtete Szä.nt6 als
eine Autorität erscheinen. Seinem Styl
wird von Guhkow in dessen „Unter»
Haltungen am häuslichen Held" Energie des Ausdruckes, Präcision, Durchsichtig-
keit und Lebendigkeit nachgerĂĽhmt.
Neben seinem schriftstellerischen Berufe
war Sz^ntö noch anderweitig wissen«
schaftlich beschäftigt. Als nämlich im
I . 1863 in Wien ein Privatvcrein eine
Art theologischer Lehranstalt unter dem
Namen „Bethhamidrafch" begründete,
ĂĽbernahm Szant6 die Lehrkanzel fĂĽr
Bibelkunde und classisch. althebräische
Literatur. 1864 wurde er Gerichts»
dolmetsch für hebräische Sprache bei dem
Wiener Landesgerichte und 1870 vom
israelitischen Cultusvorstande zum Reli«
gionsschulinspector ernannt und als
solcher vom k< k. LandeSschulrctthe be»
statigt. I n den israelitischen Synoden
zu Augsburg und Leipzig (1867 und
1870) erfolgte feine Wahl zum Obmann
der Unterrichtssection, ĂĽberdies haben
ihn verschiedene humanitäre und pada»
gogische in» und ausländische Vereine
zum Ehrenmitglied ernannt. Von S's.
mit seinem Namen bezeichneten Arbeiten
kennen wic: „Amet Vrieie an den heiligen
Geist im (5llnnl" (Wien 1870, Herzfeld
und Bauer, 8".) und in der neuen Folge
des von Wert heimer herausgegebe-
nen „Jahrbuches für Israeliten" (Wien,
8".): im I I . Jahrg. (1853/56): , Schul-
lehrers Paradoxa" sS. 9F'u. f.) ; —
im IV."Iahrg. (1837/38): „Musterun-
gen zur Charakteristik der Erzieherwelt"
j^S. 38 u. f.^, — im VII . Jahrgange
(1860/61): „Fahrende Juden. Zur Ge-
schichte der Gesetzkunde" ^S. 29—64);
— im VII I . Jahrgange (1861/62):
„Enthüllungen und Streiflichter" ^Seite
63__86^. — im IX. Jahrg. (1862/63)
„Staat und Synagoge in Oesterreich"
^B. 193 u. f.); — im X. Jahrgange
( l863M): „Studien in der Polter»
kammer" j^S. 73 u. f.) und in der
zweiten Folge im I. Jahrg. (1863/66)
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Band 41
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Susil-Szeder
- Band
- 41
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 340
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon