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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41
Seite - 166 -
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Seite - 166 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41

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Julius ^ Julius nistermm des Innern und Staatssecretar im Ministerium der Communicationen. Seine Berufung auf den letzteren Posten im August 4870 erregte im Lande einiges Befremden. „Der Graf", hieß es. „nun Nachfolger H o llan'S. war früher könig licher Eommifsär in einem renitenten Comitat, dann Minifterialrath im Mi niftenurn des Innern und auch Vertreter der Regierung, als das Oberhaus in einer denkwürdigen Sitzung über den Muni eipalgesetz - Entwurf hinweggaloppirte, aber daß er von der Technik, daß er vom Communicationswesen etwas verstehe, hat er noch niemals bewiesen. Daß Mi nister keine Fachmänner sind, dies kommt in constitutionellm Staaten vor, aber daß auch die eigentlichen Leiter des Ressorts, die Unterstaatssecretäre, vom Gegenstande nichts verstehen, ist schon seltener und dürfte in keinem Lande so häufig vorkommen, wie in Ungarn. Es scheint, daß man hier die beste Meinung von den Fähigkeiten der Menschen hat; die Regierung halt jedes ihrer Mitglieder für ein Universalgenie; warum soll der tadellose Cavalier, der feine Weltmann, der königliche Commiffär und noncha lante hohe Beamte im Ministerium des Innern, Gra fSzapäry , nicht einmal zur Abwechslung Staatssecretär des Communications«Ministeriums werden können?" So sprach die öffentliche Mei. nung, als Graf Szapäry seinen neuen Posten antrat, und sie verzeichnete mit wahren Worten den Eindruck, den die damaligen Verhältnisse des politischen Lebens auf jeden Unbefangenen machten. Thatsächlich blieb der Graf nur kurze Zeit in diesem Amte, denn schon im Mai 1874 legte er dasselbe nieder. Am 3. März 1873 trat er in das Cabinet als Minister des Innern, als solcher der vierte seit 1867, dem Jahre des beginnenden Ausgleiches; Bäla Baron Wenckheim, Paul R a i n e r und Wilhelm T6th waren seine Vorgänger. I n dieser Stelle kam ihm seine admini- strative Kenntniß, da er schon im Mini- sterium des Innern gedient hatte, trefflich zu Statten. Er waltete seines Amtes mit viel Umsicht und Energie. Sein Haupt- augenmerk war auf die Trennung der Administration von der Politik gerichtet, weil er darin den richtigen Weg erkannte, manchen Uebelständen des alten Sy- stemes abzuhelfen, die bedenklichsten des- selben ganz zu beseitigen. Als im De« cember 1878 die Reconstruction des Ca- binets Tisza stattfand, übernahm er in demselben die Stelle des Finanzmini, sters. Damals schrieb der gut unter, richtete Berichterstatter V der „Allge- meinen Zeitung": „Finanzminister wird Graf Ju l i us Szapäry; er war be- reits einmal Minister des Innern und versah diesen Posten, da er genügende Kenntnisse in der Administration und auch viel Thatkraft besitzt, recht gut. Die öffentliche Meinung hätte eS gut auf- genommen, wenn er wieder das Porte- feuille des Innern erhalten haben würde, oder allenfalls jenes deS Handels, wie er es selbst gewünscht, da er auch schon untcr Andrässy im Handelsministe- rium gewesen. Wider Willen mußte er jedoch, wie es scheint, daS Finanzmini» sterium übernehmen, obwohl er nicht einmal jene Kenntnisse deS ungarischen Finanzwesens besitzt, welche sein Vor» ganger Sz6 l l , als derselbe das Finanz- Ministerium übernommen, besessen hat. Graf Szapä.ry ist übrigens eine gern gesehene sympathische Persönlichkeit, gegen die eben nur das einzuwenden ist: daß sie für den Posten, den sie einzu» nehmen berufen wird, wenig theoretische Kenntnisse und keine Erfahrung mit-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Susil-Szeder, Band 41
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Susil-Szeder
Band
41
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1880
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
340
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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