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) Franz 170 , Johann Georg
hatte der Graf diesen Menschen in tamerad
schaftlicher Weise wegen solch pflichtwidrigen
Verhaltens ermahnt. Da aber alle Vor«
stellungen nichts fruchteten, ertheilte er ihm
endlich vor der Front in ernstester Weise
eine RĂĽge. erstattete auch Bericht an den in
Pesth weilenden Reaiments'Commandanten.
bat aber in der Meldung noch um RĂĽcksicht
fĂĽr T6th. da dieser von der Pike aus
gedient habe und durch seine Entlassung
brodloswĂĽrde. Nichtsdestoweniger lieĂź T6th
seiner brutalen Rachgier die ZĂĽgel schieĂźen,
brach deß Nachrö in das Zimmer des Grafen,
seines vorgesetzten Rittmeisters, ein und er»
schoß den wehrlos im Bette Liegenden meuch»
lings. Graf Em er ich hatte sich am 29. April
1873 mit Baronin pelronella Audics verheira
tet. aber schon nach zweijähriger Ehe seine
Gattin durch den Tod verloren. — 4. Franz
(geb. 13. Jänner 1804). ein Sohn des Grafen
Joseph und Johannas geborenen Gräfin
Gatter bĂĽrg. Er widmete sich mit beson-
derem Eifer der Bewirthschaftung seiner
GĂĽter und zeigte sich nach dieser Richtung
als ein aufmerksamer Beobachter aller in
das Gebiet der Oekonomie einschlägigen
Erscheinungen, w?nn diese auch nicht immer
unmittelbar damit in Verbindung stehen.
Beweis dessen seine „Flugschrift eines Oeko«
nomen über einige höchst bedeutende Ursachen
der seit mehreren Jahren unter unseren
Augen so sichtbar zunehmenden Krankheiten,
vorzĂĽglich der Fieber und der Cholera, sammt
Angebung der gewiß wohlthätig dagegen
Wirkenden Mittel" (Pesth 1831, Heckenast.
8«.). In der Folge (seit 1833) aber warf er
stch mit Leidenschaft auf den Magnetismus,
hielt darüber Vorträge, wie aus nachstehen»
der Schrift hervorgeht: „Die magnetische
Lehre der neuen Schule, in Fragen und
Antworten, nach den Vorlesungen de6
Grafen Franz Szapary. Von einem
seiner Hörer" (Regensburg 1843. Man;. 8o.),
gab aber auch selbst Schriften darĂĽber in
deutscher und französischer Sprache heraus,
und zwar: „Katechismus des Vital»Magne»
tiömus zur leichteren Direction des Laien-
Magnetismus. Zusammengetragen während
seiner zehnjährigen magnetischen Laufbahn
nebst Aussagen uon Somnambulen und vieler
Autoren" (Leipzig 1845, O. Wigand. gr. 8".);
— „Magnetismus uon anno 1830. I. Grund»
ton (Zur Harmonie der Wissenschaften).
I I . Aries" (Gratz 1850, Dirnböck. Ler.<so.);
— „Handbuch der Magnetotherapie" (Berlin 1833, Schneider und Comp., 8v.), aus dem
Französischen von Wallenstedt; — ^I'adis
movwF. Somnambulisch.magnetische Traum»
deutung. Beurtheilung" (Paris 1854 sMp,
zig, Rittler), Ler. 8".); — «Das Tischrücken.
Geistige Agaven" (Paris 1834 sBerlin,
Schneider und Comp.^, Ler.»8). Graf Franz
hat sich am 3. März !825 mit Rosa gebore,
nen Gräfin Almasu. vermalt, welche ihm
außer der Tochter Fanny (geb. 9. Decem»
ber 1825). seit 27. Jänner 1845 vermalten
Ladis laus Freiherr von Wenckheim,
noch zwei Söhne: Stephan (geb. 27. Mai
1829) und LadislauS (geb. 22. November
183l) gebar, die beide vermält sind und
Nachkommenschaft haben, wie aus der Stamm»
tafel ersichtlich. — Das reizende Bildniß
seiner Gemalin Rosa geborenen Gräfin
Almäsy erschien nach einer Zeichnung uon
Barabäsin trefflichem Stich von C. MahI .
knecht, wenn ich nicht irre, in Graf Maj»
llity's Taschenbuch „Iris" zu Anfang der
Vierziger.'Iahre. Das von A. Duncan
gestochene, blos mit „Graf Szapäry" bezeich»
nete BildniĂź dĂĽrfte jenes ihres Gatten Franz
sein. Ein anderes mit des Grafen Franz
Facsimile (lith.. 8°.) befindet sich als Titel,
bild bei dessen Schrift „Tischrücken u. s. w."
»- 5. Johann Georg Graf S. Einen
Szapäry dieses Namens führt C. W.
Oett inger in seinem «Boniteur 6cl> Oatss
2?iim« iivraigon" (kla.i-5 1868) Seite l02
an, ohne dessen Eltern und Geburtsjahr
anzugeben, und fügt hinzu: „t. k. geheimer
Rath und Obersthofmeister des Erzherzog
Palatin von Ungarn, vermalt 3. October
i?92 mit Prinzessin Willjelmine von Claru-
Alöringeil. gest. im Jahre l80ä". Thatsächlich
war dieselbe, eine Tochter des FĂĽrsten Phi.
l ipp von C lary «Aldrinqen (geb. t?4l,
s,est. 1793) und Barbaras geborenen Gräfin
Schaffgotsche (geb. 1750. gest), seit
3. October I7i)2 mit Johann Geora
Grafen Szapury vermält. Dieser Johann
Georg S. ist aber kein Anderer als Graf
Johann , Peter (III .) Szapäry'S
Sohn, der wirklich Obersthofmeister des Erz«
herzog »Palatin Alex. Leopold war, und
nicht wie Oett inger angibt, l805, sondern
am 2. März 18l3 im Alter von 38 Jahren
starb, wenn nicht etwa das Todesjahr <803 auf
seine Frau Wi lhe lm ine sich bezieht, was
bei der nicht ganz klaren Stylisirung immerhin
möglich ist. Graf Johann oder Johann
Georg war zweimal vermält. Nagy in
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Band 41
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Susil-Szeder
- Band
- 41
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 340
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon