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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41
Seite - 172 -
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Seite - 172 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41

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äry) Peter (I.) 172 Peter (IV.) Szapäry's zuaestehen, welche denn endlich auch erfolgte, und mit unbeschreiblichem Jubel empfing man den Dulder im kaiserlichen Lager. Indessen wurde der Feldzug fortge. seht. und seit der Herzog von Lothringen die kaiserliche Armee befehligte, wich das Kriegs glück von den Oslnanen. Sie verloren daS bis dahin behauptete Ofen, und bei dieser Gelegenheit gerieth auch eine große Menge Türken, darunter der einstige Peiniger Sza päry's. Hamsa Beg. in Gefangenschaft. Als die Kunde davon dem Herzog von Lothringen zu Ohren kam, beschied er unseren Helden vor sich und sprach: „Ich übergebe Euch, Szapäry, den elenden ChriNenfeind, er hat sein Leben verwirkt, thut mit ihm, wie er es verdient". Nnd der indessen auf des Herzogs Befehl vorgeführte Hamsa Beg ging in Szapäry 's Besitz über. Dieser sprach nun zum Gefangenen: „Du hast mich und alle Christen mit Unmensch licher Grausamkeit behandelt; mir steht nun das Recht zu. an Dir Vergeltung zu üben,- ich übe sie nach dem Beispiele des göttlichen Stifters unserer Religion, der uns gebietet, auch unsere Feinde zu lieben. Hamsa Beg, ich verzeihe Dir die Grausamkeit, die Du an mir verübt — und ich gebe Dich frei!". — „Dein Gott ist gröber als der meine", erwiderte Hamsa Beg, „ich er« wartete nach meiner Lehre Vergeltung und um dem verdienten Schimpfe zu entgehen, habeich Gift genommen". Da ließ Sza» päry Aerzte rufen, um den Vergifteten zu retten. Aber eS war zu spät, das Leben des- selben konnte nur auf etliche Wochen ge» fristet werden. In der Zwischenzeit nahm Hamsa Beg den Christenglauben an. Vr starb in den Armen Szapäry's. Dieser geschichtlich beglaubigte Vorgang wurde wie- derholt poetisch behandelt, und zwar uon einem Ungenannten in einer Ballade, be- titelt: „Heldenrache", welche die „Oester. reichische Adelshalle" (Wien 1842. Franz Wimmer. 120.) Seite 213 mittheilt, und in der poetischen Erzählung „Peter Szapary" von C a st e l l i , die in Ho rmay r's „Archiv" (Wien, 4".) 1818 Nr. 154, abge» druckt steht. Peter Sza päry, der auch in der Folge noch durch Waffenthaten gegen die Tataren glänzte, wurde vom Kaiser zum Comes der Wi?selburger Gespanschaft und zuletzt zum Mäsx eu.riao ernannt, im Jahre 1690 aber zum Reichsbaron erhoben. AuS seiner Ehe mit Sophie Egresdu datte er zwei! Söhne und eine Tochter Christ ine, welche sich mit Georg Kapy vermalte. Von den Söhnen N-icolaus und Peter (I I .) , die beide im Jahre 1722 in den Grafen» stand erhoben wurden, vermalte sich der Erstere mit Sara Nagy, und mit seinem Sohne Stephan erlosch 1742 diese Linie. Dagegen blüht Peters (II.) und seiner Gemalin Tberese Balassa Nachkommen» schaft in zwei Aesten und mehreren Zweigen noch zur Stunde fort. Schließlich sei bemerkt, daß auch der berühmte schwedische Dichter Andersen in einer Episode seines Mär» chens „Das Iudenmädchen" den oben geschil« derten Vorfall Peter Szapäry's erzählt. — 1l. Peter (II.). ein Sohn P et er s (I.) ^s. d. S. 172, Nr. 10) und Soph ie Egresdy's. wurde 1722 in den Grafen, stand erhoben. 1744 zeichnete er sich alS Oberst des 8. Huszaren-Regiments bei dem Rückzüge der Franzosen über den Rhein aus, indem er an der Svitze seiner Leute eine herzhafte Attake auf die feindliche Reiterei unternahm, so daß sich diese nach großem Verluste über die Schiffdrücke bei Nordheim zu retiriren gezwungen sah. Im Fclozuge deS Jahres 1746 kämpfte er mit seinem Negi» mente in ruhmvollster Weise in der Schlacht bei Piacenza (.16. Juni), in welcher er auch verwundet wurde. 175lt ward er zum Ge» neral'Major befördert. Durch seine beiden Söhne Peter (III.) und Johannn ist er der Stammvater aller heute blühenden Linien des Hauses S z a p n r y. (T h ü r» h e i m (Andreas Graf). Die Reiter.Regi. menter der k. k. österreichischen Armee (Wien 1862. Geitler. 8°.) Bd. I I : „Huszaren". S. 192 und 221.) — 12. Peter (IV.). ein Sohn Peters (III.) — ob auS dessen erster Ehe mit Ju l ie Gräfin Ha l le r oder der zweiten mit Isadel la GräsinB at th yän y, kann nicht angegeben werden — hat sich als Förderer des ungarischen National«Museums verdient gemacht, da er im Jahre 1809 der naturhistorischen Abtheilung desselben seine reichhaltige Mineraliensammlung schenkte. Es liegt die Vermuthung nahe. daß sich der frühere Besitzer derselben mit Mineralogie wissenschaftlich beschäftigt habe. Der Graf starb unvermält. Sein ältererBluderIoh a n n war wohl zweimal verheiratet, jedoch kinderlos geblieben. Sein jüngerer Bruder Vincenz, gleichfalls zweimal verheiratet, hatte auS seiner ersten (2l. April 1793 geschlossenen) <3he mit Clementine Gräsin Gaisruck
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Susil-Szeder, Band 41
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Susil-Szeder
Band
41
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1880
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
340
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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