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sophischen Studien oblag. Darauf ging
er nach Wien, wo er im Jahre 1848 als
Zögling des k. k. Stadtconvictes Theo-
logie hörte, deren Studium er in den
folgenden drei Jahren an der Lemberger
Hochschule fortsetzte, und zwar als Zog«
ling des dortigen grieckisch«katholischen
General» Seminars. DaS Schuljahr
1831/32 verlebte er auf dem Lande bei
feinen Eltern in Kozara, wo er sich auf
die Lectüre der S ch l o sse r'schen Meltge«
schichte" und .Geschichtedes Alterthums"
warf. 1.833 kehrte er zu den Studien
zurück, diesmal gleichsam von Neuem
beginnend, indem er 1833—1833 aber«
malS den dreijährigen Curs an der neu
systemisirten und erweiterten philosophi.
schen Facultät der Lemberger Universität
durchmachte. Mit besonderem Eifer be>
suchte er die Vortrage drs Professors der
Geschichte Dr. Wacholh und des Pro-
sessors der Philologie vr. W. Kergel.
aber auch deutsche und ruthenische
Sprache und Literatur, letztere unter
Professor I . Gtowacki , betrieb er un
ablassig. Zu gleicher Zeit arbeitete er an
dem damals neu ins Leben gerufenen
historisch-philologischen Seminar in Lern»
berg. in welches er schon im Sommer«
semester 1833 als das erste wirkliche Mit-
glied eintrat. Mit dem Schlüsse des
Studienjahres 1833 unterzog er sich den
Staatsprüfungen aus der Geographie
und Geschichte für das ganze Gymnasium
in deutscher und ruthenisä'er Sprache,
für das Lehramt der genannten zwei
Sprachen an Untergymnasien und be<
stand in ausgezeichneter Weise. Im
October 1833 kam er als Lehrsupplent
an das Gymnasium in Przemysl und
von da mit Beginn des Schuljahres
1836 in gleicher Eigenschaft für die
Fächer der Geschichte und Geographie
an das k. k. akademische Gymnasium in Lemberg. wo er noch im December d. I .
zum wirklichen Gymnasiallehrer in pro»
vlsorischer Verwendung an genannter
Lehranstalt ernannt wurde. Seine desini»
tive Anstellung an derselben erfolgte Ende
Jänner 1838. Auf diesem Posten ver-
blieb er bis Ende October 1871, über-
wiegend Geographie am Untergymnu-
suim und Geschichte am Odergymnasium
vortragend. Indeß hielt er von Zeit zu
Zeit auch Vorträge über deutsche und
ruthenische Sprache am Untergymnasium,
ferner über Logik und Psychologie, sowie
über deutsche Sprache und Literatur in
den zwei obersten Classen des Lemberger
akademischen Obeigymnasiums. Nebstbei
leitete er in den Jahren 1861—187! den
Unterricht der Geographie an dem erwei»
tertenPräparanden'Curse für Volksschul»
lehrer. wofür ihm zu wiederholten Malen
die Anerkennung der Regierung zutheil
wurde. Ungeachtet einer so vielseitigen
Verwendung hatte er noch Zeit gefunden,
die strengen Prüfungen zur Erlangung
der philosophischen Doktorwürde am
24. Juli 1864 zu bestehen. I m August
1871 erhielt er daS HabilitationSdecret
als Docent der Geschichte der Territorien
der ehemaligen Fürstenthümer Halicz
und Wlooimer an der Lemberger Uni»
versität, und als kurz darauf die Natio-
nalisirung derselben, den Decentralisa»
tionsbestrebungen unserer Aera analog,
ins Leben trat, wurde er mit noch einigen
anderen Gelehrten, und zwar: Dr. 3i.s k e,
Zmurko und vr. I a n o t a , für die
erledigten Universitatsprofessuren geeig»
net befunden und dann mit Ministerial«
erlaß vom 29. October 1871 an Stelle
des nach Gratz berufenen Professors
Dr. Rösler, mit der Supplirung
der Lehrkanzel für österreichische Ge>
schichte betraut. Unter Einem übernahm
er auch, von den Vortragen am Gymna»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Band 41
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Susil-Szeder
- Band
- 41
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 340
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon