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bei Vilägos endete diese diplomatische
Farce, und Szarvady's Diplomaten«
Maskerade war ausgespielt. Fortan
beschränkte er sich auf Fabrication revo-
lutionärer Zeitungsartikel und Flug»
schriften. „Ant, Veutschlantl!" (Hamburg
1830, Hoffmann und Campe, 8".) hieß
der letzteren eine, von welcher der ano-
nyme Verfasser des Pamphlets „Ungarns
politische Charaktere" schreibt: „Wie
nichts in Deutschland etwas gefruchtet
hat, so erlebte dieses Buchs!) >^32 S.)
ein gleiches Schicksal. Es ging mit der
Sonne des ungarischen Ostens unter".
Zunächst ließ Szarvady folgen: „Paris.
Politische nntl unplllitiöche Stnöien und Bilder",
1848—1850, I. Band (Berlin 1832,
Besser, 8".). Die Theilnahme dafür war
so gering, daß der zweite Band nie
erschien. Seitdem lebte der Demagog in
Paris, als Mitglied der ungarischen
Emigration mit deren Agitatoren immer
in engster Verbindung, correspondirte
für auswärtige Blätter, vornehmlich,
wie eS heißt, für die „Kölnische Zeitung",
und wohl auch für andere Journale,
denn Kertbeny nennt ihn in feiner
Schrift „Die Ungarn im Auslande"
(Brüssel 1864) kurzweg „Corresponden-
zenfabrikant und Speculant". Mit
Teleki aber blieb Szarvady bis zu
dessen durch Selbstmord erfolgtem Tode
in Verkehr. Noch erschien von ihm die
Schrift „Ner snezcanai", mit zwei litho-
graphirten Karten in Folio (Leipzig
1839, Brockhaus, gr. 8<>.), von welcher
die polnische National-Encyklopädie
sagt, daß sie nur eine mit Bemerkungen
erläuterte Uebersetzung einer Schrift des
Grafen Szöchenyi sei. (?) Im 1.1833
vermalte er sich mit der bekannten Piani-
stin Wi lhelmine Clauß M . I I ,
S. 383^, einer geborenen Pragerin und
der einstigenIiebe Moriz H a r tm ann's, mit welcher er sich in PariS häuslich
niedergelassen hat. Seit Jahren ist von
ihm nichts mehr zu hören. Dagegen
meldeten von seiner Frau noch 4877 die
Journale, daß sie im Frühlinge jeneS
Jahres im Salon Pleyel in Paris
einen Cyclus von Concerten eröffnet
habe, und die musicalische Presse der
Seinesiadt bezeichnete dieselben als daS
Ereigniß der Saison.
Tagespost (Grazer politisches Blatt) 1862.
Nr. 129, Morgenblatt: „Magyarische Schliche
in Frankreich". — Meyer (I.), Das große
Conversations « Ierikon für die gebildeten
Stände (Hildburghausen. Bibliogr. Institut,
gr,. 8".). Zweite Abtheilung Bd. X, S. 1237.
— Levitschnigg (Heinrich Ritter von),
Koffuth und seine Bannerschaft. Silhouetten
aus dem Nachmärz in Ungarn (Pesth 1850,
Heckenast. 8".) Band I I , Seite 279. —
Kertbeny (K. M.), Die Ungarn im Aus-
lande. I. Namensliste ungarischer Emigration
seit 1849. 2000 Nummern mit biographischem
Signalement (Brüssel und Leipzig l864,
Kießling und Comp., kl. 8") Seite 62,
Nr. 5626 l^ nach diesem wäre Szarvady
auch Secretär des Fürsten (Georg) Lubo«
mirski gewesen). — Ungarns p o l i>
tische Charaktere. Gezeichnet von
F. R. (Mainz 183!. I . G. Wirth Sohn,
80.) S. 119. — Vehse (Eduard Dr.),
Geschichte deS österreichischen Hofs und Adels
und der österreichischen Diplomatie (Harn»
bürg, Hoffmann und Campe, 5°.) Bd. XI,
S. l94.
Nachträgliche Quellen zur Biographie
der Frau Wilhelmine Clauß-Szarvady.
Humorist. Von M. G. Saphir (Wien)
1855, Nr. 21: „Wilhelmine Clauß". —
Kölnische Zeitung 186!, Nr. 351 im
Feuilleton. — Neue Freie Presse 1855,
Nr. 249 im Feuilleton von Sigmuno K o»
lisch. — Neues U.niversal«Lerikon
der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius
Schladeba,ch, fortgesetzt von Eduard
Berns dorf (Dresden, Robert Schäfer,
gr. 8«.) Band I , S. 57l snach diesem
geboren 13. December 1334. Verfasser dieses
sah die Künstlerin im Jahre 1855 wiederholt
in Concerten und im Theater, und es schien
ihm, als habe sie die Mitte der Zwanziger
entschieden überschritten j .
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Band 41
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Susil-Szeder
- Band
- 41
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 340
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon