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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41
Seite - 188 -
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) Karl (Sohn) 188 ) Karl (Sohn) Enyed ein; sowohl zu Hause als an jener Anstalt genoß er hauptsachlich den sorgfältigen Unterricht seines als Lehrer an derselben wirkenden Vaters, der eS sich nicht nehmen ließ. den Sohn auch gleichzeitig mit der deutschen Sprache vertraut zu machen. Mit dem fünf. zehnten Jahre das Gymnasium been» dend, trat er in den philosophischen Leh rcurs über, wo den begabten Jüngling, der sich auch schon mit allerlei poetischen Versuchen besaßt hatte, insbesondere die reine Mathematik anzog; die meiste Zeit jedoch verwendete er auf liierarifche Studien und eigene schriftstellerische Uebungen. Ein „literarischer Clubb" wurde gebildet, und in diesem war er bald in VerS und Prosa das fruchtbarste Mitglied. Die ersten Dichtungen von ihm erschienen in den „Astköpsk" (d. i. Lebensbilder) im Jahre 4846 und im Taschenbuche „Unio" 1847; schon im folgenden Jahre 1848 gewann unser 49jähriger Dichterjüngling mit feiner poetischen Erzählung „Hlurän^ kolF^o" (Die Burgfrau von MurHny), worin er die Heldin Maria Szöchy besang, den Preis der KiSfaludy-Gesellschaft. Von diesem Gedichte sind nur einige kleinere Proben im Drucke erschienen. Die damals bedeu. tendsten belletristischen Blatter der unga» rischen Hauptstadt, u. a. A (Lebensbilder), Modezeitung), nahmen des jungen Dich» ters poetische Erzeugnisse gerne auf. Nebstbei betrieb der junge Poet fleißig ästhetische und philosophische Studien, versuchte sich in den verschiedenen Arten der poetischen und prosaischen Darftel» lung und unterhielt mit gleichstrebenden alteren und jüngeren Freunden einen anregenden, belehrenden und aufmun» ternden persönlichen und brieflichen Ver» kehr, so mit dem jetzigen Historiker Franz S a l a m o n M . XXVI I I , S. 93, Nr. 1), mit dem Aesthetiker und Dichter Paul Gyulay sBd. VI, S. 83) u. A.; insbesondere die scharfe Kritik deS Letz» teren bewahrte den übrigens auch sonst bescheidenen Poeten in den Grenzen rich. tiger Werthschätzung seiner selbst und spornte ihn zu stetiger Vervollkommnung an. Das Jahr 1848 bildete auch im Leben unseres S z 6. s z einen Wende» punkt, zunächst in dessen äußerlichen Ver. hältnifsen. Baron Joseph Eötvös ^Bd. IV, S. 33), der erste constitu- tionelle Cultus« und Unterrichtsminister Ungarns, berief den Vater ob dessen pa» dagogischer Tüchtigkeit zum Staats» secretär in sein Ministerium; die Familie übersiedelte also von Nagy'Enneo nach Pesth, wo Kar l , der eben damals im Vereine mit seinen Freunden Mento» v i ch sBd. XVII, S. 376) undGyula i ein Heft Gedichte „NHui26t>1 32inek" (Nationalfarben) herausgab, in den Kreis der vereinigten Schriftsteller» und Poetenwelt trat. Petöf i Mo. XXII , S. 44) wirkte auf ihn mit dem vollen Zauber seines sprudelnden Genies und seiner Persönlichkeit; zu Vörösmarty blickte er mit der Andacht und Verehrung des patriotischen Strebegenossen empor; Iöka i Dd. X, S. 246) munterte ihn zu eifriger Mitarbeit an den„NIstkspHk" (Lebensbilder) auf; auch in die Kreise der eigentlichen Revolutionäre wurde der junge Dichter eingeführt. Alles mußte auf denselben den mächtigsten Eindruck ausüben; er wurde zu rüstigem Schassen angeregt, zugleich aber auch von jener begeisterten Kampflust erfaßt, die damals alle Jünglinge enthusiasmirte. Doch seiner körperlichen Schwächlichkeit wegen erhielt er vom Vater die Erlaubniß zum Eintritt in die Reihen der „Honvöds" (Vaterlandsvertheidiger) nicht. Und so
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Susil-Szeder, Band 41
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Susil-Szeder
Band
41
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1880
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
340
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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