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äs^ Karl (Sohn) 190 ) Karl (Sohn)
zugleich mit ihm UngarnS großer Dichter
Johann Arany M . I, S. 5,8) eine
Professur erlangte. Auch sonst war dieses
Gymnasium damals mit trefflichen Lehr»
kraften besetzt. SzHSz verfaßte hier
einige Lehrbücher, schuf fleißig poetische
Werke und verlegte sich besonders auf
die Nebertragung fremdländischer Poesien
inS Ungarische — eine Beschäftigung, die
mit den Jahren einen großen Umfang
annahm und ihn bald zu einem der
glücklichsten Verdolmetschet nicht unga<
rischer Dichtungen machte. Die erste
Sammlung dieser Uebersetzungen erschien
1333. Im vorhergehenden Jahre, am
13. April 1832 hatte er seine Jugend,
geliebte und Cousine, Pauline Szäsz,
ebenfalls eine dichterische Seele, zum
Altare geführt; doch der Tod löste schon
am 17. Juli 1833 das Band des kurzen
ehelichen Glückes. Szasz verließ hierauf
den Schauplatz der Trauer und wirkte
als Lehrer am Gymnasium in KecS»
kemöt. Indeß blieb er daselbst nur ein
halbes Jahr, denn in Folge deS plötz-
lichen Hinscheidens seines Vaters, der
nach der Revolution eine Professur am
Collegium zu Maros«Väsärhely über-
nommen hatte (^ 23. October 1833),
trat er, um seiner Familie näher zu sein,
die Predigerstelle zu Kchdi-Väsarhely in
Siebenbürgen an. Wahrend der drei
Jahre seines Predigeramtes im Szeklec«
lande befaßte er sich hauptsachlich mit
seinem Berufe und auch in literarischer
Beziehung war er aus diesem Gebiete
lhätig. Er schrieb ein Gebetbuch für
Frauen (das seitdem drei Auflagen er-
lebt hat), redigirte ein „Kirchliches Ma»
gazin", verfaßte einen Consirmanden.
Katechismus, gab Denkreden und Pre-
-digten heraus u. dgl. Im Jahre 1837
folgte er einem Rufe als Prediger nach
^ um mit der Haupt- stadt und ihrem geistigen Leben wieder
in Berührung und Verbindung zu treten ;
in seinem Amtssitze schloß er auch
(25. März 1838) eine zweite Ehe mit
Antonia, geborenen Bib6. welche
ihm neun Kinder gebar, von denen vier
noch am Leben sind. Dieses neue Her«
zensbündniß weckte ihm auch die schlurrt»
mernde poetische Ader wieder und regte
ihn zu zahlreichen trefflichen dichterischen
Produktionen an. Am 13. December
1838 wählte ihn die ungarische Akademie
zu ihrem correspondirenden Mitgliede;
als solches laS er seine Abhandlung
„Ueber die Principien der Kunst-Ueber-
setzung"; auch gewann er mit seiner
poetischen Erzählung „^rsnoLöni (ÜZH^^
(Csak von Trentschin) den ersten, mit
seinem Gedicht auf den Dichter Kazin»
czy neben Tompa den zweiten Preis.
Im Jahre 1860 wurde er Mitglied der
belletristisch-ästhetischen Kisfaludy.Gesell-
schaft. 1861 erschienen seine ,Gesammten
Dichtungen" in zwei Bänden; dann in
den »I^riHi Iloök« (d. i. Lyrische
Aloen) und in den „A^on^viräFol^
st. i. Kornblumen, veröffentlicht 1872)
seine kleineren Uebersehungen. Außerdem
übertrug er acht S h akesp eare'sche
Dramen (Othello. Wintermärchen, Mac»
beth, AtitoniuS und Kleopatra, Romeo
und Julie, Sturm, Richard I I . und
Heinrich VIII.). 1860 zum Dechanten
der Solter Diöcese gewählt, legte er
dieses Amt noch vor Ablauf eineS Jahres
nieder. Drei Jahre später (1863) folgte
er einer wiederholten Wahl zum Pastor
von Szabad«Szällg.s. I n dieser Eigen«
schaft verblieb er bis 1867, in welchem
Jahre er bei der Wiederherstellung des
ungarischen Ministeriums eine Sections»
rathsstelle im Ministerium für EultuS
und Unterricht übernahm. Zwei Jahre
später (1869) wurde ihm unter Belassung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Band 41
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Susil-Szeder
- Band
- 41
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 340
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon