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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41
Seite - 191 -
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Seite - 191 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41

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) Karl (Sohn) 491 , Karl (Sohn) seines amtlichen Charakters das Inspec» torat der Volksschulen des Pesther Co« mitats, 1872 jenes im DistricteIazygien» Kumanien übertragen. Im März 1874 neuerdings zur Dienstleistung im Mini« sterium einberufen, versteht er daselbst seit 1876 mit dem Titel und Rang eines MinisterialratheS die Leitung der prote» starttischen, jüdischen und zum Theil der griechisch«orientaliscben Cultusangelegen,' heiten. Szäsz war auch in der Periode 1863/68 Mitglied des ungarischen Ab- geordnetenhauseS, doch spielte er im Reichsrathe keine besondere Rolle; Poli« tik ist nicht sein Element. Noch sei er- wähnt, daß im Jahre 4866 sein fünf. actiges Trauerspiel „Herodes" in Pefth mit glänzendem Erfolge zur Ausführung gelangte, und daß er im December 1876 auch den von der ungarischen Akademie der Wissenschaften ausgesetzten Preis von 400 Ducaten für die beste Ode auf Franz Deäk gewonnen hat. Sza.sz entwickelte bisher eine seltene geistige Productivität. Das Hauptgebiet derselben umfaßt die Lyr ik, namentlich die erotische und lyrisch>epische Dichtung, ferner die ästhe- tisch e Kr i t ik und Biographie und endlich die Kunstübersetzung. Seine erbaulichen Schriften und Schulbücher waren nur Erzeugnisse des momentanen beruflichen Bedürfnisses. S. 492 in den Quellen folgt ein möglichst vollständiges Verzeichniß der im Drucke erschienenen Werke unseres Dichters; Vieles, nammt» lich Dr am atischeS, ist noch im Manu« script vorhanden. Es kennzeichnet die liebenswürdige Bescheidenheit des Dich» ters, wenn er in einer uns vorliegenden selbstbiographischen Skizze über sich mit- theilt: ,Die unerschöpfliche Arbeitslust und ungewöhnliche LeichUgkeit der Pro» duction erklären die ungemein große äußerliche Ausdehnung meiner literari- schen Thätigkeit, sie erklären aber auch zugleich, weshalb diese Wirksamkeit, viel» leicht die Kunstübersetzungen ausgenom» men, sich über das Niveau der Mittel« Mäßigkeit nicht erhebt... Die Leichtigkeit der Production verleitete mich gewöhn« lich zur Seichtheit, dieser Schattenseite meiner literarischen Arbeiten". Wir setzen dieses Geständniß als einen Beweis der strengen Selbstkritik Hieher; die berufene Kritik jedoch läßt dieselbe nicht gelten. In seinen lyrischen Dichtungen ist SzHsz reich an zarten. Empfindungen und von einer Weichheit in Ton und Haltung, die ebenso fesselt, wie die oft vollendete Formschönheit die ästhetischen Ansprüche befriedig.:. Auch als Epiker hat er ehrenvolle und verdiente Triumphe gefeiert. Von geringerem Werthe sind seine dramatischen Arbeiten. Bei Beurtheilung der letzteren sagt der unga« rische Literarhistoriker Fr. Toldy von unserem Dichter, daß derselbe auf diesem Gebiete zwar wiederholte Belobung geerntet, zweimal auch den Preis gewon- nen habe; allein stets wurde neben Her« vorHebung so mancher Glanzpunkte auch der Mangel an dramatischem Leben in diesen Dichtungen betont. Ganz befon« dere Verdienste erwarb sich aber Szä.Sz als Gelegenheitsdichter (aufKa« zinczy. Katona, Petöf i , Des- sewffy, Eötvös. Bessenyei, Vö- röSmarty. Toldy, To mpa. Deäk und andere berühmte Ungarn) und dann namentlich als Kunstübersetzer. Die ungarische Poesie und ästhetische Wissen« schaft darf von dem im kräftigen Man« nesalter stehenden Dichter, der neuestens sich auch als Docent an der Budapefther Universität habilitirt hat, noch viel Treff, liches erwarten. — Seine erste Gattin Polyxena, welche wir hie und da auch unter dem Namen Paul ine und APol«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Susil-Szeder, Band 41
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Susil-Szeder
Band
41
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1880
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
340
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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