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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41
Seite - 195 -
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193 Czernelica in Oftgalizien in die Seel- sorge. Schon um diese Zeit. da er noch gar nicht den prononcirt ruthenischen Standpunkt einnahm, auf dem er sich später mit großer Entschiedenheit be» hauptete und sozusagen Führer seines von den Polen bedrückten Stammes wurde, begannen die Umtriebe gegen ihn. Bei Gelegenheit einer canonischen Visitation des Metropoliten Michael Lewicki ^Bd. XV, S. 40^> trat der Grundherr und Kirchenpatron von Czer> nelica, Napoleon Rac iborsk i klagbar Hegen Szaszkiewicz auf und ver- langte die Entfernung desselben von der Pfarre. Die Ursache dieses sonst durch nichts begründeten Vorgehens lag darin, daß der junge Pfarrverweser den Machinationen Rac ibo rsk i 'S und dessen gleichgesinnter Genossen nicht Vor« schub leisten wollte. Als nämlich mit dem Erloschen der polnischen Erhebung vom Jahre 1831 das Corps des Gene. lals Dwern ick i beim Ueberschreiten der galizischen Grenze entwaffnet wurde, verbreitete sich im Lande eine Unzahl fremder unruhiger Elemente, die auf den verschiedenen im Umkreise von Czcrnelica gelegenen Gutshöfen der polnischen Edelleute Unterkunft und Verpflegung fanden und daselbst ihre weiteren nicht immer legalen Pläne schmiedeten. Unser Szaszkiew iecz, den die polnische Propaganda zu ihren patriotischen Ban- keten heranziehen wollte, hielt sich von denselben zurück. Als aber die Polizei gegen die sich immer steigernden offen» kundigen Umtriebe einzuschreiten geno» thigt war, wurde er als vermeintlicher Urheber dieser Maßregeln von der Pro» paganda angefeindet, ja sogar mit dem Tode bedroht. Bei der erwähnten cano» Nischen Visitation mußte nun, da der Kirchenpatron auf Entfernung seines Pfarrers drang, die Sache untersucht werden. Kaum aber hatte die Pfarr» gemeinde von dem Schritte R a c i» borsk i 's Kenntniß erhalten, als sich aus eigenem Antriebe fünfzig der vor« nehmsten Mitglieder derselben zum Me« tropoliten begaben, vor diesem alle gegen ihren Seelsorger erhobenen Anklagen als Verleumdungen aufdeckten und um dessen Belassung einstimmig baten. Und so verblieb Szaszkiewicz denn auch in der That auf seinem Posten. Da sich aber die Polen in ihrer Feindseligkeit gegen ihn bis zur Bedrohung seines Lebens verstiegen, bat er selbst um Ver» sehung auf eine andere Stelle. I n Folge dessen kam er Ende Februar 1833 als Pfarrverweser nach Uhrinow bei Stani» stawow, wo er schon im folgenden Jahre wirklicher Pfarrer wurde. I n feinem neuen Amte benutzte er jede Gelegenheit, um seiner Anhänglichkeit an die gesetz. liche Regierung Ausdruck zu geben. Zu» nächst that er dies bei dem feierlichen Trauergottesdienfte, welcher aus Anlaß des Ablebens des Kaisers Franz im März 1835 stattfand. I n Gegenwart der versammelten ruthenischen Geistlich« keit des Decanates Stanistawow und der landesfürstlichen Behörden hielt er in d eutsch er Sprache die Gedenkrede, welche dann sowohl im Originaltexte als in polnischer Uebersehung auf Kosten deS KreiSamtes gedruckt und unentgeltlich vertheilt wurde. Und damit war der polnischen Partei wenig Freude gesche- hen. I m Uebrigen lag Sz aSzkiewicz den Pflichten seines geistlichen Amtes ob und suchte durch zweckmäßige Einrich- tungen der in sehr verwahrlostem Zu» stände übernommenen Pfarre aufzu» helfen, waS ihm auch allmälig gelang. Dadurch steigerte sich sein Ansehen in der Umgebung und selbst in polnischen Kreisen 13*
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Susil-Szeder, Band 41
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Susil-Szeder
Band
41
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1880
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
340
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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