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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41
Seite - 199 -
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499 radicalen Blättern als Feind des Volkes und der Freiheit denunciirt zu werden. Und er war weder das eine noch das andere, sondern stand fest auf dem Boden des Gesetzes. Im Reichstage fand die erste An> näherung zwischen S zaszki ew icz und Franz Grafen S tad ion statt. Es war in jener Sitzung, in welcher der polnische Abgeordnete Karl Ritter von Hubicki ^Bd. IX, S. 377) den Minister beschul- digte. sich unparlamentarischer Mittel bei den Abstimmungen deS Abgeordneten Hauses zu bedienen. Als eine in dieser Angelegenheit aufgestellte Special'Com mission den ganzen Vorgang untersuchen sollte, wurde Szaszkiewicz von dem Grafen zu seinem Arbeiter in dieselbe gewählt. Von diesem Augenblicke — es war am 6. September — nachdem er bereits drei Monate früher die von den Radicalen und Polen so gehaßten Ruthe» nen „erfunden" hatte, datirt der nähere Verkehr zwischen ihm und Stad ion , nachmaligem Minister des Innern. Als stch dann im Reichstage auS den Mit- gliedern der streng monarchisch'conserva- tiven Fraction ein eigener Verein bildete, dem unter Anderen Lasser, Helfert . Ritter von Neu wa l l , Cajetan von Mayer beitraten, warSzaSzkiewicz von allen ruthenischen Abgeordneten der Einzige, der demselben beigezogen wurde. Nach den Vorfallen vom 6. Octobcr hielt er fein Verbleiben in Wien für seine per» fönliche Sicherheit bedenklich, er begab sich daher am 40. d. M. nach Brunn, um daselbst den Gang der Ereignisse abzuwarten; als er aber sah. wie der Reichstag fortwährend tagte und Be» schluß um Beschluß faßte, kehrte er am 13. nach der Hauptstadt zurück, um die übrigen ruthenischen Abgeordneten zur Abreise zu bewegen, und fuhr am Brunn nach Olmütz, wo fich bereits das kaiserliche Hoflager befand. Dort traf er auch mit dem Grafen S tad ion wieder zusammen. Als nun unter den in Olmütz versammelten Staatsmännern und Reicbstagsdeputirten Besprechungen über die politischen Verhältnisse des Kaiserstaates stattfanden. erhielt er wohl auf Veranlassung seines GönnerS, deS Grafen S t a d i o n , eines Tages von dem nachmaligen Minister«Prasi» denten Fürsten Felix Schwarzen» berg die schriftliche Einladung zu einer solchen Besprechung, und am Schlüsse derselben stellte der Fürst, welcken er damals zum ersten Male sah, ihm den Antrag, in den Staatsdienst zu treten. SzaSzkiewicz erklärte sich dazu be« reit. Indessen wurde der Reichstag nach Kremsier verlegt, auch er nahm seinen Platz in demselben wieder ein und war in der früheren Weise thätig. Am 17. De« cember 4848 erfolgte seine Ernennung zum wirklichen Ministerialrathe im Unter« richtSnimisterium, in welchem nach Auf« lösung des Reichstages im März 1849 er seinen Posten mit dem Vorbehalte antrat, daß, wenn er dem für ihn ganz neuen Wirkungskreise sich doch nicht völlig gewachsen zeigen sollte, ihm auf die Dauer von vier Jahren die Rückkehr in seine kleine ruthenische Pfarre zu Unrinow gesichert bleibe. Im Ministe» rium siel ihm die Leitung deS Departe» ments der Volksschulen und Gymnasien n Galizien zu; neben den Arbeiten seines unmittelbaren amtlichen Berufes aber wirkte er bei der Conti ole der ruthenischen Uebersetzung des Reichs» gesetzblattes. dessen Gründer und längere Zeit einziger Träger er war; bei der Commission, welche der Iustizministcr m Jahre 1849 zur Feststellung einer 18. auch mit mehreren derselben über ^ juridisch » politischen Terminologie in
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Susil-Szeder, Band 41
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Susil-Szeder
Band
41
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1880
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
340
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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