Seite - 218 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41
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Aebeni 218 S^eberönyi, Johann
seinem Gehalte jährlich 300 fl. zur Prä-
mienzahlung für die versicherte Summe
verwenden zu können, erreichte er am
4. Februar -1863 die zur Erhebung der«
selben festgesetzte Frist. Am 3. Februar
wurden die Documente, welche authen»
tisch nachwiesen, daß er sich noch am Leben
befinde, dem Hermannstaoter Haupt»
agenten der erwähnten Verftcherungs»
gesellschaft übergeben, aber schon am
nacbsten Tage zahlte Szebeni zu den
Todten. Da kein geschriebenes Testament
vorhanden war. so konnte sich die Aka-
demie laut des von Mehreren bekräftigten
mündlichen Ausspruches des Erblassers
als Erbin der ganzen Summe betrach-
ten. Nun aber meldeten sich arme Ve»
wandte des Verstorbenen und machten
ihre Rechte geltend. Darüber kam es
zwischen diesen und der Akademie zu
einem Vergleiche, welchem zufolge die
letztere sich mit dem Betrage von 4000 fl.
zufrieden gab, während der ansehnliche
Rest den Ersteren zufiel. Die Nachfor«
schungen über den unvermutheten und
plötzlichen Todesfall Paul Szebeni's
ergaben Folgendes. Derselbe befand sich
am 2. Februar 1863 noch ganz wohl
und speiste in Gesellschaft eines Be-
kannten, der eben aus Kronstadt nach
Hermannsiadt auf Besuch gekommen
war. Wahrend der Mahlzeit kam die
Rede auf die in zwei Tagen ablaufende
Lebensversicherung Szebeni's, und da
bot der Kronsiädter seinem Freunde im
Scherz die Wette an. daß derselbe den
4. Februar nicht erleben werde. Diese
Worte scheinen auf den 6<jährigen Sze«
beni eine so aufregende Wirkung geübt
zu haben, daß er, ohne eigentlich kr^nk
gewesen zu sein, am 6. Februar 1863
Morgens verschied.
Pestber L loyd. l865. Nr. 39. — Presse
(Wiener polit. Blatt) l865. Nr. 240. „Die Elbschaft der ungarischen Akademie". —
Fremden » Blat t . Von Gustav Heine
(Wien. 4<>.) l863, Nr. 54 und 237.
SzeierbNyi, Johann (evangelischer
Theo log , geb. zuOrava in der un>
garischen Slovakei am 1. Jänner 4780
gest. zu Schemnitz 10. Februar 1837).
Der Name dieser Familie findet sich
verschieden geschrieben: fürs Erste S ze-
be^önyi, dann Szeber iny i oder
Seber iny i , oder auch Seber in i . je
nachdem Deutsche, Slaven oder Magya«
ren denselben sckreiben. WaS die Familie
anbelangt, so stammt dieselbe aus Polen,
von wo sie um das Jahr 1610 nach
Orava kam. sich nach ihrem Besitz,
thum Sever in nennend, welches Wort
die Oravaer Slovaken in Seberin
umwandelten. Die Anhangesilbe i oder
auch yi fügte seinem Namen der in Rede
Stehende bei. Seine Eltern lebten in
ärmlichen Verhältnissen. Die Mutter
Susanne, eine geborene Török, war
aus Ungarn gebürtig. Bei seinem ersten
Lehrer Michael 8 ulek. welcher, seines
Zeichens ein Csizmenmacher, als ein sehr
unterrichteler Mann galt. lernte er richtig
lesen. Nachdem 8 ulek als Lehrernach
Istebni berufen worden war, folgte ihm
I o hann bald dahin, wo er drei Jahre
lang, wie er selbst berichtet, in recht
kümmerlichen Verhältnissen als Choralist
verlebte. Als solcher kam er 1792 nach
Rosenau. Von dem Lehrer daselbst wurde
er aber schon am ersten Tage körperlich
gezüchtigt, weil er die Lection auS der
magyarischen Sprache nicht gut genug
gelernt hatte, waS ihm dieses Idiom so
verleidete, daß er sich dasselbe niemals
eigen machte. Unmuthig verließ er Ro«
fenau schon nach einem Jahre. Er kam
nach Eperies, wo ihn ein Professor
Mayer in den erforderlichen Gegen«
ständen unterrichtete. Nach vierjährigem
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Band 41
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Susil-Szeder
- Band
- 41
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 340
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon