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S)4chenyi) Edmund 237 HZechenyi, Edmund
wo er mehr vor, als hinter sich hat." —
I m Uebrigen scheint der Graf dem Reit-
sport mit großer Sachkenntniß zu hul-
digen, denn man verdankt seiner Feder
nachstehende deutsche Schrift: .Beitrag
zum Aeitnnternchte" (Budapesth Mien.
Einteilig 1872, 106 S.. hoch 40.).
Graf D.ionys hat sich am 22. April
1837 zu Wien mit Mar ie geborenen
Gräfin Hoyos, Gräsin von Guten»
stein. Freiin von Stichsenstein (geb.
3.. Februar 1838) vermalt, aus welcher
Ehe zwei. Söhne Gmer i ch (geb.
31. März 1838) und G 6 z a (geb.
13. April 1859) stammen. Gräsin
M a r i e , Sternkreuz«Ordensdame ist
gleich ihrer Schwagerin Grasin Ale-
randra, der Gemalin des gegenwär'
tigen österreichischen Gesandten am Ber«
li ner Hofe, Grafen Enterich Szöchenyi,
wegen ihres Wohlthätigkeitssinnes im
Lande ungemein beliebt.
Der ungarische Reichstag l86i (Pesth
1861. Osterlamm. 8°.) Bd. I, S. 433 u. f.
— Pest H.Ofen er Zeitung, 1861. Nr. 148.
im Feuilleton „LandtagS»Silhouetten. VI.".
Vortrat. Unterschrift: „6r6
öäöu". Marastoni 1862 (lith.). Im illu«
strirten ungarischen Journal «^2 ors^äs
tükrs«, d. i. Der Reichsspiegel. Jahrg. 1862.
Szschenyi. Edmund ^Odön^ Graf
( C o m m a n d a n t der Feuerwehr in
Constantinopel, geb. am 14. Dec. 1839).
Der jüngere Sohn des Grafen Sie«
pH an und CrescentiaS geborenen
Gräsin Sei lern. Dem Grafen wird
hie und da in deutschen Werken der
Taufname Eduard oder auch Eugen
beigelegt. Dies ist ganz unrichtig. Sein
ungarischer Vorname ist Odön, auf
deutsch Edmund, während Eduard
im Ungarischen Tdvärd oder E d e und
Eugen Ienö heißt. DeS Grafen
Lebensgang ist einerseits von der ge. wohnlichen Laufbahn reicher Cavaliere
so abweichend, andererseits praktisch so
lehrreich, daß wir demselben eine etwas
ausführlichere Darstellung widmen. Sein
Leben ist vorherrschend dem Sport ge^
widmet, aber nicht dem müßigen, dem
es nur zu thun ist um die Lösung des
Problems: in amüsantester Weise die
Zeit todtzuschlagen, sondern im Gegen,
theile stetS einem Sport, dem ein echtes
Nützlichkeitsprincip zu Grunde liegt, daS
er dann auch verwirklicht, mit Opsern
seines Vermögens und feines physischen
Tigenbehagens. Nachdem er in allen
Cavalierpajsionen sich tüchtig geschult
hatte, trat er als Volontär bei der
DonaU'Dampfschifffahrts'Gesellschast ein
und erwarb sich durch die Dienste, die er
bei derselben leistete, das CapitänS»
Diplom. Im Ruderfahren geübt, bildete
er in Pesth einen Ruderer«Club (Vuäa.
k>62ti H^üs N^ist) , der bald auf
hundert Mitglieder anwuchs. Ganz nach
seinen eigenen Angaben ließ er von
Weeler in Richmond ein Wettrennboot
bauen. Dasselbe wog 190 Zollpfund,
war zwei Fuß acht Zoll breit und 31 Fuß
lang. DaS dazu verwendete Eschenholz
hatte einen Zoll Dicke. Von einer Person
gerudert, legte dieses Fahrzeug die
12^2 Meilen lange Wasserstraße von
Paffau nach Linz in 52/^ Stunden zurück,
zu welcher Strecke, mit Einrechnung des
Aufenthalts an der Grenze in Engel«
hartszell, die Donau »Pafsagierdampf-
schiffe vier Stunden brauchen. Er selbst
unternahm mit diesem Nuderboote eine
Reise von Pesth nach Rotterdam, auf
welcher er jeden Tag zwölf Stunden
rudernd zubrachte. Einige Zeit spater
trat er als Freiwilliger bei der Londoner
Feuerwehr ein, und nachdem er ändert«
halb Jahre in derselben wie ein gewöhn»
licher Feuerwehrmann gedicnt hatte, giMg
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Band 41
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Susil-Szeder
- Band
- 41
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 340
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon