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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41
Seite - 243 -
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Seite - 243 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41

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i) Francisca 243 ^ Frllncisca Am Vorabende vor Weihnachten 4821 brachte die Grasin der Pfarrkirche einen kostbaren herrlichen Ornat dar. Die Gemeinde Hochart traf bereits seit sechs Jahren Anstalten zur Erbauung eines Kirckleins, doch ihre Kräfte reichten nicht aus. Durch bedeutende Spenden deS Grafen und ihrer Schwagerin wurde der Bau des gedachten Kirchleins derart gefördert, daß die Einweihung desselben am 13. August 1823 vor- genommen werden konnte. 1826 erhielt die Pfarrkirche zu Pinkafeld von der Grä» sin Francisca zwei neue Altäre, die 3843 fl. kosteten. 1834 am 17. August spendete die Gräsin der Pfarrkirche fünf reichverzierte Pontisicalseffel. 1833: Mit- telst frommer Beiträge und ganz vor» züglich durch die Freigebigkeit der Gräfin Francisca und ihres Gemals Ni- colauS B. wurde auf dem Pinkafelder Friedhofe durch den Wiener Architekten -Prof. Rösner in gothischem Style eine 'Capelle erbaut und mit einem herrlichen Altarbild von Steinle 's Meisterhand geziert." So das Schulprotokoll. Außer der schönen Pfarrkirche und den Capellen zu Pinkafeld spendete Franc isca auch noch vielen anderen Kirchen bedeutende Summen, unter anderen der Kirche zu Mariensdorf, zu Groß-PeterSdorf und in Grafenschachen. Kostbare Meßkleider spendete sie nach Groß - PeterSdorf, Mariazell, Pinkau, Mariensdorf und Oratz. Im Jahre 1832 wurde für die Kirche in Pinkafeld die große Glocke, 30 Zentner schwer, angeschafft. Als 1831 beim ersten Auftreten der Cholera Pinkafeld und die ganze Umgegend von dieser Seuche verschont blieb, verehrte Graf Nicolaus B. aus Dankbarkeit der Pfarrkirche daselbst eine kostbare Mon« stranze, und Francisca schmückte sie mit den Diamanten ihres Brautringes und jenes Ringes, welchen sie von ihrer sterbenden Mutter geschenkt erhielt. Bald darauf gelang ihren Bemühungen und den Bitten ihrer Gesellschaftsdame Rosa Wissinger die Begründung der Herz» Jesu «Bruderschaft in der genannten Pfarrkirche, ebenfalls zum Danke für die glücklich abgewendete Choleragefahr. ES war dieS der erste fromme Verein, der im Kaiserthume seit den Zeiten Josephs I I . errichtet worden ist. Beim Herannahen der gedachten Seuche wurde Oesterreich und Steiermark von Ungarn durch einen Cordon streng abgeschlossen, und da kamen zahlreiche Handwerks» burfchen an die Grenze, konnten sie aber nicht mehr ohne Contumaz überschreiten, und inS Innere von Ungarn zurückzu» kehren war ihnen auch nicht leicht mög» lich. Francisca nahm sich dieser Be- drängten auf dag liebreichste an, beher» bergte sie alle in ihrem Schloß, ließ fie in ihren neuen Gartenanlagen arbeiten und beschenkte, sie bei der Aufhebung deS Cordons reichlich. Der dazumal ange- legte Garten heißt noch heutzutage „der Gesellengarten". Als Freundin der Kinder wendete sie den Schulen auf ihrer Herrschaft die liebreichste Obsorge zu. Nie versäumte sie bei den Prüfungen zu er« scheinen und Alle, die eS verdienten, reichlich mit Prämien zu beschenken, und nach jeder Prüfung gab sie der gesammten Schuljugend in ihrem Schlöffe eine Unterhaltung. Bei der Nammstagfeier ihreS Gemals und bei anderen festlichen Gelegenheiten arranglrte sie stets recht sinnreiche Aufzüge, wozu sie immer die ganze Schuljugend sehr paffend zu ver« wenden wußte. Außerdem unterstützte fie auf das freigebigste studirende Jünglinge. Vielen jungen Priestern hielt sie die Primiz aus und lud bei dieser Gelegen« heit stets auch die ärmsten Eltern der
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Susil-Szeder, Band 41
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Susil-Szeder
Band
41
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1880
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
340
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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