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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41
Seite - 244 -
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Seite - 244 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41

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i) Francisca 244 i) Francisca Primizlanten zur Tafel in ihr Schloß. Mit einem Worte, sie nahm an Leid und Freud' der ganzen Gegend Theil, half, wo sie helfen und tröstete, wo sie trösten konnte. Wer sich selbst nicht zu rathen wußte, der suchte bei ihr Rath und bei nahe nie ganz vergebens. Durch ihre Vermittlung und thatsächliche Hilfe sind so manche der Hilfesuchenden in ihrem Elende unterstützt, getröstet und aufrecht erhalten worden. I n ihren jüngeren Jahren verbrachte sie die Wintermonate stets in Wien. und ihr Haus daselbst war der Sammelplatz der tüchtigsten, ausgezeichnetsten Männer jener Zeit, die sich dann auch oft in den Sommer» monaten im Schlöffe zu Pinkaftld ein» fanden. Von diesen wollen wir nur Za> charias Werner, P. Hofbauer, F r i n t , Z i e g l e r , Zänge r l e , Stolzenthaler , die Fürsten Ho» henlohe und Lichnovsky, Emanuel V e i t , P. J o b , Wurmbrand, P i la t , Passy, V i a l e Pre lä . nennen. Werner dichtete zu Pinka« feld sein allbekanntes schönes Lied: „Wach ich früh Morgens auf. so sag ich gleich darauf: gelobt sei Jesus Chri» stus :c.". Unsere Grasin sehte es in Musik. Passy nahm es in feine „Oel. zweige" auf. und bald darauf wurde es von den Zöglingen des kaiserl. Waisen« Hauses in Wien und seitdem weit und breit in allen Landen Oesterreichs ge« sungen. Außer diesem Liede componirte Francisca noch viele geistliche Melo» dien von bleibendem Werthe. Die Leiden und Prüfungen, mit denen sie heim« gesucht ward, ertrug die Grafin mit Ge» duld und Ergebung. Als sie im Jahre 1842 ihren Gemal durch den Tod in Folge eines plötzlichen Schlagfiuffes verlor — ihr einziges Töchterlein war schon jung gestorben — faßte sie den Gedanken, in ein Kloster zu gehen. Im Jahre 1348 kam ein Schicksalsschlag nach dem andern. Der erste betraf das fürstliche, ihr nahverwandte Haus Met« ternich. der zweite ihren Schwager, den Grafen Zichy in Venedig; darauf folgte der von ihr tiefbeklagte Aufstand in Ungarn, der Regierungsbevollmach» tigte bedrohte sie selbst mit dem Galgen, und bald darauf starben alle, die sie liebte, die seit Jahren an ihrer Seite gelebt. Der letzte Schlag, das tragische Ende ihres geliebten Bruders Stephan Szächenyi, fand sie bereits im Kloster als Schwester Francisca. Im Jahre 1832 kamen nämlich, von Grastn Fran» cisca gerufen, die ersten drei barm« herzigen Schwestern aus dem Mutter« hause zu Gratz nach Pinkafeld und über- nahmen das von der Gräsin gestiftete Spital, welches bisher noch ohne eigenes Gebäude war. Francisca'S Sorge war nun dahin gerichtet, den gedachten Schwestern ein Kloster zu erbauen und fest zu begründen. Sie kaufte demnach die erforderlichen Bauplatze an und be- gann den Bau. Am 2ö. Juni 1884 konnte bereits der Grundstein zum neuen Klosterkirchlein gelegt und im folgenden Jahre dasselbe feierlich eingeweiht werden. Bei dieser Gelegenheit stiftete die Gräsin mit 6000 fl. eine Pfründe für den Spitalpriester und versah ihn in der Anstalt mit Kost, Licht, Wasche und Wohnung. Bald darauf am 19. Juli 33 nahm auch sie, die Stifterin dieses Klosters, das Kleid der armen barm« herzigen Schwestern, nachdem sie die Herrschaft Pmkafeld den Erben ihreS verstorbenen GemalS gegen eine Ab« schlagzcchlung von 23.000 fl. C, M. übergeben und der von ihr gegrün« deten Anstalt ihre zweite im Heveser Comitate liegende Herrschaft und die
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Susil-Szeder, Band 41
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Susil-Szeder
Band
41
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1880
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
340
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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