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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41
Seite - 247 -
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Seite - 247 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41

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Aechenyi, Franz 247 i) Franz Dalmatien und Slavonien ernannte königlich ungarische Hofkanzler Graf Franz EszterhHzy in seiner Doppel» stellung die Angelegenheiten des Banats nicht ohne Adlatus entsprechend zu leiten vermochte, erhob Kaiser Joseph I I . am 17. August !783 den 29jährigen Grafen Franz Szöchenyi zum Stell« Vertreter des Bans (loQUmtsusns Vaui) und Präsidenten der Banaltafel. I m Jahre 1783 wurde Graf F r a n z Obergespan des Agramer Comitates. bald darauf königlicher Commifsär im FünfkirchmerDistrict und in dieser Eigen« schaft Obergespan des Tolnaer Comitates und Administrator der gleichen Würde in der Sümegher, Baranyer, Veröczer und Syrmier Gespanschaft und noch im nämlichen Jahre wirklicher geheimer Rath. I n diese Zeit fallen Kaiser I o- sephs Reformen, welche in Ungarn so viel böses Blut machten und noch von dem sterbenden Monarchen selbst zurück« genommen wurden. Um die Mitte des Jahres 1783 legte der Graf alle seine Aemter dem Kaiser und König zu Füßen, denn, wie die ofsicielle Darlegung lau« tete, erheische seine geschwächte Gesund- heit Ruhe, die ihm nur durch gänzliche Entfernung von den Staatsgeschaften geboten werden konnte. I n Wahrheit aber war er bei dem Kaiser in Ungnade gefallen. Von 1783—1798, also drei« zehn Jahre lang. stand er entfernt vom Ruder der Regierung. Diesbezüglich schreibt em ungarischer Historiker: „ In dieser Epoche liegt ein umhüllter, bis jetzt noch nicht entschleierter Zeitpunkt, wo mehrere Große unseres Landes mit der Last eines gewissen undefinirbaren Verdachtes beschwert waren, wo in die Archive Schriften geschloffen wurden, welche selbst die angesehensten Mitglieder der Statthaltern unter der ganzen Re> gierung Metternich'S ebenso wenig lesen konnten, als damals, wo die That« fachen und Beschuldigungen noch neu waren und nicht in den Bereich der unparteiischen Geschichte sielen. Auch Franz Szöchenyi entging diesem Verdachte nicht ganz, obwohl jedes Zeichen darauf hinweist, daß, so wie seine Liebe zum Vaterlande unerschöpflich war. auch seine Treue gegen die Dynastie stets unerschüttert blieb". Nachdem der Graf seine Aemter niedergelegt hatte, ging er ins Ausland, und so brachte er jene Jahre einer immer steigenden Gäh. rung im Lande und deS beginnenden Türkenkrieges (1786—1788) in der Fremde zu, ganz Deutschland, die Nieder» lande, Frankreich und Großbritannien durchreisend. Wie oben bemerkt, nahm Kaiser Joseph kurz vor feinem Tode seine Institutionen, welche auf allen Seiten, besonders aber im Lande der Magyaren, auf unbesiegbaren Wider, stand stießen, zurück, und dadurch ge> langte das von der Ausübung seiner consiitutionellen Rechte für mehrere Jahre ausgeschlossene Ungarn wieder in den Besitz seiner alten Verfassung. Leo» p o l d I I . schrieb nun einen Reichstag aus und ließ sich mit der unter Kaiser Joseph nach Wien entführten ungari» schen Krone in Preßburg krönen. Dieser denkwürdige Reichstag des Jahres 1790, auf welchem er sanften Gleichmuth und versöhnende Mäßigung walten ließ. ver» lief in ungestörter Ruhe, und da sich zur Krönung in Preßburg der König von Neapel. Fe rdina nd und dessen Gema» lin Karo l ine , eine Schwester des Kaiser.Königs Leopold eingefunden hatten, beschloß der Reichstag in der Sitzung vom 10. März 479l, daß zum Andenken der Gegenwart dieser hohen Gäste Denkmünzen geprägt und den.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Susil-Szeder, Band 41
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Susil-Szeder
Band
41
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1880
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
340
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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