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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41
Seite - 253 -
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Seite - 253 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41

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i) Stephan 233 ) Stephan lischer reichbegabter Edelmann, von dem man nur bedauern muffe, daß er seine Geisiesgaben und die Renten eines an» sehnlichen Vermögens nutz. und planlos vergeude, statt seinem Vaterlande zu dienen, habe auf den Grafen einen so tiefen Eindruck gemacht, daß sie über seine Zukunft entschied. Gewiß ist dieses Gespräch weder unwahrscheinlich, noch die Wirkung desselben bei einem Manne von Szöchenyi's Geistesgaben un« denkbar. Aber von anderer Seite wird die Geschichte anders erzahlt,' und eben die wenn gleich grelle Localfarbe macht uns geneigt, die Ursache zur Umkehr des Grafen in dem Ereignisse zu suchen, welches wir mit wenig Worten skizziren wollen. Als der Graf noch Soldat war und es mit der Verwendung seiner be« deutenden Rente nicht sehr genau nahm, ja auch Geld auf Zinsen sich auslieh, be- suchte er eines Tages einen GutSnachbar, den Fürsten.... der ebenso bekannt war durch seine fabelhaften Reichthümer, wie nicht minder fabelhaften Schulden, die ihm den Besitz der ersteren völlig ver» kümmerten. Wahrend er sich mit dem Freunde unterhielt, trat des Letzteren Kammerdiener mit der Meldung ein, daß der Banquier N.N. eben angekommen sei und sich die Gnade erbitte, Seine Durch« taucht zu sprechen. Als der Fürst Befehl gab. den Fremden eintreten zu heißen, machte Szöchenyi Miene, daS Zimmer zu verlassen. Kaum aber hatte sich der Kammerdiener entfernt, so erbat sich der Fürst die Anwesenheit des Grafen in dessen eigenem Interesse. mit dem Wunsche, daß dieselbe dem Banquier un« bekannt bleibe; er ersuchte ihn also, hinter den Ofenschirm zu treten und Zeuge bei der Unterredung zu sein, welche zwischen ihm und dem Banquier statthaben werde. Kaum hatte Szschenyi hinter dem Ofenschirm seine geborgene Stelle ein» genommen, als der Banquier von dem Kammerdiener in das Gemach deS Fürsten eingeführt wurde. Mit aller Ehrerbietung näherte sich der Geldmann dem Letzteren, tief vor ihm sich ver- neigend; doch sowie er sich nach Entfer- nung des Lakais dem Fürsten gegenüber allein sah, gab er seine demüthige Stel- lung auf und richtete an den Fürsten in rücksichtslosestem, ja frechem Tone die Frage: „Nun, was ist's mit Ihnen, mein lieber Fürst, wann endlich werden Sie zahlen?" Und nun führte er eine Sprache, wie sie nur ein insolenter Gläubiger dem hilflosen Schuldner gegenüber zu führen vermag. Jede Demüthigung mußte der Fürst sich gefallen laffen, da er. zahlungS- unfähig wie er war, bei dem geringsten Widerstände, den er etwa als hoher Aristokrat dem Wucherer entgegen zu fetzen gewagt hätte, des Schlimmsten ge. wartig sein mußte. Der Banquier aber nutzte seine Situation aus, verlangte für neu bewilligte Frist ungeheuere Procente und nachdem er noch die Genugthuung gehabt, den hohen in Jahren vorgerückten Magnaten, der nicht minder als seine Ahnen dem Staate bereits große Dienste geleistet hatte, ja dessen Stütze in trüben Tagen gewesen, gedemüthigt und fühlen gelassen zu haben, wie Ehre. alter Adel, Verdienste, ruhmvolle Vergangen« heit und die heiligsten Güter der Mensch» heit, wie sie auch heißen mögen, nichts gelten gegenüber der alles überbietenden Macht deS Geldes, verließ er, mit ver» achtlichem Hohn sich verneigend, den alten Fürsten. Kaum hatte hinter dem Banquier die Thür des Salons sich ge« schloffen, als Szschenyi mit allen Zeichen der höchsten Entrüstung aus dem Versteck hervorsprang und seinem Zorne in Worten Luft machen, ja dem
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Susil-Szeder, Band 41
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Susil-Szeder
Band
41
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1880
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
340
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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