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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41
Seite - 258 -
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Seite - 258 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41

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Szöchenyi, Stephan 258 i) Stephan Donauklippen mit dem prächtigen, seinen Namen führenden Wege ausgeführt. reiste zu diesem Zwecke eigenS als k. Commissär der obersten Leitung de hydraulischen Arbeiten nach England, warb daselbst die nöthigen Kräfte, um das .eiserne Thor" an der unteren Donau sprengen zu lassen, und schon am 1l. November 1834 paffirte das erste Schiff den gereinigten Kanal. Aber noch immer hatte eS den Anschein, als ob den Grafen seine Cavalierpalsionen be. herrschten und er dem vornehmen Svori vor anderen den Vorzug einräume. Doch schien es nur so, denn auch seinem Sport lag etwas Reelles zu Grunde wie er dies mit seiner ersten, im Jahre 1828 veröffentlichten schriftstellerischen Leistung beweist, welche dem Pferde und dessen Zucht, sowie dem die Veredlung desselben bezweckenden Rennen ge widmet war ftie Titel der Schriften deS Grafen folgen S. 269). Dann aber beschäftigten ihn bald- die ernstesten An» gelegercheiten, und zwar zunächst die Organisation der ungarischen Akademie, bei welcher Arbeit der ehemalige Husza. renofficier der Leiter, ja die Seele war. Als endlich am 17. November 1830 die erste Directionsfitzung gehalten werden konnte, wurde er einstimmig zum zweiten Präsidenten der Akademie gewählt. Noch im nämlichen Jahre trat er mit seinem Buche über den Credit (Hitsi) auf, welches eine Wirkung in der Nation hervorbrachte, wie bis dahin kein anderes. Darin stand er im vollen Gegensatze zu den alten ehrsamen Tä.b labi r6s. welche im Schrecken über oaS, was in öiesem Werke stand, dasselbe verbrann» ten, während es die jüngere Generation wie ein Evangelium las. I n diesem Buche, das auch den nachmals zum geflügelten Worte gewordenen Sah: „Ungarn ist nicht, sondern wird fein" enthält, greift er das ungarische feudale Eigenthumssystem an. welches der wirk» lichen Idee des Befihthums entgegensteht, indem das liegende Gut weder im Werthe steigt, noch im Eigenthum sich ver« mehrt, weder verkaufbar, noch über- tragungsfahig ist. In diesem Buche ver» wirft er die abträglichen Schuldengesetze, welche sich in Processen nur als ein Hort der Betrüger und saumigen Zahler er» weisen, dagegen den Gläubiger geradezu preisgeben. Aber nicht bloS in den Massen, auch unter den Berufenen machte dieses Werk einen unbeschreib« lichen Eindruck und manche der Letzteren verschlossen sich — wohl kaum aus Ueberzeugung — dem reformatorischen Zwecke desselben, so unter Sz öchenyi's Hauptgegnern vor allen Joseph Graf Dessewffy sBd. IV/S. 26l), dessen Unlogik und übelangebrachte Absicht in den ojt haltlosen Angriffen Anton (5 Sen< gery in seinem Buche „Ungarns Redner und Staatsmänner" treffend zergliedert und lahm legt. Dessewffy ließ nämlich 1831 als Gegenschrift sein „Nitol tag- ja«) d. i. Die Analyse des Credits, erscheinen, eine Arbeit, welche die Fach« kritik als eine Verirrung des Geistes, den Dessewffy in anderen Arbeiten be« Zündet, bezeichnete. Szschenyi, auf Kampf vorbereitet, gab Autwort und verbreitete mit der als solche dienenden Schrift „Viläs«, d. i. Licht, wirklich Licht über seine Absichten, über die leidigen Zustände Ungarns und brachte damit eine noch tiefere Wirkung hervor, als mit seinem Buche über den Credit. Während er im „Hits!" die Uebelftände aufdeckt, die traurigen Zustände, welche alle Hoff« nung auf eine Wohlfahrt und ein Ge- deihen ausschließen, schildert, gibt er im « Rathschläge, wie dem Uebel zu
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Susil-Szeder, Band 41
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Susil-Szeder
Band
41
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1880
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
340
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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