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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41
Seite - 264 -
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Seite - 264 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41

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i) Stephan 264 i) Stephan nach erfüllt hat. Auf dem bald darauf sich versammelnden Landtage, für welchen Kossuth zum Deputirten des Pesther ComitateS gewählt worden war, verließ Szächen y i seine angesehene Stelle im Oberhause, um sich zum Deputirten Wieselburgs wählen zu lassen, und nun beginnt der tragische Wendepunkt seines ßebens, wosür das Verständniß erst jener Pistolenschuß eröffnen sollte, den er nach Jahren in seinem Döblinger Asyl gegen sich abfeuerte. Auf dem Landtage suchte er eine CentrumSpartei zu bilden, welche einerseits den traurigen Starrsinn der Rechten brechen, andererseits den leidenschaftlichen und ungestümen For> derungen der Linken ihr dräuendes Halt, bis hieher und nicht weiter, entgegen« rufen sollte. Aber die Ereignisse, die sich kopfüber stürzten, vereitelten jede ruhige Discussion, die Dinge gingen, liefen nicht mehr, sie rannten und rannten un» aufhaltbar dem Verderben zu. Und so sah der gewaltige, einst vergötterte und jetzt nicht mehr verstandene Mann die Marztage des Jahres 1848 heran kommen. Um die gemäßigten Elemente im ungarischen Ministerium zu verstärken, übernahm er das Portefeuille der Com« municationsangelegenheiten. Kossuth saß in diesem Ministerium als Finanz- minister. Anfangs standen sich die Gegner friedlich gegenüber. Der Graf vertiefte sich in die Vorarbeiten zur Re« gulirung der für das Land nothwendig gewordenen Communicationsmittel. Der Finanzminister hielt mil Maß und Ziel an seiner Partei. Da trat im Juli daS erste, den Grafen auf daS tiefste erschüt- ternoe Ereigniß ein. Am 18. Juli Nach. mittags sollte die Spannung der Trag- kette zwischen den beiden Strompfeilern der stabilen Brücke vor sich gehen. Viele hundert Menschen hatten sich zu diesem Schauspiele auf dem zwischen beiden gelegten Brückenfteg eingefunden. Der Graf selbst mit seiner Familie befand sich zum Glücke auf dem Brückenkopfe. Schon war die Kette gegen halb acht Uhr Abends beinahe völlig aufgezogen, da sprang ein Ring der Aufzugsvorrich- tung, ein donnerahnliches Krachen folgte — die Kette ist zerrissen — die Pontons sind zertrümmert und der Stromspiegel — ein furchtbarer Anblick — scheint mit Menschen, die mit den Wellen ringen und mit ihren Hilferufen die Lust er» füllen, überdeckt. Die hinabtreibenden Wracks zerrissen die Schiffsbrücke im Nu, und daS ganze Stück vom Ofner bis zum Pesther Schildwacdposten wurde stromabwärts getrieben. Wagen und Menschen hatten sich vor dem Schreck in wilder Haft gerettet. Der Graf aber, wie bekannt die Seele des schönen großai» tigen Unternehmens, fuhr in höchst auf- geregter Stimmung nach Hause. Aus den ParlllmentSverhandlungen sind be» züglich Szächenyi's nur etliche Mo» mente hervorzuheben. So erklärte er in der Debatte über die gemeinschaftlichen Schulen mit milder, ruhiger Stimme: er sei nie ein Freund deS Zwanges gewesen und billige ihn auch jetzt nicht. I n der Sitzung vom 21. August erklärte der damalige Kriegsminister M6szä.ros, er habe das Avancement der Officiere an das Verständniß der im Regimente herrschenden Sprache geknüpft. Da siel Szschenyi ein: man möge sich keiner Täuschung hingeben, zur Hauptbedin« gung könne man die Kenntniß der unga« rischen Sprache nicht machen, es gebe Viele, welche dieser Sprache nicht machtig und doch bessere Patrioten feien, als so mancher Zungenheld. Am folgenden Tage kam es zur Debatte über die Stockstrafe in der Armee. Szöchenyi
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Susil-Szeder, Band 41
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Susil-Szeder
Band
41
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1880
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
340
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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