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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41
Seite - 266 -
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Seite - 266 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41

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i) Stephan 266 i) Stephan aus den Sternen", rief er unter Thränen auS, Blut und überall Blut. Der Bruder wird den Bruder, der Volksstamm den Volksstamm hinschlachten, unversöhnlich, rasend. Mit Blut wird man Kreuze auf die Häuser malen, welche niedergebrannt werden sollen. Pesth geht der Vernich« tung entgegen. Jagende Haufen werden AlleS verwüsten, waS wir gebaut. Ach! mein in Rauch aufgegangenes Leben! Am Gewölbe des Himmels zieht sich mit stammenden Buchstaben der Name Kos« suth hin — ÜHFeNuni v«i!" Die beiden Freunde suchten ihn zu beschwichtigen und stellten ihm vor, er sehe die Gefahr für großer an. als sie wirklich sei, dabei aber baten sie ihn, sich sogleich zum Pa» latin zu begeben, um den Umständen gemäß das Nöthige zu veranstalten. Szochenyi ließ Abend 9 Uhr seinen Wagen bereit halten. Den Freunden versprach er, auf der Rückkehr vom Pa» latin ihnen den Erfolg seiner Unter» redung mit demselben mitzutheilen. Aber er kam nicht zu ihnen zurück', wohl war er gegen Mitternacht heimgekehrt, jedoch in tiefster Aufregung und mit den An» sichten des Palatins unzufrieden. In den nächsten Tagen steigerte sich seine Aufregung. Da erklärte seine Umgebung und der zu Rath gezogene Arzt, der Graf müsse fort, seine Nervenanspannung habe eine bedenkliche Höhe erreicht; zu« nächst bedürfe er einer Luftveränderung. Ehe er Abschied nahm, ließ er sich — er konnte schon nicht mehr gehen — noch einmal zu seiner geliebten Kettenbrücke fahren. Dann verließ er am 3. Septem» ber Pesth — und er sah eS nie wieder. Mittlerweile spielte der Pöbel seine ge» wohnte Rolle. Gevatter Schneider und Handschuhmacher stempelten den Grafen zum Verräther. die widrigsten Gerüchte stiegen aus dem Modersumpfe des be> ^ kannten Mob an die Oberstäche. Man munkelte von Briefen, welche eine hohe weibliche Hand aufgefangen, man sagte von seinem Leibarzt, daß er einen hoch. Verrätherischen Briefwechsel aufgespürt und denunciirt habe. Auf seiner Fahrt nach Wien bei Gran angekommen, sprang der Graf plötzlich mit dem Aufschrei ,Blutl Blutl" in die Donau. Man setzte ihm nach. man rettete ihn auch, aber gemüthskrank wurde er in die Irren- anstalt zu Döbling bei Nien gebracht. Nun waren die Leidenschaften entfesselt. Der Redacteur des ,43. März". Albert Pä.lffy ^Bd. XXI, S. 199) zog in der Nummer 13 mit einem scandalösen Artikel gegen den unglücklichen Grafen los. Dagegen trat der bereits erblindete Baron Nicolaus Wesselönyi. Szö. chenyi's politischer Gegner, mit einer Entrüstung ohne Gleichen auf und brandmarkte Pal f fy . Er schrieb, daß er ein alter treuer Genosse, mitunter ein Handlanger des Grafen Szöchenyi gewesen, ihre politischen Bahnen hatten sich allerdings durchschnitten, aber die Freundschaft sei die alte, warme, treu» herzige geblieben. Szöchenyi habe Alles gesühnt. „Sein dem Vaterlande treues Herz ist gebrochen im Schmerz um dasselbe". Wenn der „13. März" glauoe, daß der Graf nicht krank sei, so. erkläre er den Redacteur für einen ehrlosen Verräther, wie Jeden, der be- haupte, Szöchenyi habe feig vorder Gefahr Reißaus genommen. Sei dies nicht der Fall. so habe die cynische Natur des „13. März" eine rohe, schonungslose, gemeine Bstise begangen und jeder ehrliche Ungar müsse, Szö« chenyi's bei dieser Schmähschrift ge» denkend, ausrufen: „Armer Löwe, wie weit ist es mit Dir gekommen!" Am 22. September schilderte, der Leibarzt
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Susil-Szeder, Band 41
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Susil-Szeder
Band
41
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1880
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
340
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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