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"Nr. t46 : ^Ein Szschenyi» Denkmal» Pro«
ceß".- — Neue I l lus t r i r te Ze i tung
(Wien, Zamarsti) 30. Mai 1880. Nr. 36.
Seite" 383: „Die Enthüllung des Szs-
chlNyi'Monunientes in Budapests. — In
der Zwischenzeit aber ließ die Unter«Sza«
bolcser Theiß » Regulirungsgesellsckaft ein
tlettleres Monument zum Andenken Szs«
ch e n y i's errichten, nämlich den SAß«
chenyi.Obelist. welcher am Theißufer
zwischen Tifza<Dob und Polgar in der Nähe
der Stelle, an welch« Graf Stephan
Szschenyi im Jahre 1845 die Theiß,
regulirung begann, sich erhebt. Die aus dem
Atelier des Pefther Bildhauers Gerenday
hervorgegangene etwa vier Klafter hohe
Dentsäul« steht auf einer Anhöhe von präch«
tiger Aussicht. Inschriften in ungarischer
Sprache erklären den Zweck des Obelistes,
dessen feierliche Einweihung der Bischof
Septemoir Alexander Lsvay. Präses der
genannten Gesellschaft, vornahm. — Aber auch
noch kleinere Denkmäler, wie Büsten,
Denksteine, wurden ausgeführt, am sinnig»
ften jedoch sind die dem Gedächtnisse des
Grafen zu Ehren errichteten St i f tungen.
St ipendien, Ehrenpreise u. dgl. m.
Was nun zunächst Szschenyi'S Büsten
betrifft — wir erwähnen hier nur die Ori»
ginale,_ von denen freilich zahlreiche Gyps.
und andere Copien inS Land gingen — so
hat eine trrffend ähnliche der Bildhauer
Hans Gasser im Jahre 138» vollendet.
Photographien derselben erschienen von Lud»
wig Anger er in Wien. Durch die Ver«
lagshandlung Werfer in Pesth kam im
Jahre <860 eine Abbildung dieser Büste ins
Publicum. Die weiteste Verbreitung aber
fand dieselbe durch den trefflichen Holzschnitt,
den die „Illustrine Zeitung" (Leipzig, I . I .
Weber) vom 3. Mai l86O, Nr. 8?9. brachte.
— Im Frühling 1360 modellirte Professor
Halbig aus München während seines Auf»
enihaltes in Pesth eine Büste Sz 6 chenyi's.
Der Künstler benutzte zu seiner Arbeit die
beiden im Gebäude der ungarischen Akademie
der Wissenschaften befindlichen Bildnisse des
Grafen, wobei noch mündliche Aufklärungen
ergänzend idn beriethen. Das Meisterwerk
gibt nach Aussagen Aller, die Szschenyi
kannten, die Züge desselben in sprechender
Aehnlicdkeit wieder. Der Gemeinderath der
Stadt Pefth beschloß die Ausführung der
Büste, in Carraramarmor uno ihre Aufstel»
lung auf einem Sockel aus Mauthausm r Granit im Sitzungssaale der Stadtcommunr.
— Auch die Pesther Sparcassa entschied sich
in einer Ausschußsitzung im April l860 für
die Aufstellung der Büste Szschenyi's m
ihrem Sitzungssaale. — Der Bildhauer
Marsch alt<5 vollendete im Mai i860 eine
Szschenyi'Nüste in Gyps, welche allgemein
als ein gelungenes plastisches Biloniß des
Grafen bezeichnet wurde. Ein Comitat ließ
sofort ein Exemplar in Metall gießen. Guß
und Eiselirung führte Meister Vandrsk
aus. — Ein Denkstein, den zur Erinne.,
rung anSzschenyi Graf Franz Nädasdy
uno Koloman Thaly im Jahre l860 bei
dem Bildhauer Gerenday anfertigen ließen,
konnte in Folge eines Befehles des damali»
gen Stadtcommandanten von Pesth nicht den
für ihn ausersehenen Platz auf dem höchsten
Punkte des Szschenyi. Berges einnehmen.
Erst im September <86l gelang es Gustav
Emich, dem Eigenthümer jener Berßkuppe,
den Denkstein daselbst neben der Marmor»
bank aufstellen zu lassen, welche auf Anord«
nunH eines Herrn Erköoy für die ermüde,
ten Besucher des Szschenyi, Berges ange-
bracht worden war. — Auch durch St i f ,
tungen. St ipendien. Preise wett»
eiferte man, das Andenken des Verewigten
zu feiern. Den Reigen eröffnete daS S zs.
ch enyi-St ipen diu m, welches der Ge»
meinderath der Stadt Maria Theresienpol
im Jahre 1860 am Gymnasium daselbst
stiftete. Es betragt 200 st. jährlich und soll
für immerwährende Zeiten den Namen
„Szsch enyi»St ipendium" führen. —
Eine Spi ta ls t i f tung zu Ehren Szs«
chenyi's beschloß in seiner Generalver-
sammlung vom 2. Mai 1860 der Pesther
Spitaluerein. Derselbe richtete an die Witwe
des Grafen ein Beileidschreiben, ließ im
Sitzungssaale daS Bildniß des Verewigten
aufhängen und ordnete zu dessen dauerndem
Andenken unier den von Menschenfreunden
gestifteten Betten eine Ehrenstiftung unter
dem Namen „Sz sche ny i-Bcttsti f t unn"
an, welche Benennung das betreffende Bett
für immerwährende Zeiten führen foll. —
Schließlich ist noch zweier Szschenyi«
Preise zu gedenken. Den einen stiftete der
Casinoverein in Fünfkirchen im Mai 1860.
Der Zweck dieses Preisrs besteht darin, daß
alljährlich am 8. April das beste der von
Studirenden der Fünfkirchener Hauptschule
verfaßten poetischen Werke mit vier Stück
Ducaten geklönt werden, soll. — In Klau»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Band 41
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Susil-Szeder
- Band
- 41
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 340
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon