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S)6chenyi, Stephan 280 i) Stephan
30. April l860 in der Pestder Pfarrkirche
unter glänzender Betheiligung des Publi,
cums aus allen Ständen statt. Der Gene-
ral<Gouverneur Feldzeugmeister von Bene.
det in Begleitung eines Adjutanten wohnte
in Person der Feier bei. welche der FĂĽrst'
Vrimas von Ungarn trotz seines leidenden
Zustandes abhielt. Graf Emil Dessewffy
richtete nach beendeter Ceremonie im Namen
der Akademie Worte des innigsten Dankes
an den hochwüldigen Prälaten, der hierauf
unter Anderem auch Folgendes enrgeanete:
„Als das unwürdige Oberhaupt der tatho.
lischen Kirche Ungarns betrachte ich es fĂĽr
meine Pflicht, dem groĂźen Todten die letzte
Ehre zu erweisen". INeuesteNachrichten
(Wiener polit. Blatt) I I . Jahrg.. 2. April
1360. Nr. l22: „Das Requiem für den
Grafen Stephan Szschenyi in Pest". —
Tagespost (Gratzer Blatt) 3. Mai 1860.
Nr. 102: „Das Pesther Requiem für Szs
chenyi". — Die Glocke (Leipzig, 40.) 1860.
Nr. 72, S. 313.- „Das Requiem für den
Grafen Szschenyi in Pest".^l — Von anderen
Kundgebungen der öffentlichen Theilnahme
bringt der „Pesther Lloyd". t860. Nr. 106.
das Beileidschreiben von Seite des Präsi»
diums des Nationalmuseums an die verwit«
wete Gräfin Step ha n Szs cheny i Gunter
Len „Tagesneuigteiten"1; ebenda das Schrei
ben der Pefther Handelsstände an die unga<
rischr Akademie aus gleichem Anlasse. Das'
selbe Blatt berichtet in der nämlichen und
in vielen späteren Nummern auch über die
Trauerfeierlichkeiten, welche zu Ehrrn S z6.
chenyi's an anderen Orten Ungarns statt
fanden. — Derselbe. 1860, Nr. 138. ver«
öffentlicht die BeileidSadresse der Kumaniei
an die verwitwete Gräfin. — Ueber einzelne
Trauerfeste erschienen selbständige Schilde»
rungen so z. B.: „^- IeFu».3?obb waF^Hr
37äL2iiuubi>6!?-s » töiüIcolHi tav.u.16 ih'u-
Läßnäl. 8äro5p2t^Icall, H töislc. imatOi'liisbsu
WH. 17-62 1860, d. i. Die Trauerfeier des
Grafen Szschenyi. des größten Ungarn, in
Särospatak abgehalten am 1?. Mai 1860
(Särospatak. gr. 8".. 28 S.); — „Voi^oä.
väriri6356 d^ivsdbu Niä^oloon 1869 april
bodau", d. i. Szschenyi<Trauec im Herzen
oeS Aocsoder ComicatS. abgehalten in Mis»
kolcz im April 1860 (Miskolcz 1860. Adam
Räcz, 8°.. 32 S.). — Einen erhöhten Cha>
ratter aewann die Todtenfeier in Gran,
indem Dechant Martin Miskolczy in der
nach dem Requiem in der Franciscanertirche abgehaltenen Comitatscongregation in seiner
Gedächtnißrede beantragte. Szschenyi's
unsterbliche Verdienste durch einen Gesetz»
art ikel zu verewigen. Sodann wurde die
Errichtung der Walhalla (Üävioläo). welche
Szschenyi selbst noch angeregt, in Antrag
gebracht, und der erste Platz in derselben
sollte dem Todten vorbehalten' bleiben. —
Bei so viel Licht fehlte' auch der Schatten
nicht. Und ein solcher ist das demonstrative
Verhalten des damaligen Bischofs von Ka«
schau, das bei der allgemeinen Begeisterung
der ^Wehmuth, welche ĂĽber Sz6ch enyi's
Tod im ganzen Lande sich kundgab, nicht
geringes Aufsehen erregte. Der erwähnte
Bischof untersagte nämlich die Abhaltung
eines solennen Trauergottesdienstes fĂĽr den
Grafen. Er erzielte aber damit eine gewiĂź
nicht beabsichtigte Wirkung. Eine zahlreiche
Menschenmenge versammelte fich in der Dom»
kirche zur sogenannten „stillen Messe" und
stimmte nach Beendigung derselben, ohne
vorausgegangene Verabredung, in der Kirche
das Sz6zat und Kölcsey's Hymne an,
dann begab sie sich sofort aus dem Dome
in die evangelische Kirche, in welcher eben
Pastor Sku ltety eine ergreifende Trauer«
rede auf den Dahingegangenen hielt, und
nach den letzten Worten des Geistlichen sang
sie auck hier das Szözat und die Hymne ab.
VI l l . Mographien. 4. Selbständige Schrif-
ten. ») I n deu t sche rSp rache .
Im Jahre 1860 bereits, also unmittelbar
nach des Grafen Stephan Szschenyi
Tode. schrieb die bekannte, um Förderung
ungarischer Literatur so verdiente Pesther
Verlagshandlung von Moriz Räth einen
Preis von 100 Ducaten fĂĽr die beste im
populären Styl gehaltene Biographie Szs»
chenyi's aus und dachte den Reinertrag
dem zum Gedächtniß Szschenyi's zu errich-
tenden Denkmal zu. — Erinnerungen
an Grafen Stephan Szschenyi (Genf t860,
Fick, gr. 8«>.. S2 S.; zweite AuSgabe Basel
1860. H. Georg. 8<>., 148 S-). Eine fran-
zösische Uebersehung dieser Schrift, deren
Verfasser K. M. Kertbeny ist, erschien
unter dem Titel: «Noties eur Is oowts
sösoKkQ^i. Llaäuit var O. Lsv i l l i oä "
(Qsuövs 1860, 6soi-Fs, gr. 6"., 47 S.). —
Gedächtnißrede des Barons Joseph
Eötoös über Stephan Szschenyi. gehalten
im Nationalmuseum am !3. October 4860.
(Pesth 1860. Emil Müller, gr. 6°., S. t6)
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Band 41
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Susil-Szeder
- Band
- 41
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 340
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon