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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41
Seite - 287 -
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Seite - 287 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Band 41

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i) Stephan 28? r^ Stephall gar eine blutige Fortsetzung von 1848. Der ist kein Patriot, der das abwatH«G will. Ungarn datirt nicht von 48i3. sondern vom Jahre iooo. Wenn Ungarn Oesterreich zürn Kampfe herausfordert, so wird letzteres dem Auslande jedes Zugeständniß machen, alle seine Kräfte sammeln und Ungarn in De. partemems theilen, dann ist aber ünis üun- ßarias." So schrieb der Graf sechs Tage vor seinem Tode. Und doch gibt es Leute, die es sich nicht nehmen lassen, den Grafen für irrsinnig zu halten. Nun, dann ist mir der Irrsinn des Grafen Sz6chenyi lieber als die gesunde Vernunft der gewöhnlichen Menschen. — Graf Szächenyi und die Bezeichnung „Buda-Pesth". Der Gesetz. artikel IV vom Jahre 1848 bestimmt Pesth ausdrücklich zum Sitze des Landtages. Ebenso bezeichnet aber auch der Artikel I I I d. I . Vuda» Pestbals Sitz der ungarischen Regie, rung. Diese Eigenthümlichkeit der verschie« denen Benennung, einmal Pefth und ein« mal Buda» Pesth. in den aufein anderfol. genden Gesetzartikeln d. I . erregte die Auf. merlsamteit des „?ssti Nai»1<5", der denn nun. seinem kritischen Bedenken nachgebend, den ursprünglichen Entwurf einsah und fand. daß auch in der Stelle deS Artikels IV Buda»Pest gestanden, und daß Stephan Szschenyi als.Mitglied der Commission es war. der auS diesem Binom das erste Glied (Buda) weggestrichen. Als man den Grafen später um den Grund dafür fragte, gab er ausweichend zur Antwort: „Weil eö sonst nie dazu lommen dürfte, daß man in Pefth ein »nonumentales Repräfentantenhaus baut". Mit dieser Antwort, die für den 'Augenblick galt. stellte man sich aber nicht zufrieden, und Baron Kemäny ging del Sache tiefer auf den Grund und legte den ganzen Hintergedanken Szächenyi's klar auseinander, Wir können dier nicht des Näheren auf diesen nicht uninterrffanten Vor> gang eingehen, der dalin gipfelt, daß Sz6' chenyi es für bedenklich hielt, daß der Land» tag in einer Festung (Buda»Pej!h ist eine solche) tagen solle, was in Tagen des Frie» dens von geringem Belange, während in jenen einer revolutionären Volksbewegung der gesetzgebende Korper innerhalb der Fe» stunasmauern nicht frei sei. Die folgende Quelle gibt eine ausführliche Darstellung des S z 6 ch e n y i'schen Gedankenganges. s^Bohemia (Prag. 4'.) l7. Februar ls6l, Nr. 42 S. 36?: ,Aus Pesth".) — Der Szscheuhi - Hügel. Der frühere so»" nannte „Schwabenberg" in Pesth wurde im Jahre <860 in „Sz6chenyi<Berg" um« getauft. Die Pesther Jugend hat nun da. selbst einen Steinhaufen zusammengetragen, welcher sich bald zu einer ansehnlichen Höhe erhob und der eigentliche Szschenvi<Hügel ist. Neben demselben befindet sich eine Stein, bank. auf deren Pesth zugekehrter Seite eine ungarische Inschrift steht, welche über» setzt folgendermaßen lautet: „Wanderer, den der Wen herbeigeführt — zu diesem zusam» mengetraaenen Steinhügel — wisse, des „großen Ungarn" Namen — des herrlichsten unter den herrlichen — des großen Sz6« chenyi — trägt dieser Hügel — jetzt und immerdar.. — Getauft hat ihn patriotische Pietät —ehrend, segnend das hohe Verdienst"» Auf der Rückseite steht: »s2sokoQ?l kbs?ß ülöko, ^861, 8spt. 2*. Auf einem neben dem Steinhaufen angebrachten Ruhesitze ist Szschenyi's Pild. von einem Immortellen» kränze eingefaßt, angebracht. Zur Bezeich' nung dieses Ortes ließen Franz Graf Nil« dasdy und Coloman Tha l i bei dem Pesther Bildhauer Garay eine Gedenktafel anfertigen, auf welcher der Tag der Nm» taufe des Schwabenberges: »L-sokoii^i» iialow. 1860, N k M 20« eingemeißelt ist. Der Grund, auf welchem die Szschenyi'Bank steht, war im Jahre !86l Eigenthum des Herrn Gustav Emich. — Das Szschenhi» Album. Im Jahre 4861 wurde die An» legung eines Szschenyi.Albums geschlossen, welches im ungarischen Nationalmuseum aufbewahrt werden sollte. Bald nach erlas, senem Aufrufe fanden sich 60 prorotollirte Theilnehmer, deren Reihe der damalige Nestor der ungarischen Akademie Andreas von Fay eröffnete. Nun folgten prosaische Auf« sähe. Gedichte, Seidenstickereien von Damen, Duplicate der an die Gräsin Witwe gerich» teten Condolenzoriefe. Auch Beiträge für den Einband des Albums liefen alsbald ein, und für die geschriebenen Beiträge lagen in der Museumvibliothet eigene Bogen (Szöchenyi- Papier) bereit. Von Zeit zu Zeit wurden Be, richte über den Fortgang des Albums veröffent- licht. — Metternich über Szschenyi. Als Fürst Metternich Nachrich. erhielt, daß Graf Stephan schwer leidend nach Ober« Döbling zu vi>. Görgen gebracht worden, sprach er die denkwürdigen Worte: „Dieser Mann war aus jenem Holze geschnitzt, auS welchem die Vorsehung die großen Staatt»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Susil-Szeder, Band 41
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Susil-Szeder
Band
41
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1880
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
340
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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