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amt der Poetik und Rhetorik versahen
und namentlich das Studium der unga«
rischen Sprache förderten. Der Unter«
richt dieser beiden in der heimischen Lite«
ratur rühmlichst bekannten Männer blieb
nicht ohne Einfluß auf Szeder, der
sich mit besonderem Eifer auf das Stu<
dium der Muttersprache warf. Im Jahre
4806 begab er sich nach Preßburg, um
an der Akademie daselbst die philosophi«
schen Jahrgänge durchzumachen. Nach
seinem Austritte aus dieser Anstalt
(1802) diente er ein Jahr lang als
Kanzlist, dann 1803 als Oekonomie«
beamter. Da ihm letztere Beschäftigung
wenig zusagte, trat er 1804 im Stifte
auf dem MonS Pannonius in den Bene^
dictinerorden. welchem er nun bleibend
angehörte. Nachdem er die Novizen«
jähre von 1805—1807 in Raab zuge.
bracht hatte, übernahm er ein Lehramt
der Theologie in seinem Stifte, wo er
am 23. August 1808 die Priesterweihe
e^mpsing. Kurze Zeit darauf vertauschte
er seine Stelle mit einer Professur der
Rhetorik, wurde 1812 Lehrer der
Poetik zu Raab, später daselbst Schul-
director. I n letzter Eigenschaft nach
Oedenburg versetzt, kam er von da im
Jahre 1817 als Kanzelredner nach
Kleinzell. Als solcher erwarb er fich
durch seine daselbst gehaltenen Predigten,
die sein Biograph als Perlen der unga«
lischen Homiletik bezeichnet, sebr bald
einen ehrenvollen Ruf. Da ihm aber die
klimatischen Verhältnisse in Kleinzell nicht
zusagten, gab er seine Stelle auf und
kehrte wieder zum Lehramt zurück,
welches er nun zwei Jahre in Raab
(1813—1820), vier in Tymau (1820
bis 1824), zwei in Komorn (1823 und
1826) und vier Jahre in Gran (1827
bis 1830) versah. 1831 von seinem
Abte ins Kloster zurückgerufen, erhielt er daselbst ein Lehramt und mit diesem
zugleich die Aufsicht über die Münzen.,
Mineralien- und Alterthümetsammlung.
Im Jahre 1833 machte ihn der Prälat
zum StiftSarchivar. 1838 zum Biblio-
thekar und 1842 zum Verwalter der
Klostergüter zu Füßi. An letzterem Orte
scheint Szeder im Jahre 1836 — zu
jener Zeit bereits 72 Jahre alt — noch
gelebt zu haben. Er war auch schrift-
stellerisch thätig und schrieb kleinere Ab.
Handlungen und Artikel für die „ luäo-
män^Og F^HtsrQön^", d. i. Wissen»
schaftliche Sammlung, für die „Aurora"
und andere schönwissenschaftliche Or<
gane seiner Zeit. Im Buchhandel ist
von ihm erschienen: „^
d. i. Die Lehre des Katholicismus mit
Rücksicht auf den Protestantismus (Tyr-
nau 1820), nach einem im Jahre 1818
zu Luzern herausgegebenen deutschen
Werke; —
Hz'", d. i. Auserlesene Stücke aus
einigen vorzüglichen vaterländischen Wet>
ken für Jünglinge, welche ungarische
Lecture lieben (ebd. 1821). als erste na-
tionale Chrestomathie bemerkenswerth;
a", d. i. Der Tod Azaels oder
Dina'S Entzücken (Pefth 1836) ; —
', d. i. Kinderglückwunschbuch
für die Jugend (Gran 1827). Unter
seinen ungedruckten Arbeiten befinden
sich außer mehreren historischen und
schöngeistigen Aufsätzen: ein Leitfaden
über Anlegung englischer Gärten, allem
Anscheine nach veranlaßt durch die An«
deutungen darüber in Puckler-MuS-
kau'S .Briefen eines Verstorbenen";
dann noch mehrere Dramen. Auch grün»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Band 41
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Susil-Szeder
- Band
- 41
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 340
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon