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) Ladislaus 23 l yi^ Ladislaus
hi, Ladislaus v. (Staats«
mann. geb. zu Pef th 2. Jänner
1806). Der Sproß einer angesehenen
ungarischen Adelsfamilie. Als Sohn des
Vicekanzlers Sigmund Szögysnyi
(geb. 1773. gest. 1826) auS dessen (Z
mit Jul ie Pä.szth ory genoß er eine
vortrefflich geleitete Erziehung. Dem
Staatsdienste in politischer Sphäre sich
widmend, bekleidete er vor 1848 der
Reihe nach die verschiedenen Rangstufen
beider ungarischen Hofkanzlei in Wien.
Lange vor der Bewegung, die zuletzt
alle Dämme überspringend das Land in
unübersehbares Elend stürzte, stand er in
steter Verbindung mit der Partei der
Altconservativen in Ungarn, welche zu-
erst unter Aurel Dessewffy's Füh-
rung, dann unter jener Samuel Baron
Iosika's, Männer wie Georg Grafen
Apponyi . EmilDessewffy, Anton
SzecSen, Niklas Baron Vay. Du-
schek, Zsedönyi, Wickner u. A.
vereinigte. Im Jahre 1844. mit der Er-
Hebung des Barons Niklas Vay zum
Präsidenten des königlich ungarischen
Ober,» Provinzialcommiffariates, erfolgte
SzögyHnyi's Ernennung zum Chef der
neu eingesetzten Studien« und Censur»
Commission in Ofen. Das Sturmjahc
1848 sah ihn als Hofcath bei der un«
gariscben Hofkanzlei, und als mit aller-
höchstem Handbillet ääo. 3. December
1830 Baron Kübeck zum Präsidenten
deS in der Verfassung gegründeten Reichs»
rathes berufen worden war, zählte zu
den am 13. April 1831 ernannten
Reichslächen Baron B u o l , Hugo
Fürsten Sa lm, Baron Krieg, Franz
Grafen Zichy. Baron Purkhardt.
Andreas Baumg artner und v. Sal«
vot t i auch LadiSlaus von Szögyö»
nyi. Daß dieser Reichsrath nie zu. einer
ostensiblen Thätigkeit gelangte, ist be» kannt. Als im Jahre 1833 die Con«
ferenzen wegen neuer politisch, gericht»
licher Organisation und Eintheilung der
österreichischen Kronlander tagten, ge-
hörte der für Ungarn unter dem Vor<
fitze des Erzherzogs Albrecht bera«
thenden Conferenz als Beisitzer neben
Grafen App onyi. Baron Geringer
und Baron Hauer auch Ladislaus
von Szögyänyi an. Nach dem un»
glücklichen italienischen Feldzuge 1839
wurde mit kaiserlichem Patent vom
3. März 1860 der bereits seit 1830 be-
standene Reichsrath verstärkt, und der
in Rede Stehende, welcher mittlerweile
die geheime Rathswürde erhalten hatte,
blieb auch Mitglied dieses verstärkten
Reichsrathes. Bei dec bald darauf er»
folgten Wiedererrichtung der feit 1848
aufgelösten ungarischen Hofkanzlei wurde
er zum zweiten Hofkanzlei an derselben
ernannt. An den Berathungen des vec-
stärkten Reichsrathes nahm er stets regen
Antheil, so sprach er sich schon in der
vierten Sitzung (vom 8. Juni 1860).
in welcher die Frage dec Gcundbuchs-
ordnung zur Berathung gelangte, ent«
schieden dahin auS, daß die Behandlung
dieses Gegenstandes besser jenen Or-
ganen überlassen sei, welche für die
Landesangelegenheiten inS Leben gerufen
worden. Er äußerte dann im ferneren
Verlaufe der Verhandlungen seine An-
sichten über Adminiftrativjustiz, über
Landesfonde, erklärte sich für die Berech,
tigung einzelner Kronländer auf An-
spruch einer Subvention aus Staats»
mitteln und für Ausdehnung derselben
aufWohlthätigkeits» und andere Landes»
anstalten. In der so wichtigen Concor-
datSfrage. in welcher Graf Apponyi
in der Sitzung vom 17. September 1860
mit aller Reserve, aber zugleich mit aller
Entschiedenheit gegen eine Schädigung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Band 42
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Szedler-Taasse
- Band
- 42
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 356
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon