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240 i) Lucas
versah er Lehrkanzeln der Philosophie
und Theologie, überall im Rufe eines
ebenso gelehrten als mit der Lehrgabe
besonders begnadeten Priesters. I n der
Folge kam er als Präfect an das Adeli
gen-Convict zu Neutra, wo er sich nach
seiner Beförderung zum Rector nament
lich um den Pau der Kirche, zu welcher
er auch den Grundstein gelegt hatte,
große Verdienste erwarb. Im Jahre
1730 begab er sich als Oonsuitor ?
vinoig.6 auf die nach Rom einberufene
General«Versammlung seines Ordens,
bei deren Berathungen er ebenso durch
feine sanften Sitten wie durch die Gründ-
lichkeit seines Wissens fördernd und ver
mittelnd wirkte. Nach seiner Rückkehr
war er wieder in verschiedenen Collegien
seiner Ordensprovinz, und zwar bald
als Provincial, bald als Rector, thätig,
bis er von dem Bischöfe von Waitzen,
Cardinal Michael Friedrich Grafen
A l thann , als Rath in dessen Const
storium berufen wurde. I n dieser Eigen
schaft vertheidigte er nach Erledigung
desBischofssitzes dieRechte desWaitzener
Collegiums wie e^ne des damaligen
Propstes mit solcher Umsicht und Energie
gegen die Insurgenten, daß ihn der
Primas und Erzbischof von Gran Tme-
rich Graf Vszterh ä.zy als den gelehr,
testen und klügsten Mann bezeichnete.
Bald darauf zog ihn Martin B i r ö
M . I, S. 408). Bischof von Veszprim.
als Haustheologen an seinen Bischofssitz,
unter gleichzeitiger Ernennung zum Rathe
seines Oberconfistoriums und zum Regens
des Seminars seines jüngeren Diöcesan»
clerus. I n diesen Eigenschaften stand
Szokoloczy dem Bischöfe in den Ver»
Handlungen der wichtigsten Angelegenhei»
ten berathend zur Seite. I n Controvers,
fragen holten die gelehrtesten Männer
seiner Zeit seine Ansicht, seinen Rath ein. So wirkte er stets einflußreich, auch als
er sich schon in das Stift seines Ordens
zu St. Georgen, einer königlichen Frei-
stadt im Preßburger Comitate. zurück«
gezogen hatte, wo er im Alter von siebzig
Jahren das Zeitliche segnete. Von seineir
Arbeiten find im Druck erschienene
aö
?2'a?«s
st
. .. " (Raall 1744, G. I . Streibig),
-, 4".).
(Luäaa 1809, 8«.) ?ai-s I I . p. 7il.
Szokolowski, Lucas (gelehrter P i a.
rist, geb. 1789, gest. 1770). Im Jahre
1733 trat er in den Orden der frommen
Schulen, in welchem er unter dem
Klosternamen Lucas a S. Thoma
mehrere Jahre hindurch am Collegium
zu Rzeszow lehrte, wo ihn auch ein
früher Tod ereilte. Kr war schriftstel»
erisch thätig und sonderbarer Weise ver-
öffentlichte er — ein katholischer Priester
— die erste polnische Nebersetzung des
berühmten Werkes: „Tausend und eine
Nacht" unter dem Titel:
lud e^Liao noo^ i
(Warschau 1766, Grel. wiedergedruckt
ebenda in 12 Banden, 1772. 8".); er
bewerkstelligte diese Uebersetzung nicht
aus dem arabischen Original, sondern
nach der französischen Ausgabe des
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Band 42
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Szedler-Taasse
- Band
- 42
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 356
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon