Seite - 247 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Szedler-Taasse, Band 42
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) Gustav 247 ) Gustav
Babel« ein Lustspiel, 1828 in der Zeit-
schrift „305201^«) d. i. Der Kranz; —
.Glaube, Hoffnung und Liebe" 4837 im
„Nu2g.rion"; — „Das Preisbild"
1837 in der Aurora«; — „Napoleon
als Schriftsteller" im »i'uäoWHi^tHr"
und die Einquartierung' Luftspiel im
„^iv^kon-^v" (lleberschwemmungs»Al-
bum)', und einige Leitartikel für „^e-
lsnkol" (die Gegenwart). Sprach sich
auch in allen diesen Arbeiten schriftstel«
lerische Gewandtheit, Geist und unge-
wöhnliches Wissen aus, so erregte er
denn doch erst mit seinem Werke: „^>o-
d. i. Propyläen zur ungarischen Philo»
sophie (Ofen 1839). in wissenschaftlichen
Kreisen Ungarns, welche er in dem»
selben mit verschiedenen philosophischen
Systemen bekannt machte, nicht gewöhn-
liches Aufsehen. Nicht etwa. daß er ein
neucs philosophisches System geschaffen
hatte, aber er erklärte sich als Gegner
Hegel's und der neueren deutschen Phi«
losophie, und das wollte zu jener Zeit,
da man in philosophischen Kreisen noch
zu H e g e l schwur, immerhin etwas
sagen. Tr trat in die Fußstapfen Hetö»
nyi'S, der, indem er jedes constructive
Princip der Philosophie negirte, ihr nur
ein regularives einräumte, dieses letztere
aber als ihr absolut nothwendig und
unerläßlich bezeichnend, denn das Gesetz
der Einheit befindet sich in unserer Ver>
nunft. ohne diese ist es nicht denkbar,
die Erkenntniß in ein einheitliches Gan.
zes, in ein System zusammenzufassen.
Szontagh war nun der zwar nicht
originelle, aber doch gründliche und
tüchtigste Fortbildner deS Hetönyi ' .
schen Grundgedankens, Die ungarische
Akademie nahm den wissenschaftlichen
Kampfer unter die Mitglieder der philo»
sophifchen Classe auf. und er behandelte in seiner Antrittsrede die Hauptprin-
cipien und den Charakter der ungarischen
Philosophie. Später hielt er in dieser
gelehrten Körperschaft die Gedächtniß»
rede auf Alexander Tanarky, welche
in den Schriften derselben abgedruckt ist,
und schloß dann seine schriftstellerische
Thätigkeit als Philosoph mit dem Werke:
5^. nlQLl/a?' SFl/ST'smsn^sH "iiFAs" (Pesth
1833). Mit dieser strengn issenschaft-
lichen Wirksamkeit verband er aber auch
eine große Vorliebe für die Landwirth'
schaft und den Gartenbau, namentlich
für die Specialitäten der Melonen« und
Tabakcultur, über welche von ihm fol«
gende Schuften erschienen sind: „^.
HH6»v6cis?M>SH <iz'nnZ,65s") d. i. Der Pas'
fionirte Melonenzüchter (Miskolcz 1843,
zweite Auflage Pesth 1834); — „ N-
is'sT-s", d. i. Anleitung zu einem ratio»
nellen Tabakbau (Ofen 1846. 2. Aufl..
Pesth 1834). welche mit dem Preise
gekrönt wurde. Kleinere Fachartiköl ver
öffeiitlichte er in der landwirthschaftlichen
Zeitschrift: ^I62si ^HH«. Seit 1849,
in welchem Jahre der provisorische Aus»
schuß des Pesiher LandwirthschaftS-Ver-
eineS sich gebildet hatte, gehörte er dem-
selben als Mitglied an und entwickelte
als solches eine aufopfernde und sehr
ersprießliche Thätigkeit. Szontagh
starb unvermält im Alter von 63 Jahren.
Sem jüngerer Bruder Adam Thad»
daus (geb. 1794, gest. 1830). gleich dem
Vater Gömörer Stuhlrichter, pflanzte
mit seiner Gattin Iosepha Abra-
ham i diesen Ncbenzweig deS aus-
gebreiteien Geschlechts der S z o n»
t a g h fort.
Allgemeine Zei tung (Augsburg. Cotta.
4".) 1838. Nr. 16i, S. 2639 «. f. — Oestel.
reichische Zeitung (Wiener polit. Blatt)
l838. Nr. 429: ,Correspondenz aus Pesth
660.8. Juli. — Mi l i tä r . Zei tung (Wien
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Band 42
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Szedler-Taasse
- Band
- 42
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 356
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon