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Atankovics, Ludwig (Vater) 235 S)tankovics, Ludwig (Vater)
löny im Borsoder Comitate Ungarns
23. August 1803. gest. 10. April 1868).
Sein Vater Andreas, zuletzt Ritt«
meister und EScadrons»Commandant bei
Erzherzog Ferdinand Huszaren Nr. 3,
wurde in Anerkennung seiner Verdienste
1827 in den erbländischen Adelstand er«
hoben. L u d w i g trat am 1. August
1820 in das nämliche Regiment als
Nx xropiiis-Cadet ein, rückte in dem»
selben am 1. April 1821 zum Unter-
lieutenant, am 13. December 1827 zum
Oberlieutenant vor und kam am
16. November 1831 als Eapilänlieute«
nant in das Infanterie-Regiment Frei»
Herr von Heß Nr. 49. in welchem er am
1. December 1837 zum wirklichen Haupt»
mann aufstieg. Am 8. April 1842 wurde
er Major bei Culoz-Infanterie Nr. 31,
am 19. April 1847 Oberstlieutenant und
schon im nächsten Jahre Oberst und
Commandant dieses Regiments. 1850
erfolgte seine Ernennung zum General,
major und Brigadier im 1. Armeecorps,
am 3. April 1838 aber zum Feldmar»
schall-Lieutenant. Am 4. October 1866
trat er mit Feldzeugmeister-Charakter in
den normalmaßigen Ruhestand über, den
er nur anderthalb Jahre genoß, da er
im Alter von 63 Jahren von einem
Scklaganfall plötzlich dahingerafft wurde.
I n den Rahmen seiner 46jährigen Dienst»
zeit fallen mehrere Thaten dieses rühm»
vollen Kriegers, in Folge deren ihm die
höchste militärifche Auszeichnung, der
Maria Theresien-Orden zu Theil ward.
Beim Ausbruch der Bewegung deS
Jahres 1848 befand er sich als Oberst-
lieutenant mit seinem Regimente in Te>
mesvär. Die Kämpfe begannen, er
rückte zum Obersten vor. Da unternahm
am 14. December 1849 Generalmajor
Graf Leiningen eine Expedition zum
Entsahe von Arad. Nun führte Sztan- kovics eine Division des von dem
Hauptmann M e l z e r commandirten
Bataillons in Person zum Sturme gegen
die bei Neu-Arad errichteten Barcikaden
und Fleschen. Seine Leute zum Kampfe
anfeuernd, drang er unter dem hef«
tigsten Klemgewehr» und Kartätschen»
feuer des Feindes mit wahrer Todes»
Verachtung vor und nahm siegreich alle
Verschanzungen. Bald darauf kam er
als General »Quartiermeister an die
Seite des Feldmarschall > Lieutenants
G l ä s e r und zeichnete sich in den
Kämpfen bei Arad am 8., 9. und
13. Februar 1849 durch militärischen
Scharfblick, Umsicht in seinen Anord«
nungen und persönliche Tapferkeit so
hervorragend aus, daß man die glück-
lichen Erfolge dieser Tage vornehmlich
ihm zu danken hatte. Nun kamen plötz-
lich die beunruhigenden Nachrichten von
der Einnahme Hermannstadts und Krön»
stadtS durch die Rebellen, ferner, daß
von diesen unter Commando Bem's
Karlsburg cernirt und sämmtliche Paffe
Siebenbürgens beseht seien, da galt eS
so rasch als möglich die Festung Temes«
vä.r verproviantiren und die Besatzung
derselben thunlichft verstärken. I n diesen
schweren Tagen leitete Oberst Sztan»
kovics an der Seite des comman»
direnden Generals Freiherrn von Ru»
kowina die Geschäfte des General»
stabeS, und da war er es, der in kür»
zester Zeit, von den treu gebliebenen
Behörden auf daS eifrigste unterstützt,
die Verproviantirung der Festung für
drei Monate bewerkstelligte, die Garni«
son um fünfthalbtausend Recruten ver»
mehrte und so im Ganzen auf 8639
Mann brachte. Trotz alledem waren die
Kräfte dem weit überlegenen Feinde
gegenüber nicht hinreichend, so z. B.
sollten an Artillerie und Genietruppe«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Band 42
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Szedler-Taasse
- Band
- 42
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 356
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon