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SZtä.ray. Anton 289 Atäran, Anton
27 Jahre alt gewesen. Ein ziemlich alter
Fähnrich, wenn mair bedenkt, daß
Sztä.ray ein Grafensohn ist und einer
alten angesehenen Familie angehört.
Unter so bewandten Umständen möchte
denn doch daS Jahr 1740. nach
Nagy's Angabe, das annähernd rich'
tige sein, und dann hatte der General
nicht 76, sondern nur 66 Jahre gelebt.
Noch im Jahre seines Eintritts in den
kaiserlichen Waffendienst nahm er am
vierten Feldzuge des siebenjährigen
Krieges Theil, focht in der siegreichen
Schlacht bei Kunersdorf (12. August
1789). dann bei Iandshut am 23. Juni
1760, wo Loudon das preußische
Corps des Generals Fouquet auf»
rieb, bei Liegnitz (13. August d. I.) und
vor Schweidnitz, welches Loudon am
t. October 1761 durch Ueberfall und
Sturm eroberte. Für sein ausgezeich-
netes Verhalten wurde S z t ä. r a y
Hauptmann im Infanterie > Regimente
Nr. 52. Im bayerischen Erbfolgekriege
1778/79 bereits Commandant eines
Grenadierbataillons, that er sich bei der
Vertheidigung des Postens Hermens«
dorf gegen den preußischen General
Lossow am 13. Jänner 1779 durch
besondere Bravour und Tapferkeit so
hervor, daß er zum Obersten im ersten
Szekler Grenz . Regimenle befördert
wurde. Neue Lorbeeren erkämpfte er sich
am 17.Februar d. I . bei Pfaffenberg und
Mesnik, in welchen Stellungen er mit
einem einzigen Bataillon seines Regi»
ments in einem dreistündigen heftigen
Kampfe den Angriff von fünf feind.
lichen Bataillonen bestand und zurück«
schlug. Im Türkenkriege 1788/90 erhielt
er als Oberst bei Niclas Graf Eszrer-
hä.zy.Infanterie Nr. 33 von Kaiser Io-
seph den Befehl, mit einem Bataillon
und drei Geschützen die Palanke von Schabatz zu stürmen. Er vollbrachte es,
schlug die Ausfalle aus dem Castell, wo«
hin der Feind sich zurückgezogen hatte,
siegreich ab und nöthigte denselben zur
Kapitulation. 19 Fahnen, 22 Geschütze
und eine große Anzahl Gefangene
fielen in unsere Hände. Im Jahre 1789
wurde er Generalmajor. Als solcher
erkämpfte er sich bei der Erstürmung
von Belgrad das höchste militärische
Ehrenzeichen. Er führte bei diesem
Sturme die vierte Colonne gegen daS
Constantinopeler Thor. An der Spitze
des Bataillons ESzterhäzy setzte er über
die Palissaden und trieb die Feinde die
ganze Gaffe entlang über die Moschee
hinaus bis zu den letzten Häusern am
Glacis der Festung. Als er hier Siel-
lung genommen hatte, behauptete er
sich im heftigsten Kugelregen des Fein-
des und erhielt bei dieser Gelegenheit
zwei schwere Kontusionen. I n der
19. Promotion (vom 2t. December
1789) wurde er für seine Waffenthat
mit dem Ritterkreuze des Maria The«
resien-Ordens ausgezeichnet. Im Jahre
1792 erhielt er ein Commando gegen
die aufständischen Niederlande; er ge-
wann das Treffen bei Florenne und
nahm die Vorstadt Fire von Limburg.
Zum Feldmarschall'Lieutenant befördert,
befehligte er bei dem Rückzüge inS
Limburgische die Avantgarde. I n den
Gefechten bei Tirlemont und Lüttich
zeichnete er sich besonders aus und
wurde in letzterem neuerdings blesstrt.
Im Gefechte von Courtroy am 11. Mai
1794 trug er eine so schwere Wunde
davon, daß sein Tod unzweifelhaft schien.
Dennoch erholte er sich und trat nun,
halb genesen, wieder in die active
Armee, in welcher er unter Erzherzog
Kar l wiederholt Beweise seiner Bra»
vour zu geben Gelegenheit fand. Er
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Band 42
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Szedler-Taasse
- Band
- 42
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 356
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon