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übernahm das Commando deS rechten
Flügels im ArmeecorpS des Generals
Wurmbrand, als derselbe Befehl er-
hielt, sick von Kaiserslautern gegen
Mannheim bis Oggersheim und Mau«
dach zurückzuziehen. Am 14. Juni 1796
von General Moreau bei Maudach
angegriffen, schlug er in einem hart.
nackigen Kampfe, welcher den 14. und
13. Juni wahrte, den feindlichen An
stürm zurück und bezog das verschanzte
Lager bei Mundenheim, welches den
Brückenkopf bei Mannheim deckte. Um
den Feind im Rücken zu bedrohen, rückte
Feldmarschall « Lieutenant H o h e am
24. August nach Lauff, und SzlHray
folgte ihm zur Unterstützung mit dem
Gros der Truppen nach. Als Letzterer
am 2. September bei Kihingen den
Main passirt und sich der Stadt Würz«
bürg genähert hatte, wurden seine Vor»
posten von Iou rdan angegriffen und
auch zurückgedrängt. Daß der Feind unter
diesen Umständen mit einem Haupt«
angriffe nicht zögern würde, schien gewiß.
Darauf aber wollte Sztäray es nicht
ankommen lassen und beschloß, selbst die
Offensive zu ergreifen. Er rückte also
sofort dem Feind in Person entgegen.
Es war ein gewagter Schritt, den er
that, denn er hatte die ganze weit
stärkere Macht deS Generals Iou rdan
gegen sich. Nichts desto weniger unter»
nahm er das Wagniß, griff das fran»
zösische Heer am 3. September an und
hielt es in einem hartnäckigen Kampfe
so lange auf, bis Erzherzog Kar l mit
Verstärkungen heranmarschirt kam. Die
Lage Sztäray'S war eine sehr bedenk«
liche geworden, denn schon hatte sich
Iou rdan angeschickt, seinen Gegner zu
überflügeln. Aber die rechtzeitige An»
kunft des Erzherzogs vereitelte nicht nur
die Absicht des Feindes, sondern führte auch zu dessen Rückzug, und dieser Sieg
unserer Waffen war für unsere Armee
entscheidend. Der Erzherzog anerkannte
auch, von welcher Wichtigkeit für den
Erfolg des Tages das entschlossene Vor-
gehen SztHray's war. und dieser er.
hielt außer Capitel am 18. September
1796 das Commandeurkreu; deS Maria
Theresien-Ordens. Als am 20. April
folgenden Jahres die Franzosen den
Rhein bei Kehl überschritten, wurde
S z t ä, r a y gleich im Beginn des
Kampfes schwer verwundet, und dies
hatte den ordnungslosen, fast flucht«
artigen Rückzug unserer Armee, die sich
plötzlich ihres zuverlässigen Führers be»
raubt sah, zur Folge. Im Feldzuge
1799 befehligte er ein Armeecorps in
Deutschland, mit welchem er die Fran«
zosen aus Schwaben verdrängte und An-
fangS December das blokirte Philipps«
bürg entsetzte. Als nach der unglücklichen
Schlacht bei Hohenlinden (3. December
1800) Erzherzog Kar l das Commando
der Armee in Deutschland übernahm,
erhielt S z t ä r a y , zum Feldzeugmeister
befördert, das Commando der böhmisch-
mährischen Legion. Nach dem Frieden
von Iüneville (9. Februar 1801) erfolgte
seine Ernennung zum Commandirenden
in Inner.Oesterreich. Im Februar 1806
endlich trat er in den wohlverdienten
Ruhestand über. Im Jahre 1791 war
er von Seiner Majestät dem Kaiser zum
Inhaber des 33. Infanterie. Regiments,
welches er als Oberst so ruhmvoll ge«
führt hatte, ernannt worden. Der alte
Soldat. Maltelerritter. blieb unver«
mält. seine beiden Brüder Johann
Phi l ipp und Michael pflanzten
das edle Geschlecht fort. Sztäray war
ein General auS der Schule Loudon'S.
Mit persönlicher Tapferkeit, ja man
kann dreist sagen Bravour. die er so oft
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Band 42
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Szedler-Taasse
- Band
- 42
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 356
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon