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Iako I. 266 ) Johann
pflanzte, — io. Gregor, der in der erste
Hälfte des 14. Jahrhunderts lebte, ist ei
Sohn des L a u r e n z, des eigentliche,
Stammvaters der Familie E ö r d ö g b
welche sich. wie in der Genealogie dar,
gestellt wurde, als selbständiges Geschlech«
von den Sztärays losgelöst hatte. El
diente dem Könige Kar l I. in der lang
jährigen Fehde, welche derselbe gegen sein
Vasallen bestehen mußte. Da sie in Kar
nicht den frei gewählten König, sondern nu
den vom Papste ihnen aufgedrungenen Prä«
tendenten sahen, so erklärten sie seine Wah!
für ungiltig und erhoben sich gegen ihn mi'
den Waffen in der Hand, als er sein könig
licheS Reckt behaupten wollte. An ihre,
Spitze stand Mat thäus von Trencs in
Lange schwankte das Krieasglück zwischen bei'
den Parteien, bis es endlich in derSchlach«
bei Rozaony am Flusse Tarcza, 1312. sich
zu Gunsten Kar ls entschied und dessen
Herrschaft bleibend sicherte. G r e g o r ,
welcher untür Kar ls Augen für dessen
Recht mit unvergleichlicher Tapferkeit ge,
kämpft und wesentlich zum Siege jenes
Tages beigetragen hatte, erhielt für diese
Waffenthat und für seine langjährige Treue
gegen den König in einer vom nämlichen
Jahre datirten Urkunde desselben die Zoll» und
Mauthgerechtigkeit in seinem Dorfe Nagy Mi
haly, wodurch er zur EinHebung von Zöllen
auf Alles, was ein« oder durchgeführt
werden sollte, berechtigt war. Diese in Hin«
sicht der Maß« und Preisverhältnisse der da<
maligen Zeit merkwürdige Urkunde wird im
zweiten Jahrgange (l821) des H o rm ayr>
Mednyanszky'sclien „Taschenbuches für
vaterländische Geschichte" Seite 18 in der
Anmerkung mitgetheilt. Gregor aber stis'
tete als Eegendank für die ihm ertheilte
Begünstigung den zehnten Theil der Ertrag
nisse aus dieser Zollgerechtigkeit auf Messen.
wobei er noch besonders bestimmte, daß
jener Priester, der die Messe nicht lesen
würde, in den Bann Ladis laws fallen
sollte, welchem zufolge der Zuwiderhandelnde
der Entsetzung gewärtig war. Nach Nagy's
Stammtafel starb Gregor unvermält. —
11. Iako I. (Jacob) lebte u>n die Mitte
des 13. Jahrhunderts, wenigstens kommt
sein Name in einer Urkunde deS Jahres
1240 vor. Cr ist ein Sohn des unter
dem Namen des. g roßen M i c h a e l
(ll»3?- Mkäl?) bekannten M iska . nach
dessen gleichnamiger Besitzung die Sztäray noch heute das Prädicat Nagy» Mihäly
führen. In der oben genannten Urkunde
wird Iako oomss genannt, doch ist nicht
beigefügt, welcher Grafschaft (Gespanschaft)
er vorgestanden. Setne Gemalin Katharina,
eine Tochter Peters von Szoboszl6,
stammte aus Polen. Ungarische Geschichte»
forscher vermuthen, Iako habe sich unter
jenen Magnaten befunden, welche 1239
Kunigunden der Heiligen zur Vermalung
mit Boles law dem Schamhaften, Herzog
von Polen, das Geleite nach Krakau gaben,
und bei dieser Gelegenheit seine nachmalige
Gattin Kathar ina kennen gelernt. Durch
seine Ehe mit ihr wurde Iako der Stamm«
vater nicht nur der heutigen Grafen Sztä.
ray, sondern auch der in Ungarns Ge»
schichte vielgenannten Geschlechter Bänf fy
von N agy<Mihäly, Cödönffy. Eör>
dögh. Pongräcz und Tibay. Von
seinen beiden Söhnen pflanzte der altere,
Andreas, Obergespan des Ungher Comi»
tats, das Geschlecht bleibend fort; dagegen
erlosch die Nachkommenschaft deS jüngeren,
Iako's I I . , welcherObergespan deS Zemplmer
ComltateS war, bereits in der vierten Genera»
tion. — 12. Iako I I . (Jacob), der jüngere
Sohn deS Vorigen, kämpfte mit seinem Bruder
Andreas vereint in jener denkwürdigen
Schlacht von Laa auf dem Marchfelde
(1278), welche mit des Böhmenkönigs Otto-
tar Tode die Herrschaft des Hauses Haos»
bürg in dem Sieger Nudo lph I . für immer
entschied. Die Genealogen stimmen in der
Stammesfolge des HauseS Sztäray nicht
überein. NachNagy ist I at o I. der Stamm»
vater, sind dessen Söhne: Andreas und
Iako I I . , und des Letzteren Söhne: An»
dreas Stephan, Lad is lau 6. Gre»
gor und 2au renz, NachM ednyansz ly'ä
genealogischer Skizze der Familie Sztäray
hat Iako I. drei Söhne: Andreas,
Iako I I . uno Ladls laus, welch Letzterer
bei Nagy zu Ja kos I I . Söhnen zählt
und sonach nicht Iakos I. Sohn, sondern
dessen Enkel wäre. Eine Richtigstellung ist
bei den mangelhaften QueUen, welche über
jene Zeit. das 13. Jahrhundert berichten,
nicht möglich. — 13. Johann, der um die
Mitte des 16. Jahrhunderts lebte, zählte zu
den treuesten Anhängern Johann Zapo»
lya's, des Wojwoden von Siedenbürgen
und für einige Zeit auch KönigS von Ungarn.
Als dieser unerwartet am 21. Juli !540
starb, nachdem wenige Tage zuvor seine
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Band 42
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Szedler-Taasse
- Band
- 42
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 356
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon