Seite - 267 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Szedler-Taasse, Band 42
Bild der Seite - 267 -
Text der Seite - 267 -
Laurenz 267 S)tä.rali/Michael
Gattin I sabe l la , eine Tochter Sigis»
munds von Polen, eines Sohnes genesen
(7. Juli 1340), den der Vater zu seinem
und des Großvaters Gedächtniß Johann
S igmund hatte taufen lassen, nahm sich
S z t ä r a y der Witwe Zapolya's, die
nach ihrrs GemalS Tode vor dem Sultan
wie vor König Ferdinand in nicht gerin»
ger Bedrängniß sich befand, auf das thätigste
an. Isabel la gab ihm als Lohn für seine
Treue im Jahre 1543 den Brückenzoll auf
beiden Ufern der Laborcz bei Hanajna, wel»
cher von König Ferdinand I. später (1537)
für ihn und seine Nachkommen auch bestä»
tigt wurde. — 14. Johann Phi l ipp (geb.
47Z9, gest. 1815), ein Sohn des Grafen
Cm er ich aus dessen zweiter Ehe mit Tde»
rese Du Bois de laTournel le und der
ältere Bruder des Commandeurs des Maria
Theresien»Ordens, war im Staatsdienste thä»
tig, im Iabre 1770 wurdr er Nath bei der
königlich ungarischen Statthalierei und 1792
Obergespan des Ungher Eomitates. Von den
drei Söhnen seiner Ehe mit Barbara Gräfin
Wigazzi pflanzte nur der älteste, Vincenz.
diese Linie des Hauses fort s^iehe die Stamm»
tafel) , die noch in drei von dessen Söh-
nen Johann, Ferdinand und Victor
ausgehenden Zweigen foctblüht. — 15. üau-
renz, in der ersten Hälfte des 14. Iahrhun»
derts lebend, war eine leidenschaftliche, ge»
waltthätige Persönlichteit und erwarb sich,
ebenso gefürchtet, als gehaßt, in Folge seiner
Sinnesart den Namen Eördögh (Teufel),
der fich denn auch aufseine zahlreichen Nach»
kommen vererbte, welche sich nun nach ihren
Besitzungen Eördögh uon Nagy» Mi»
hll ly, Eördögh von Tiba, Eördögh
uon Sztära nannten und schrieben. ^2au»
re nz der Teufel ist der jüngste Sohn des
Ungher Obergespans Andreas und ein
Enkel Jakos I., Stifters des Geschlechts
Sztäray. Von seinen Thaten weiß die
Geschichte keine zu melden, es hat sich nur
die Kunde von seinem wilden Sinne und
dem Unfrieden erhalten, in welchem er mit
aller Welt, selbst mit seinen nächsten Ver,
wandten lebte. Näheres darüber erfahren mir
aus einem schiedsrichterlichen Spruche des Er»
lauer Bischofs N ik las : „Datuw. ^.Friks in
orüstino tssti vskti Domwici ^.ilno Domiui
KlOOdXIV", worin derselbe schreibt: „daß
besagter Laurenz, Andreas von Nagy«
Mihäly'S Sohn, mit La d i s la u s,
Iako I I . von Naay'MihiUy's Sohne. seinem Bruder (eigentlich Vetter), durchaus
nicht sich habe vertragen können und deshalb
ihm sogar den Zutritt in die Kirche von
Nagy'Mihäly verwehrt habe. Als dann ein-
mal der Zufall beide Vettern dennoch im
Hause des Herrn zusammenbrachte, sei Lau«
renzens Gemalin in Hast auf den Altar
zugestürzt und habe dem bereits Messe lesen»
den Priester den Kelch entrissen, um ihn so zu
verhindern, im h. Meßopfer fortzufahren, so
lange der verhaßte Ladis laus gegenwärtig
sril! Solche Beispiele von Bruderhaß kommen
sowohl in Sage und Dichtung als leider
auch in der Wirklichkeit vor. Zum Glücke
hat uns die Geschichte den Namen dieser
Frau, die ja doch noch scheußlicher erscheint,
als ihr Gatte, der Teufel, vorenthalten; sie
hat aber in unS auck den Gedanken geweckt,
daß vielmehr ihr statt ihres Gatten der Name
Teufel gebühre, da eine so fanatische Sinnes»
art, wie die dieses Weibes auf einen ohne»
hin rauben Mann nur noch verderblicher
wirken muß. — 16. Michael, oder wie
er gemeiniglich genannt wird, der große
Michael — 5l 2,35 2Hkä1? — lebte gegen
Ende oes 12, und zu Beginn des 13. Jahr«
Hunderts. Er ist ein Sohn Rados, des
berühmten Kriegshelden unter König An-
dreas I. Von seinen Heldenthaten, durch
die er den Namen der große Michael rc»
. halten hat. ist keine auf uns gekommen.
Nur dieS noch weiß man von ihm, daß er
das nach ihm benannte noch stehende Schloß
Nagy.Mihäly erbaute, nach welchem nicht
nur die S z t ä r a y , sondern auch die
von diesen ausgegangenen Geschlechter der
Eödönffy, Eördögh, Po na ratz und
Tiday sich geschriebrn haben. — 17. M i -
chael (gest. zu Debreczin im Jahre l56l)).
Welchem der verschiedenen Zweige dieses
Geschlechts Michael angehört, ist nicht
bekannt. In Nagy's Werke über Ungarns
Adelsfamilien wird seiner nur nebenbei ge»
dacht. Er zählte zu den eifrigsten Anhängern
und Verbreitern der Reformation. An der zu
jener Zeit berühmten Hochschule zu Padua
gebildet, war er in den Werten der h. Kir»
chenväter gründlich bewandert und glänzte
besonders durch seine kirchliche Beredtsam«
keit. Als Prediger erscheint er an mehreren
Orten seines Vaterlandes; unter anderen zu
Tolna, wo er auch als Superintendent
wirkte. Im Jahre 1360 wurde er nach De-
breczin berufen, starb aber daselbst noch im
nämlichen Jahre. Er schrieb in ungarischen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Band 42
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Szedler-Taasse
- Band
- 42
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1880
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 356
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon